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  • 23.09.2011 · 22:27

  • von Dieter Rencken & Fabian Hust

Die Konkurrenz zieht den Hut vor Sebastian Vettel

Einige der Teamverantwortlichen über Vettels Leistung, wie man den Deutschen schlagen kann und ob man ihn am liebsten selbst im Team hätte

(Motorsport-Total.com) - Sechs Rennen kann sich Sebastian Vettel im Prinzip noch Zeit lassen, um die Titelverteidigung perfekt zu machen. Doch angesichts seines gewaltigen Vorsprungs ist es extrem unwahrscheinlich, dass es so lange dauern wird. 112 Zähler Vorsprung hat der Deutsche aktuell auf Fernando Alonso.

Sebastian Vettel

Immer wieder Sebastian Vettel: Die Konkurrenz verneigt sich

Was sagt die Konkurrenz zur Vorstellung des jungen Heppenheimers in diesem Jahr? Was kann man unternehmen, um zu verhindern, dass die Vettel-Dominanz ihre Fortsetzung findet? Und würde nicht der eine oder andere Teamverantwortliche Vettel gern selbst im Auto sitzen haben?

"Sebastian hat dieses Jahr fantastische Arbeit geleistet, ebenso wie Red Bull", so Robert Fernley, stellvertretender Teamchef von Force India. "Es ist Aufgabe der restlichen Teams, sie herauszufordern. Ich denke nicht, dass man Red Bull bitten sollte, langsamer zu machen. Wir müssen es auf die Reihe bekommen und gegen sie antreten. Man kann nur den Hut vor ihnen ziehen, das haben sie gutgemacht."

"Es gab viele, viele Jahre, in denen ein Fahrer oder ein Team dominiert hat. Man muss dieses Jahr also auf das Gesamtpaket blicken, und das war durch die Bank herausragend. Meiner Meinung nach war die Schau womöglich die beste seit langer, langer Zeit."

"Die Tatsache, dass ein Team und ein Fahrer dominierten, hat ihr meiner Meinung nach nicht geschadet. Ob ich Sebastian gerne in unserem Auto hätte? Ich würde sagen, dass wir zwei oder drei ziemlich gute Fahrer haben. Ich bin glücklich mit dem, was wir haben."

"Wenn Sebastian den Titel hat, ob dies nun bei diesem oder beim kommenden Rennen ist, so hoffe ich, dass er etwas mehr Druck machen wird", so Jean-Francois
Caubet, Geschäftsführer von Renault Sport. "Ich bin mir sicher, dass das Rennen am Ende interessanter wird. Für Renault ist es eine schwierige Aufgabe, den Ingenieur zu bitten, den Motor langsamer zu machen oder den Motor explodieren zu lassen..."

"Er hat wieder einmal fantastische Arbeit geleistet", lobt auch Riad Asmat, Geschäftsführer von Lotus. "Auch das Team hat seinen Teil geleistet. Wir haben schon zuvor Dominanz gesehen, und es ist unsere Aufgabe, und selbst anzutreiben. Wir kommen von hinten, wir hoffen jedoch, dass wir in Zukunft auch Erfolge feiern können."

"Ob wir ihn in unserem Team haben wollen? Ich denke nicht, dass wir uns dies leisten können, aber wir haben im Moment ein paar gute Fahrer und wir sind glücklich mit dem, was wir haben. Mit ihnen werden wir weiterhin Druck machen."

"Sie haben das beste Auto und sie haben jemanden, der dies bis zum Maximum nutzen kann", so Renault-Teambesitzer Gerard Lopez. "Er verdient es aus diesem Grund, dort zu sein, wo er sich befindet. Ich kenne ihn schon seit ziemlich langer Zeit, ich kann also absolut sagen, dass er es verdient, dort zu sein, wo er heute ist. Wir haben Fahrer, die wir mögen, aber er ist ein großartiger Kerl."

"Er hat nun zum zweiten Jahr in Folge fantastische Arbeit geleistet", schließt sich Sam Michael, Technischer Direktor des Teams, dem Lob an. "Es sind nicht die Rennen, in denen Red Bull dominant ist, es sind diejenigen, in denen sie es nicht sind, in denen er zeigt, dass er wirklich jemand Spezielles ist."

"Er hat Rennen gewonnen, welche er vielleicht nicht hätte gewinnen sollen. Natürlich ist das Auto sehr gut, aber sie waren nicht auf jeder einzelnen Strecke dominant. Einige der Rennen, die er in diesem Jahr gewonnen hat, waren ziemlich beeindruckend. Also kann man definitiv seinen Hut ziehen, er hat es verdient."

"Sebastian ist sicherlich ein sehr spezieller Kerl", so Landsmann und Mercedes-Sportchef Norbert Haug. "Ich kenne ihn seit seinen Anfängen in der Formel BMW ADAC, den Rahmenrennen der DTM. Dann war er zusammen mit Paul di Resta ein Formel-3-Fahrer. Er hat eine Menge gelernt, er ist ein sehr fokussierter Kerl, ein sehr intelligenter Kerl, ein sehr fordernder Kerl und ein absolut netter Kerl."

"Wir müssen vor ihm absolut unseren Hut ziehen. Er ist großartig, er verdient jeden einzigen Punkt, den er geholt hat, womöglich mehr, denn er hatte hier und dort Pech und er verdient das, was er hat. Ich denke nicht, dass die Weltmeisterschaft nicht interessant ist. Fakt ist, dass dies eine der aufregendsten Saisons aller Zeiten war, und ich bin schon eine ganze Weile dabei."


Fotos: Sebastian Vettel, Großer Preis von Singapur


Auch dank Reifenhersteller Pirelli sei die Königsklasse interessant geworden: "Pirelli und das DRS haben gute Arbeit geleistet, es gab viele Überraschungen. Zum Beispiel war Jenson Button in Kanada Letzter und hat das Rennen gewonnen, fuhr Rundenzeiten, die plötzlich um zwei Sekunden schneller waren als alle anderen. Auch Michaels Leistung war dort zum Beispiel beeindruckend. Ich könnte stundenlang so weitermachen. Es gab dieses Jahr in der Formel 1 viele Überraschungen, welche niemand erwartet hatte, selbst die Spezialisten nicht."

"Es gab in der Formel 1 immer eine bestimmte Dominanz. Es gab die Williams-Tage, ich kann mich an die McLaren-Mercedes-Tage erinnern, die Kämpfe mit Ferrari und nun sind es die Red-Bull-Tage mit Sebastian, und auch Mark leistet gute Arbeit. Aber mit Sicherheit wird keine Dominanz ewig anhalten. Wir wissen dies aus der Vergangenheit."

Auch Mercedes wird daran arbeiten, den österreichischen Rennstall zu stürzen: "Wir haben eine gute Beziehung zu Sebastian, eine Freundschaft, ich respektiere ihn sehr, und ich denke, dass dies auch umgekehrt gilt. Wir sind mit unseren Fahrern sehr zufrieden. Wir wollen mit der aktuellen Kombination die Leiter erklimmen, kommendes Jahr einen weiteren Schritt machen. Dann werden wir sehen, wo wir stehen."

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