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Concorde-Agreement: Finanzplanung steht fest

250 Millionen US-Dollar Budgetobergrenze und bis zu 500 Prozent höhere Nenngebühren: Die wichtigsten Eckdaten für die Zukunft liegen auf dem Tisch

(Motorsport-Total.com) - Im Zuge der Verhandlungen über ein neues Concorde-Agreement ist die geplante Erhöhung diverser FIA-Gebühren ein wichtiges Thema. Seit dem Gipfeltreffen am Montag in Paris scheint auch festzustehen, wie die Gebühren für die WM-Nennung der Teams und die Superlizenzen der Fahrer in Zukunft konkret abgerechnet werden sollen. Am Freitag waren diese Dinge bei einem weiteren Meeting zwischen Bernie Ecclestone und Vertretern der Teams erneut Thema.

Christian Horner

Die vielen Daten für die Monitore an der Boxenmauer stellt die FIA zur Verfügung Zoom

Im Raum steht laut Informationen von 'Motorsport-Total.com' eine Grund-Nenngebühr in der Höhe von 500.000 US-Dollar (statt Euro, was momentan wegen des Wechselkurses eine Ersparnis von 23 Prozent bedeutet), zu der für jeden gewonnenen WM-Punkt weitere 5.000 Dollar dazukommen würden. Einzige Ausnahme ist das Team des Konstrukteurs-Weltmeisters, das für seine erfolgreiche Saison 6.000 statt 5.000 Dollar pro Punkt überweisen müsste.

Sprich: Red Bull hätte die FIA-Nennung für die Saison 2011 (Konstrukteurs-Weltmeister mit 650 Punkten) genau 4,4 Millionen Dollar (3,4 Millionen Euro) gekostet. Das entspräche beinahe einer Verfünffachung der derzeitigen Jahres-Nenngebühr in der Höhe von 700.000 Euro, in die Dienstleistungen wie die Wetterdaten von Meteo France oder auch die Zeitnahme sowie das FIA-Personal an den Rennstrecken eingeschlossen sind.

Kleine Teams würden Geld sparen

Während die großen und - in abgeschwächter Form - auch die mittelständischen Teams draufzahlen würden, käme die neue Gebührenstruktur den drei Hinterbänkler-Teams Caterham, Marussia und HRT, die in ihrer Geschichte noch nie einen einzigen WM-Punkt geholt haben, sogar entgegen. Statt 700.000 Euro müssten sie nur noch 500.000 Dollar berappen. Das wäre beim jetzigen Wechselkurs ein Minus von immerhin 45 Prozent.

Bernie Ecclestone und Jean Todt

Bernie Ecclestone und Jean Todt kämpfen weiterhin um Macht und Geld Zoom

Auch bei den Fahrer-Superlizenzen soll ein erfolgsorientiertes Modell eingeführt werden. Vorgesehen sind 10.000 Dollar Grundgebühr plus weitere 1.000 Dollar pro WM-Punkt. Weltmeister Sebastian Vettel hätte vergangene Saison also 402.000 Dollar (311.000 Euro) an die FIA überweisen müssen, während etwa Timo Glock mit weniger als 2,5 Prozent dieser Summe durchgekommen wäre. Unterm Strich bleibt stehen: Erfolg muss man sich künftig leisten können!

Dafür soll den größten Teams auch beim Sparen geholfen werden, konkret über die Einführung einer Budgetobergrenze. Diese soll laut Informationen von 'Motorsport-Total.com' auf 250 Millionen Dollar (193 Millionen Euro) festgelegt werden. Zum Vergleich: Red Bull gab mit seinen beiden Formel-1-Firmen 2011 umgerechnet 488 Millionen Euro für das Engagement in der Königsklasse aus, wovon vermutlich zwischen 300 und 350 Millionen auf das A-Team Red Bull Racing entfallen sind.

Nur Topteams würden sparen müssen

Einschränken müssten sich bei einer solchen Budgetobergrenze wahrscheinlich nur Ferrari, Red Bull, McLaren und Mercedes, während der Jahresetat des kleinsten Teams HRT schon jetzt nur bei ungefähr einem Fünftel der neu anvisierten Summe liegt. Unterm Strich bleibt stehen, dass die finanziellen Fragen geklärt zu sein scheinen: "Mit dem Geld ist bis 2020 alles geregelt", bestätigt Ecclestone gegenüber 'Sky Sports F1'.


SNTV: Gipfeltreffen in Paris

Der Grund dafür, dass die FIA im neuen Concorde-Agreement deutlich höhere Gebühren unterbringen möchte, ist übrigens schnell erklärt: Der Weltverband verdient weniger als früher an den Formel-1-Rechten mit, der Aufwand ist in den vergangenen Jahren aber größer geworden. Dadurch entsteht im Budget eine Lücke, die nun zum Beispiel mit der Eintreibung von höheren Gebühren oder Geldstrafen gestopft werden muss.

Todt wehrt sich gegen Vorwürfe

Außerdem vermutet Ecclestone, dass auch der persönliche Stolz von FIA-Präsident Jean Todt ein Grund sein könnte: "Er will die FIA auf die gleiche Stufe wie die FIFA, das IOC und all diese Organisationen stellen", sagt der Formel-1-Geschäftsführer. "Er wünscht sich schöne Büros, damit die FIA wie ein Prestige-Verband daherkommt." Todt wird aus manchen Ecken sogar unterstellt, er würde Macht gegen Geld eintauschen.

"Ich würde nie zulassen, dass Dinge, die in unsere Zuständigkeit fallen, von irgendjemand anderem behandelt werden." Jean Todt

Das dementiert der Franzose aber vehement: "Der Einfluss der FIA muss größer werden und darf nicht ausgelöscht werden", fordert Todt gegenüber der 'Financial Times'. "Wenn ich lese, dass wir Kontrolle verlieren werden, muss ich lächeln. Ich würde nie zulassen, dass Dinge, die in unsere Zuständigkeit fallen, von irgendjemand anderem behandelt werden." Aber: "Wir können kein Verband ohne Einkommen sein", gibt der frühere Ferrari-Teamchef zu.

"Wo also finden wir unser Einkommen? Wenn einem manchmal die Zahlen in die Hände fallen, dann liest man, dass die Formel 1 ein Eineinhalb- oder Zwei-Milliarden-Dollar-Business ist. Die FIA ist eine Non-Profit-Organisation, aber wir müssen unsere Organisation irgendwie betreiben", argumentiert Todt und formuliert Ziele: "Wir müssen die Entwicklung des Sports ermutigen, aber auch die Entwicklung für verbesserte Verkehrssicherheit."

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