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Concorde-Agreement nur noch eine Frage der Zeit

Die großen Stolpersteine sind aus dem Weg geräumt, dennoch ist das neue Concorde-Agreement noch nicht hundertprozentig unterschriftsreif

(Motorsport-Total.com) - Von der Kühlschrankatmosphäre der vergangenen Wochen ist in Budapest - nicht nur wegen des sengend heißen Wetters - kaum noch etwas zu spüren: Das Ende des erbarmungslosen Formel-1-Streits ist schon in Sichtweite, in Bezug auf das neue Concorde-Agreement besteht nahezu Einigkeit. Aber wenn die Verantwortlichen davon sprechen, dass "nur noch Feinheiten" (Mario Theissen) zu klären sind, dann ist dies eine oberflächliche Darstellung.

Titelseite des Concorde-Agreements

Bereits im Jahr 1981 wurde das erste Concorde-Agreement unterschrieben

Insgesamt sollten an diesem Wochenende drei Vereinbarungen unter Dach und Fach gebracht werden: das Concorde-Agreement mit Unterschriften aller 13 Teams, der FIA und des Inhabers der kommerziellen Rechte, der Kosteneinsparungsvertrag zwischen den 13 Teams sowie das Sportliche und Technische Reglement. Was die Regeln angeht, so war die Zustimmung der FIA das entscheidende Kriterium. Die liegt nun vor.#w1#

Reglement ist beschlossene Sache

Wie von der Teamvereinigung FOTA gefordert bleibt es beim 2009er-Reglement - mit einigen wenigen Ausnahmen, die im gegenseitigen Einvernehmen beschlossen wurden: Verbot der Tankstopps, Erhöhung des Mindestgewichts von 605 auf 620 Kilogramm, um 25 Millimeter schmälere Vorderreifen. Die letzten beiden Maßnahmen wurden in die Wege geleitet, um die Nachteile des KERS-Übergewichts zu minimieren.

Nun wird sich der aufmerksame 'Motorsport-Total.com'-Leser fragen: Sollte KERS nicht verboten werden? Richtige Antwort: Jein. Denn die acht FOTA-Teams haben sich auf ein Gentlemen's Agreement verständigt, das Energierückgewinnungssystem nicht mehr einzusetzen, aber im Reglement ist dies nicht verankert. Das bedeutet, dass Campos, Force India, Manor, US F1 und Williams KERS theoretisch einsetzen könnten.

Eine der "Feinheiten", die es noch zu besprechen gilt, ist auch eine Meinungsverschiedenheit bezüglich des Kosteneinsparungsvertrags. Bekanntlich haben Campos, Manor und US F1 unter der Annahme einer verbindlichen Budgetobergrenze eingeschrieben, zu der es nun nicht kommen wird. Sollte der Kosteneinsparungsvertrag einem der Teams nicht passen, könnte dieses die FIA theoretisch verklagen. Dass es dazu kommen wird, ist jedoch unwahrscheinlich.

Das liebe Geld...

Man hört, dass eines der neuen Teams noch einige Veränderungen wünscht, ebenso wie Williams. Aber klar ist auch, dass die Achse FOTA/CVC (Inhaber der kommerziellen Rechte) inzwischen so stark ist, dass die anderen fünf Teams aller Voraussicht nach nachgeben müssen, wenn es hart auf hart kommt. Und während die einen um drastischere Einsparungen kämpfen, wollen die anderen eine stärkere Einnahmenbeteiligung.

Es ist ein offenes Geheimnis, dass Ferrari als einziges Team, das seit Anbeginn der Formel-1-Weltmeisterschaft mit von der Partie ist, eine Sonderstellung genießt, was die Beteiligung an den Einnahmen des Grand-Prix-Sports angeht. Offenbar wollen nun aber auch die anderen beiden Traditionsrennställe McLaren und Williams ein größeres Stück vom Kuchen abhaben. Doch geredet wird dieser Tage im Formel-1-Paddock viel...

Optimisten munkelten heute Nachmittag schon, dass das neue Concorde-Agreement morgen ratifiziert werden könnte. Realisten rechnen frühestens am Sonntag, eher sogar unmittelbar nach dem Grand Prix von Ungarn mit allen Unterschriften. Weitere Gipfeltreffen soll es aber zumindest unter normalen Umständen nicht mehr geben. Es handle sich bei den offenen Punkten nur noch um Kleinigkeiten, die man auch anders aus der Welt schaffen könne, heißt es.

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