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Cockpitschutz für 2017: "Aeroscreen" fiel im FIA-Test durch

Dass die FIA beim Cockpitschutz für 2017 "Halo" den Vortritt gab, soll vor allem mit schlechten Testergebnissen der "Aeroscreen"-Alternative zu tun haben

(Motorsport-Total.com) - Im vergangenen Monat gab der Automobil-Weltverband FIA der Einführung des "Halo"-Cockpitschutzes für das nächste Jahr grünes Licht. Red Bulls Variante einer Windschutzscheibe sei vor allem aus Termingründen ausgeschieden, hieß es damals. Offenbar spielten bei der Entscheidung gegen den "Aeroscreen" auch Testergebnisse der FIA eine Rolle. Sie soll einen Tag vor dem entscheidenden Meeting eigene Tests durchgeführt haben, in denen die Scheibe den Anforderungen nicht entsprach.

Daniel Ricciardo

Daniel Ricciardo testete den "Aeroscreen" beim ersten Freien Training in Sotschi Zoom

Obwohl Red Bull selbst das Video eines statischen Tests veröffentlicht hatte, bei dem ein Reifen mit hoher Geschwindigkeit an der Scheibe abprallte, habe die FIA das System nach ihrer Auswertung als nicht erfolgreich eingestuft. Laut einer Quelle "verliefen die jüngsten Tests des 'Aeroscreen' nicht so gut wie erwartet" und zeigten, dass "noch viel mehr Entwicklung nötig ist". Vor allem der freie Raum rund um den Helm des Fahrers sei im Verhältnis zur Kante der Windschutzscheibe als Problem wahrgenommen worden.

Demnach bestehe die Gefahr, dass der Helm im Falle eines Unfalls oder anders gearteten Aufpralls mit der Kante kollidieren könnte und sich die wirksamen G-Kräfte so noch weiter potenzieren. Auch an der Robustheit der Vorrichtung habe es im aktuellen Entwicklungsstand Zweifel gegeben. Da für den "Halo"-Cockpitschutz keines dieser Probleme festgestellt werden konnte, komme dieser "als einzige Lösung" in Frage, für die eine Einführung im Jahr 2017 als realistisch erachtet werde.


Statischer Test des "Aeroscreen" von Red Bull

Damit ist die Windschutzscheibe jedoch keineswegs aus dem Rennen und steht als potenzielles Sicherheitssystem für 2018 weiterhin zur Diskussion. Denn auch der "Halo" hat seine Schwachstellen: Insbesondere der Platz zwischen den Streben und dem Cockpit bleibt die Achillesverse dieser Variante, sollte ein kleineres Objekt als beispielsweise ein Rad auf das Auto zufliegen und sich seinen Weg bahnen. Für den Moment will die FIA das "Halo"-System aber etablieren, da es zumindest einen gewissen Schutz gewährleistet.

Ausgehend vom Prototypen, den Ferrari im Rahmen der Saisonvorbereitung testete, wird das System bis zur finalen Version weiter verfeinert. Es soll aus Titanium gefertigt werden und für alle Fahrer einheitlich sein. Zu diesem Zweck wird eine Drittpartei mit der Herstellung beauftragt, die im Zuge eines offiziellen Ausschreibungsverfahrens gefunden werden soll. Dennoch halten einige im Paddock die Einführung für überstürzt und befürworten eine Verschiebung auf 2018, bis die idealste Lösung sichergestellt ist.

Sebastian Vettel, Halo

Ferrari testet das "Halo"-System: Es soll 2017 als Cockpitschutz eingeführt werden Zoom

Red Bulls Variante eines Cockpitschutzes scheint indes auch außerhalb der Formel 1 für Anregungen zu sorgen: Das Konzept des "Aeroscreens" wird in Ansätzen bereits in der IndyCar-Serie besprochen. Für Red Bull selbst steht und fällt die weitere Entwicklung der Windschutzscheibe mit den Kosten. Der britische Rennstall hat bereits beträchtliche Ressourcen in die Sicherheitsinnovation gesteckt - und das obwohl er für die kommende Saison zugleich zahlreiche weitere Neuregelungen adaptieren muss.

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