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Button: Du weißt nicht, wie du dich fühlen sollst

Die ungewisse Zukunft belastet Jenson Button, doch der Brite versucht das Beste daraus zu machen und genießt sein vermutlich letztes Rennen in der Formel 1

(Motorsport-Total.com) - Mit 34 Jahren ist Jenson Button nach Kimi Räikkönen zwar nur der zweitälteste Fahrer im aktuellen Feld der Formel 1, doch mit bisher 265 Grands Prix ist er der erfahrenste Pilot der aktuellen Riege. Doch jetzt scheint seine 15. auch zugleich seine letzte Saison in der Formel 1 zu werden. McLaren will sich erst im Dezember zu seiner Fahrerpaarung äußern, doch es wird immer wahrscheinlicher, dass das Team aus Woking auf Kevin Magnussen und Fernando Alonso für die kommende Saison setzen wird.

Jenson Button

Wird Jenson Button in der nächsten Saison noch seinen Helm in der Formel 1 tragen? Zoom

Ginge es allein nach den Statistiken, müsste sich das Team allerdings für den Briten entscheiden. Denn Button konnte Magnussen in seiner ersten Formel-1-Saison sowohl bei den Punkten, als auch im Qualifying-Duell klar hinter sich lassen. Entsprechend meint Teamchef Eric Boullier: "Wenn es nur um Statistiken gehen würde, wäre es sehr einfach. Ich würde einfach nur auf meinen Taschenrechner schauen und könnte eine Entscheidung treffen, aber so einfach ist es nicht." McLaren setzt stattdessen wohl lieber auf die Jugend und lässt Button ziehen.

Doch bis eine endgültige Entscheidung gefallen ist, hängt vor allem Button noch in der Luft: "Mir geht und ging da schon die vergangenen Monate viel durch den Kopf. Wenn du aus dem Auto steigst, weißt du nicht, wie du dich fühlen sollst", erklärt der Brite. "Wenn ich aber das Auto fahre, ist es anders. Da fühle ich mich wie zu Hause. Vielleicht genieße ich das Fahren deswegen auch mehr, weil ich dann weg von den ganzen Fragen und allen Leuten bin, die mich mehr als sonst anlächeln. Es ist wirklich eine seltsame Situation."

Button: "Für mich ist es wichtig, den Tag zu genießen"

Doch für den 15-maligen Grand-Prix-Sieger gilt vor allem das hier und jetzt: "Für mich ist es wichtig, den heutigen Tag zu genießen. Im Freien Training war es sehr schwierig für uns als Team, aber ich hatte das Gefühl, dass wir uns zurück gekämpft haben. Ein bisschen enttäuschend verlief der letzte Qualifying-Abschnitt mit dem vielen Verkehr. Aber ich habe mich auf Platz acht qualifiziert und hoffe, dass es eine Position ist, auf die wir im Rennen aufbauen können", so Button.

Doch der Kart-Europameister von 1999 schien schon vor dem letzten Rennen der aktuellen Saison etwas zu ahnen und brachte deswegen seine ganze Familie mit nach Abu Dhabi: "Es sind alle da, meine Freundin kommt dann noch zum Rennen. Sie war auf einer Hochzeit. Aber meine ganze Familie wird dann hier sein und ich werde es mit ihnen genießen, was auch immer passiert", so Button. Zuversicht klingt anders. Auch auf Twitter scheint er sich schon mit einem potenziellen Abschied aus der Königsklasse zu arrangieren. Twitter-Bilder aus seinem persönlichen Raum im Team-Truck scheinen das zu bestätigen.

Das Ende der Karriere immer im Hinterkopf

"Das Bild in meinem Zimmer war ein nettes Geschenk der BBC und hing an der Wand bei meinem Physiotherapeuten. Das hatte überhaupt nichts mit mir zu tun", erklärt der ehemalige Weltmeister. "Die meisten der Sachen, die man da auf Twitter sieht, sind nicht von mir, das haben andere gemacht die annehmen, was passieren wird oder welche Entscheidungen getroffen werden", versucht Button zu erklären. "Ich hoffe einfach, dass es nicht mein letzter Grand Prix ist, denn ich habe noch einiges zu geben. Aber natürlich habe ich es im Hinterkopf, dass es das letzte Rennen sein könnte."

"Neben der Strecke sprechen wir deutlich mehr als sonst über gewisse Sachen." Jenson Button

Entsprechend will der Brite jeden Moment der ihm noch in der Formel 1 bleibt genießen: "Egal ob es Bilder an der Wand sind oder ohne ohne Shirt zu fahren. Das habe ich übrigens die letzten fünf Rennen gemacht, weil es draußen verdammt heiß ist. Ich bin aber grundsätzlich hier um meinen Job zu machen, meine beste Leistung zu zeigen. Aber neben der Strecke sprechen meine Familie und Freunde über gewisse Sachen deutlich mehr als sonst. Aber bis jetzt genieße ich das Wochenende einfach und freue mich, dass meine Familie dabei ist."