powered by Motorsport.com

Coulthard: "Fernando zu Red Bull? ...unwahrscheinlich"

Red-Bull-Insider David Coulthard analysiert die Kandidaten für die Webber-Nachfolge und erklärt, warum ihn die Spekulationen um den Alonso-Transfer nicht überraschen

(Motorsport-Total.com) - Rund um den Grand Prix von Ungarn machten wilde Transfergerüchte die Runde: Fernando Alonsos Manager wurde in der Red-Bull-Energystation im Gespräch mit Teamchef Christian Horner gesehen, Kimi Räikkönen soll währenddessen von Ferrari ein Comeback-Angebot erhalten haben. Genauere Hintergründe sind derzeit unklar, außer Zweifel steht aber, dass die Spekulationen für die Verhandlungspositionen der Hauptprotagonisten nicht von Nachteil sind.

Fernando Alonso

Fernando Alonso war in den vergangenen Wochen im Zentrum der Transfergerüchte Zoom

Im Zentrum steht das in der kommenden Saison freiwerdende Red-Bull-Cockpit von Mark Webber, um das zumindest Räikkönen und Toro-Rosso-Pilot Daniel Ricciardo buhlen. Ex-Red-Bull-Pilot David Coulthard, der nach wie vor eng mit dem Energy-Drink-Konzern verbunden ist, hält einen Red-Bull-Sensationswechsel von Alonso, der noch bis Ende 2016 vertraglich an die "Scuderia" gebunden ist, übrigens für unrealistisch, wie er gegenüber 'GPUpdate.net' klarstellt: "Die Fernando-Geschichte ist unwahrscheinlich."

Gespräche zwischen Alonso-Manager und Red Bull "ganz normal"

Dass Alonso-Manager Carlos Garcia-Abad, der übrigens auch Red-Bull-Youngster Carlos Sainz jun. betreut, in der Energystation gesichtet wurde, findet Coulthard aber nicht außergewöhnlich: "Ich finde es ganz normal, dass all diese Leute und ihre Manager mit allen Teams sprechen. Der Kerl wäre nicht Manager, wenn er nicht mit dem Team sprechen würde, das Rennen gewinnt. Ferrari hat einen klingenden Namen, aber Grands Prix und Weltmeisterschaften zu gewinnen, klingt noch besser."

Dennoch will er die Kombination Alonso-Ferrari nicht abschreiben: "Fernando hat schon gezeigt, dass er ein großartiger Fahrer ist, er hat zwei WM-Titel mit Renault gewonnen. Er will ganz klar mit Ferrari gewinnen, und Ferrari hält sich als Team konstant an der Spitze, also muss man sie in der Formel-1-Historie immer wieder auf der Rechnung haben."

Räikkönens Verlässlichkeit vs. Ricciardos Red-Bull-Background

Mark Webber

Mark Webbers Red-Bull-Cockpit ist das Objekt der Begierde Zoom

Die heißesten Kandidaten auf die Webber-Nachfolge sind aber der zuverlässige und beeindruckend schnelle Routinier Räikkönen sowie Red-Bulls Zukunftshoffnung Ricciardo, die von Motorsportkonsulent Helmut Marko gepusht wird. "Kimi ist ein Weltmeister, er ist unglaublich konstant und liefert ständig Punkte und gute Rennergebnisse", analysiert Coulthard seinen Ex-McLaren-Teamkollegen. "Man darf ihn also für das, was Red Bull sucht, gar nicht außer Acht lassen - und dabei handelt es sich um Fahrer- und Konstrukteurs-Titel."

Dass Ricciardo im Vergleich zu Räikkönen ein "Nobody" ist, spielt für Coulthard keine Rolle: "Der Öffentlichkeit ist er nicht wirklich bekannt, aber das liegt daran, dass er noch nicht auf dem Podest gestanden hat und noch nicht das zeigen konnte, wodurch die Leute einen besser kennenlernen. Es wäre aber ein großer Erfolg für das Red-Bull-Nachwuchsprogramm, wenn ein weiterer Fahrer wie Sebastian Vettel nach oben kommt."

Coulthard über Entscheidungsprozess im Bilde

Der Schotte glaubt, dass Ricciardo für das Team eine gute Lösung wäre: "Red Bull kennt ihn gut, und er ist ein liebenswerter Kerl - er wäre teamintern sehr populär." Optimal wäre laut Coulthard aber eine Mischung aus Alonso, Räikkönen und Ricciardo, scherzt er: "Ich würde am liebsten alle drei im Cockpit sehen, denn die Mischung dieser Talente wäre unglaublich. Einer könnte auf das Gaspedal steigen, einer würde bremsen und der andere lenken."

Doch Spaß beiseite - wer wird es wirklich schaffen, David? Der langjährige Formel-1-Pilot hat zwar eine Ahnung, hält sich aber bedeckt: "Ich weiß nicht, wer es schaffen wird. Ich weiß ein bisschen über den Prozess Bescheid, aber bald werden wir es alle herausfinden."