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Dennis: Niemand will Minardi Geld wegnehmen

Der McLaren-Teamchef verrät den Hintergrund warum man formal einen Teil der an Minardi gezahlten Prost-TV-Gelder beansprucht

(Motorsport-Total.com) - Nachdem Minardi-Teamchef Paul Stoddart Wind davon bekommen hat dass Ron Dennis, Frank Williams, Eddie Jordan und David Richards einen Teil der an Minardi gezahlten Gelder die aus den TV-Einnahmen stammen die eigentlich dem Bankrott gegangenen Prost-Team zugestanden hätten beanspruchen, und deshalb wieder in aller Öffentlichkeit mit dem Rückzug seines Teams aus der Formel 1 droht, hat sich nun Ron Dennis gegenüber den Medien um eine Aufklärung des Sachverhalts bemüht.

McLaren-Teamchef Ron Dennis

Dennis will, dass endlich Klarheit in einigen Angelegenheiten geschaffen wird

So erklärte der Brite, dass man keineswegs Minardi die Millionen streitig machen möchte ohne die das Team schon Mitte dieses Jahres nicht mehr am Rennbetrieb hätte teilnehmen können, sondern es vielmehr darum gehe die Bestimmungen, die die damalige Auszahlung an den italienischen Rennstall ermöglichten, ernsthaft zu prüfen. Die vier genannten Teamchefs vertreten nämlich die Meinung, dass die Prost-TV-Gelder gerecht unter allen Teams verteilt hätten werden müssen.

Dass sich Paul Stoddart persönlich angegriffen fühlt, kann Dennis hingegen nicht verstehen: "Es ist doch nichts gegen Paul persönlich. Er ist aber ein sehr emotionaler Typ und sieht das nur aus seiner Sicht und was die Konsequenzen für sein Team sein könnten", versteht der McLaren-Teamchef jedoch auch die deutliche Reaktion seitens des Australiers.

"Es ist eine Tatsache, dass es Mehrdeutigkeiten in den Bestimmungen hinsichtlich der finanziellen Verteilung der Gelder gibt - nicht nur was dieses Jahr angeht. Wir wollen nur Klarheit schaffen und fordern kein Geld zurück. Im Regelwerk ist die Möglichkeit der Schlichtung in solch einer Angelegenheit niedergeschrieben und da zu einem früheren Zeitpunkt in diesem Jahr keine Einigung in dieser Sache gefunden werden konnte, kann man es jetzt nur auf diese Art und Weise klären", begründete Dennis das Vorgehen.

Auch wenn der McLaren-Teamchef vorgibt man würde nicht beabsichtigen das bereits an Minardi ausgezahlte Geld zurückzufordern, sodass es unter allen Rennställen gerecht verteilt werden könnte, so ist es durchaus denkbar dass dieser Fall eintreten könnte - nämlich dann wenn sich ein Schiedsgericht der Argumentation der vier Teamchefs anschließt.

Der Hintergrund des Vorstoßes seitens der Teambosse von McLaren, BMW-Williams, Jordan und BAR dürfte grundsätzlich aber darin liegen, dass eine ähnliche Situation wie der Konkurs des Prost-Teams und der anschließende Streit, wem die Gelder aus den TV-Einnahmen des bankrotten Rennstalls denn nun zustehen, bald wieder auf die Formel 1 zukommen könnte.

Mit Arrows steht nämlich anscheinend eines der insgesamt elf Teams unmittelbar vor der richterlich angeordneten Zwangsverwaltung und der sich daran vermutlich anschließenden Abwicklung. Dass die Anteile aus den TV-Erlösen des britischen Rennstalls im Falle der Liquidation von Arrows dann an Minardi gehen, wollen die anderen Teams verhindern.