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Coulthard äußert herbe Kritik an "Schumis" Fahrstil

Der McLaren-Pilot erklärt, warum sich Michael Schumacher beim Manöver mit Montoya in Brasilien einmal mehr unkorrekt verhalten hat

(Motorsport-Total.com) - Nach den Aussagen von Michael Schumacher und Juan-Pablo Montoya auf der FIA-Pressekonferenz am Donnerstag, wartet die gesamte Formel-1-Welt gespannt darauf, ob es am Sonntag wieder zu einem Duelle der beiden Rennfahrer kommen wird. Nachdem der Ferrari- und der BMW-Williams-Pilot in Malaysia und Brasilien im Zweikampf zusammengestoßen waren, ist das Thema erlaubte Manöver zur Verteidigung seiner Position wieder ein heißes Eisen.

David Coulthard

Coulthard findet, dass sich Schumacher in gewissen Situation nicht korrekt verhält

McLaren-Pilot David Coulthard machte schon in der Vergangenheit keinen Hehl daraus, dass er die von Michael Schumacher angewendeten Manöver nicht immer für legitim hielt. Im Vorfeld des Großen Preises von San Marino erklärte der 31-Jährige aus Twynholm nun, welche Meinung er zum letzten Rennunfall zwischen dem amtierenden Weltmeister und Montoya hat.

"Meine Auffassung ist die, dass ein Manöver zur Verteidigung seiner Position erlaubt ist. Allerdings ist es einem nicht gestattet, dass man dadurch das einen zu überholen versuchende Auto behindert. Ich habe mir die Szene zwischen Michael und Juan-Pablo in Brasilien angesehen und für mich steht eindeutig fest, dass Michael ganz klar seine Linie nach seiner ersten Aktion gewechselt hat, indem er nach links zog, um Montoya zu blockieren", gibt der Schotte dem Ferrari-Piloten die Schuld an dem Rennunfall, welcher für diesen selbst keine Auswirkungen hatte.

"Das ist laut den Regeln aber nicht erlaubt", erklärte "DC" und ließ durchblicken, dass er nicht verstehen kann, warum die Rennkommissare den Zwischenfall als Rennunfall zu den Akten legten. Der Schotte vertritt nämlich die Meinung, dass die Rennkommissare mit Schumacher darüber sprechen hätten sollen. Da sie dies nicht taten, Juan-Pablo Montoya in Malaysia aber eine verhältnismäßig harte Strafe für einen Zwischenfall bekam - welchen sogar Michael Schumacher im Nachhinein als Rennunfall bezeichnete und die seinem Konkurrenten gegenüber verhängte Strafe als hart bezeichnete -, versteht Coulthard nicht, wo die Rennkommissare derzeit eine Linie zwischen erlaubten und nicht erlaubten Manövern ziehen.

Zwar hat es für die restlichen 20 Piloten des Fahrerfeldes sicherlich seine Vorteile, wenn sich Schumacher und Montoya gegenseitig aus dem Rennen befördern, doch laut Coulthard ist es keine gute Einstellung, wenn man einen Crash für einen in Aussicht stehenden Sieg riskiert: "Mit jemanden ständig zu kollidieren, kann doch nicht gut sein. Denn das Ziel ist doch, dass man alle anderen besiegt. Darin liegt die ultimative Herausforderung. Es geht doch darum sich mit den besten Fahrern in der Welt zu messen und diese am Ende zu bezwingen. Und es kann nicht in Ordnung sein, wenn man akzeptiert, dass die beiden miteinander kollidieren und man dadurch eine größere Chance auf den Sieg hat. Letzten Endes ist es aber genau so", zitiert die Nachrichtenagentur 'Reuters' den 127-fachen Grand Prix-Teilnehmer.

Abschließend fand Coulthard noch deutlichere Worte, um seine Meinung über die seiner Ansicht nach falsche Einstellung gewisser Piloten zum Ausdruck zu bringen: "Wenn man glücklich darüber ist durch einen Crash einen Sieg zu holen, wenn das die Einstellung ist die man zum Leben hat, dann würde man auch kein Problem damit haben alten Leute das Geld abzuknöpfen, sie zu betrügen und solche Dinge zu machen."