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  • 19.11.2008 · 09:21

  • von Roman Wittemeier

Buemi: 120 Prozent für das Formel-1-Cockpit

Sébastien Buemi gilt als Favorit auf ein Cockpit bei Toro Rosso: "Ich bin jung und lerne schnell" - Vertrag schon unter Dach und Fach?

(Motorsport-Total.com) - Der Testplan von Toro Rosso gibt einen deutlichen Hinweis auf die Rollenverteilung im Kampf um die zu vergebenen Cockpits. Während Takuma Sato und Sébastien Bourdais nur je eineinhalb Tage lang in den Testbetrieb dürfen, ist Sébastien Buemi volle drei Tage in Barcelona unterwegs. Der Schweizer gilt als klarer Favorit auf die Nachfolge von Sebastian Vettel, obwohl der japanische Konkurrent an beiden Tagen schneller war und auch Bourdais brauchte nur einen halben Tag, um Buemi in den Schatten zu stellen.

Sebastien Buemi

Sebastien Buemi möchte die Chance bei den Tests in Barcelona ergreifen

"Ich bin jung und ich lerne schnell", beschrieb Buemi seine Vorzüge im Interview mit 'formula1.com'. Der 20-Jährige kommt aus der Talentschmiede von Red Bull und hat daher ohnehin gute Verbindungen zum Team. "Viele wollen einen jungen und einen erfahrenen Piloten in den Cockpits haben, wie es zum Beispiel bei Renault der Fall ist. Die jüngste Vergangenheit hat außerdem gezeigt, dass die jungen Leute sofort gute Ergebnisse abliefern können."#w1#

In der Formel 1 sei ein Trend zur Jugend kaum zu übersehen, freute sich der Schweizer. Der große Erfolg von Sebastian Vettel im vergangenen Jahr habe den Toro-Rosso-Verantwortlichen nachhaltig bewiesen, dass man auch als Jungspund siegen kann: "Ich will einen guten Job machen und hoffe darauf, dass ich es ihm in der kommenden Saison nachmachen kann. Ich will auch möglichst viel von ihm lernen. Wir sind ja alle Teil der Red-Bull-Familie."

Buemi will sich mit schnellen Runden und konzentrierter Testarbeit auch am Mittwoch in die Herzen der Toro-Rosso-Mannschaft fahren. Mehr kann er nicht tun, außer auf eine Entscheidung zu warten. "Sie haben mir nichts gesagt. Ich weiß nicht, wie lange es noch dauern wird. Das ist eine etwas schwierige Situation, aber ich möchte jetzt erst einmal nur an den Test denken und noch nicht darüber nachdenken, was alles passieren kann. Letztlich hängt es nur davon ab, ob ich einen guten Job mache."

Falls es mit dem schnellen Einstieg in die Formel 1 nicht klappe, werde er ein Jahr in der GP2 anhängen, sagte Buemi zu seinem Alternativprogramm. Nach vielen Jahren könnte mit dem 20-Jährigen endlich wieder die Reihe von schweizerischen Grand-Prix-Piloten fortgesetzt werden. Der letzte Eidgenosse, der an einem Formel-1-Rennen teilnahm, war Jean-Denis Deletraz 1995. "Ich brauche aber keine Extra-Motivation", sagte Buemi. "Ich bin 120 Prozent darauf fokussiert, diesen Formel-1-Platz zu bekommen."