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Minardi-Teamchef droht mit Rückzug aus der Formel 1

Weil ihm vier Teams das an Minardi ausgezahlte Prost-Geld streitig machen wollen, droht Stoddart mit dem Rückzug

(Motorsport-Total.com) - Minardi-Teamchef Paul Stoddart droht wieder in aller Öffentlichkeit mit dem Rückzug aus der Formel 1. Nachdem der Australier in diesem Jahr bereits hart darum kämpfen musste, dass man ihm das ursprünglich dem Prost-Team zugestandene Geld zugesteht, damit er die Saison überhaupt finanziell durchstehen kann, sind diese Zahlungen nun in Gefahr und bedrohen nach Aussage des Australiers die Existenz seines Teams.

Paul Stoddart (Teamchef)

Minardi-Teamchef Paul Stoddart stehen wieder schwere Zeiten bevor

Im Juni ging es bei dem Streit innerhalb der Formel 1 um geschätzte 15 bis 18 Millionen Euro, die der Minardi-Teamchef in das diesjährige Budget mit eingeplant hatte. Wie der Australier dachte ist klar: Minardi war im letzten Jahr das Schlusslicht der Formel 1, nachdem Prost pleite gegangen ist, rückte man einen Platz nach vorne und aus diesem Grund stehen die Einnahmen aus dem Verkauf von Fernsehrechten dem Minardi-Team zu.

Als Druckmittel nutzte der Australier schon damals geschickt die Presse aus, in der er erläuterte, er müsse noch in dieser Saison zusperren, wenn er das Geld nicht erhält, da er wegen der wirtschaftlichen Probleme seiner eigenen Fluglinie 'European Aviation' nicht länger private Zuschüsse geben könne. Den Teams stellen sich bei solchen Schlagzeilen die Haare zu Berge, denn sie könnten Investoren zurückschrecken lassen.

Nun sollen laut Stoddart die Teamchefs Ron Dennis (McLaren), Frank Williams, Eddie Jordan und David Richards (BAR) einen Teil des an Minardi gezahlten Geldes zurückfordern und verlangen eine gerechte Aufteilung unter allen Teams: "Ich werde der Formel 1 meinen Rücken zuwenden, wenn diese lächerliche Ungerechtigkeit sich durchsetzen kann", so Paul Stoddart in Suzuka gegenüber 'Reuters'. "Ich kann mir keine vier Monate meiner Zeit oder die 2 Millionen Dollar an Kosten leisten, die ich bräuchte, um mich gegen den Vorstoß zu Wehr zu setzen."

In einer Zeit, in der selbst die großen Teams darum bemüht sind, dass die Formel 1 kostengünstiger wird und die kleinen Teams überleben, findet Paul Stoddart die Forderungen der anderen Teams "fast wie Selbstmord". "In den letzten 12 Monaten haben wir so viele Probleme durchgestanden und wir haben zwei Teams verloren. Nun werden wir drei verlieren, da ich mir es nicht leisten kann, dagegen vorzugehen. Und vielleicht ist auch noch ein weiteres dabei ? wollen die wirklich im nächsten Jahr nur acht Teams in Melbourne haben?"

Der Multi-Millionär, der in letzter Minute das Minardi-Team kaufte und so den Start in Melbourne sicherte, sei es mehr als verärgert, dass er in letzter Zeit so viele schwierige Momente gemeistert hat und dann so etwas erleben muss: "Das ist wie wenn dir die Kollegen ein Messer in den Rücken stecken. Da stellt sich die Frage, ob man in einem Sport sein möchte, in dem es solche menschliche Wesen gibt." Angeblich habe ihm Formel-1-Boss Bernie Ecclestone bereits seine Unterstützung zugesichert: "Er kann nicht glauben, wie sie in einer kritischen Zeit so dumm sein können. Der Zeitpunkt hätte nicht schlechter gewählt werden können."

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