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  • 06.02.2015 · 10:10

  • von Christian Sylt & Caroline Reid

Ecclestone: Teams zeigten Marussia die rote Karte

Bernie Ecclestone bestätigt, dass die eine Rückkehr von Marussia ins Formel-1-Starterfeld von den gegnerischen Teams verhindert wurde

(Motorsport-Total.com) - Ende Oktober des vergangenen Jahres musste das Marussia-Team Insolvenz anmelden, im November wurde der Geschäftsverkehr eingestellt. Das Team kam damit zum Stillstand. Im Folgemonat setzte Insolvenzverwalter FRP eine öffentliche Versteigerung an und verkaufte die Fabrik an Gene Haas, jenen US-Amerikaner, der im kommenden Jahr mit einem neuen Team in die Formel 1 einsteigen wird.

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Im vergangenen Monat gab es für Marussia noch einmal Hoffnung. Insolvenzverwalter FRP blies die zweite Versteigerung, bei der die verbliebene Ausrüstung des Teams unter den Hammer hätte kommen sollen, ab. Am Mittwoch erhielten die Hoffnungen auf ein Comeback zusätzlichen Schub: FRP gab bekannt, dass man Geld von neuen Investoren in Aussicht habe, um in diesem Jahr Rennen fahren zu können. Auf dem Weg dahin allerdings taten sich Hürden auf.

Da sich das Marussia-Team während der zurückliegenden drei Monate in der Schwebe befand, ging wertvolle Entwicklungszeit für ein 2015er-Auto verloren. Der Plan sah daher vor, die bevorstehende Saison mit einer überarbeiteten Version des Vorjahresautos in Angriff zu nehmen. Damit hätte man nicht nur Zeit, sondern auch Kosten gespart. Bei der Konkurrenz stieß der Plan jedoch auf Ablehnung.

"Drei oder vier Teams dagegen"

Die Entscheidung, ob Marussia eine Teilnahme mit dem 2014er-Auto erlaubt werden solle, wurde am Donnerstagabend beim Treffen der Strategiegruppe gefällt. Zur Strategiegruppe gehören Bernie Ecclestone, der Automobil-Weltverband (FIA) sowie die sechs führenden Teams. "Sie wollten mit dem Auto aus dem vergangenen Jahr teilnehmen, aber das wurde nicht akzeptiert. Alle Teams hätten zustimmen müssen, aber drei oder vier haben das nicht", offenbart Ecclestone.

Im Falle einer Zustimmung wäre es eine Reise ins Ungewisse geworden. "Das Problem ist, dass man nicht für ein Team eine Ausnahme machen kann. Man muss es dann für alle machen", sagt Ecclestone und fügt hinzu, dass "die anderen Teams vielleicht auch gerne das alte Auto eingesetzt hätten". Doch dies war nicht der einzige Grund, weshalb man Marussia die rote Karte zeigte.

Im vergangenen Jahr verdiente Marussia mit Platz neun in der Konstrukteurs-Weltmeisterschaft 52 Millionen US-Dollar. Wenn das Team in der Saison 2015 nicht antritt, wird dieses Geld unter den Gegnern aufgeteilt. "Das Geld, das ihnen zugestanden hätte, wird nun zwischen den anderen Teams aufgeteilt. Ich denke, das ist ein triftiger Grund", so Ecclestone.


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Nach dem Marussia-Aus verbleiben neun Teams, von denen einige in finanziellen Schwierigkeiten stecken. Das zusätzliche Geld wird ihnen bei der Sicherung ihrer Zukunft helfen. Es kommt jenen Teams zugute, deren Geschäftsverkehr noch am Laufen ist. Im Gegensatz dazu hätte das im November stillgelegte Marussia-Team wiederbelebt werden müssen, um aus dem Einsatz des 2014er-Autos in diesem Jahr Kapital schlagen zu können.

Marussia war der letzte Überlebende aus der Reihe dreier Teams, die im Jahr 2010 aus der Taufe gehoben wurden. HRT war Ende 2012 das erste dieser drei Teams, das zusperren musste. Als nächstes folgte Caterham, die wenige Tage vor Marussia Insolvenz anmelden mussten.

Alle drei Teams und jedes andere, das im Verlauf des zurückliegenden Jahrzehnts Pleite ging, hat zumindest eine Saison außerhalb der Top 10 der Konstrukteurs-Weltmeisterschaft abgeschlossen. Somit steht kein Preisgeld zur Verfügung. Daraus folgt, dass nur eine Beschränkung auf zehn Teams den Exodus der Formel 1 verhindern kann. Da für die Saison 2015 lediglich neun Teams bestätigt sind, können sich diese zumindest der Preisgelder sicher sein.

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