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Bridgestone hielt eigene Pressekonferenz ab

Der japanische Reifenhersteller hielt auf dem Nürburgring eine interessante Pressekonferenz ab

(Motorsport-Total.com) - Im Rahmen des Großen Preises von Europa auf dem Nürburgring, hielt Reifenhersteller Bridgestone eine eigene Pressekonferenz ab. Darin äußerten sich der Technische Direktor von BAR, Malcolm Oastler, der Chefingenieur von Jordan, Tim Holloway, sowie Hirohide Hamashima, der Leiter der Entwicklungsabteilung von Bridgestone, zum Thema Reifen. Alle Personen verrieten dabei interessante Sachen über die Zusammenarbeit zwischen ihren Teams mit Bridgestone, und wo teilweise die Probleme der Rennställe liegen, schaut man sich einmal ihre unterschiedlichen Leistungen an.

Reifen

Die Reifen sind in der Formel 1 der Schlüssel zum Erfolg

Frage: "Hirohide Hamashima, erzählen Sie uns doch bitte etwas über den Nürburgring und welche Besonderheiten diese Strecke in Bezug auf die Reifen hat.?
Hirohide Hamashima: "Für die Reifen ist diese Strecke kein große s Problem. Hauptsächlich geht es darum, dass die Reifen beim Bremsen den Fahrern in ihren Autos Grip liefern. Aus diesem Grund haben wir hierher einen mehr Haftung bietenden Reifen mitgebracht."

Frage: "Bedeutet das einen weicheren Reifen?"
Hamashima: "Nein, denn der Reifen ist nicht nur weicher, sondern bietet mehr Grip und besitzt eine höhere Haltbarkeit."

Frage: "Wie sind die bisherigen Weiterentwicklungen verlaufen und wie viele neue Reifenmischungen haben Sie entwickelt?"
Hamashima: "Wir haben hier auf dem Nürburgring zwei neue Reifenentwicklungen am Start. Unsere Partner-Teams haben diese beiden Reifen in Magny-Cours und Silverstone getestet und erklärt, dass sie mit dem zur Verfügung gestellten Grip und dem geringeren Verschleiß zufrieden sind."

Frage: "In Sachen Weiterentwicklung müssen Sie mit ihrem Mitbewerber Schritt halten. Was bedeutet das für Sie? Wie oft wird Bridgestone neue Reifen mitbringen?"
Hamashima: "Wenn eine ständige Weiterentwicklung bedeutet, dass man dadurch neue Reifen hervorbringt, dann würden wir gerne jedes Rennen einen neuen Reifen zur Verfügung stellen. Jedoch ist oftmals der in einem Grand Prix ausgiebig getestete Reifen besser als eine Neuentwicklung. Wir wägen da also ab."

Frage: "Werden bei jedem Test neue Reifen getestet?"
Hamashima: "Ja, selbstverständlich. Unser technisches Entwicklungszentrum in Japan hat sehr viele Ideen, sodass wir bei jeder Testfahrt neue Reifen ausprobieren, was unsere Teams auch begrüßen. Stellt sich bei den Testfahrten heraus, dass ein Reifen sehr gut ist, dann beginnen wir umgehend mit der Herstellung, sodass er beim nächsten Rennen zum Einsatz kommen kann."

Frage: "Es zeichnet sich derzeit der Trend ab, insbesondere bei den Fahrern der Top-Teams, dass die Piloten immer länger auf der Strecke bleiben und erst sehr spät an die Box kommen. Entwickelt Bridgestone ganz speziell Reifen, die zur Bewältigung einer besonders hohen Anzahl an Runden gedacht sind?"
Hamashima: "Der Fokus bei der Entwicklung liegt darauf, dass wir mehr Grip, längere Haltbarkeit und eine höhere Widerstandsfähigkeit bei Hitze erzielen."

Frage: "Malcolm, können Sie uns verraten welche Gespräche zwischen Bridgestone und BAR vor kurzem stattgefunden haben? Was fordern Sie für Reifen?"
Malcolm Oastler: "Wir wollen jede Woche einen besseren Reifen, aber das ist ja nichts außergewöhnliches. Unser Verhältnis zu Bridgestone ist sehr gut. Wir sehen Sie bei jedem Test und diskutieren in der Woche nach den Testfahrten mit dem technischen Personal von Bridgestone die Ergebnisse und Schlussfolgerungen aus den Tests, sowie was zukünftig zu erwarten ist. An einem Rennwochenende sprechen wir über die Reifen in Bezug auf deren Verschleiß, Abrieb und die unterschiedliche Performance zwischen den zwei Mischungen. Die Beziehung zwischen unserem Team und den Leuten von Bridgestone ist wirklich gut. Dessen bedarf es aber auch, will man das Beste aus einer Zusammenarbeit holen."

Frage: "Aber das ist doch gar nicht so einfach oder? Auf der einen Seite entwickelt ihr Team das Auto, während Bridgestone die Reifen entwickelt ..."
Oastler "Stimmt, aus diesem Grund ist auch eine gute Verständigung untereinander sehr wichtig. Bridgestone muss schließlich wissen, was wir mit dem Auto vorhaben und wie wir mit den Reifen zurechtkommen. Wir sind aber nicht das einzige Team, welches von Bridgestone beliefert wird, insofern machen sie ihren Job wirklich gut. Es ist sehr gut, dass Bridgestone mit verschiedenen Teams auf unterschiedlichen Strecken. Durch die intensive Zusammenarbeit tauschen wir aber nicht nur unsere Erfahrungen aus, sondern können auch schnell neue Erkenntnisse sammeln, wozu wir eigenständig sonst wesentlich länger benötigen würden."

Frage: "Welchen Einfluss haben die Reifen auf die Weiterentwicklung des Autos ihrer Meinung nach?"
Oastler "Mit einer Veränderung der Auflagefläche der Vorderreifen müssen wir die Balance des Autos, die Neigung der Reifen zur Strecke, sowie den Luftdruck ständig den Gegebenheiten anpassen. Aber das sind Dinge, die sich recht schnell an einem Auto verstellen lassen. Das Konzept oder Design eines Autos wird durch die Reifen nicht so sehr beeinflusst."

Frage: "Wir sind jetzt in der Mitte der Saison, steht BAR leistungsmäßig dort, wo sie erwartet hatten zu stehen? Und wie hat sich Bridgestone bislang bewährt?"
Oastler "Was BAR anbelangt, so sind wir ein wenig hinter unseren eigenen Erwartungen zurückgeblieben. Letztes Jahr wurden wir Fünfter in der Konstrukteurswertung, derzeit liegen wir nur an sechster Stelle. Das möchten wir natürlich gerne ändern. Wir wollen unsere Leistungsfähigkeit verbessern, anstatt auf der Stelle zu treten oder zurück zu fallen. Bislang haben wir also noch nicht alles erreicht was wir uns vorgenommen haben. Allerdings ist unser Auto schon sehr gut und auch das Potenzial ist zweifelsohne vorhanden. Wir haben lediglich nicht alle unseren Chancen nutzen können. Was die Performance von Bridgestone betrifft, so führen Sie ja ganz offensichtlich die Wertungen an und haben am meisten Siege geholt. Bridgestone und Michelin sind vermutlich die besten Reifenhersteller der Welt, sodass man bei Michelin schon von einem starken Konkurrenten ausgehen kann. Es wäre meiner Meinung nach schon etwas überraschend gewesen, hätte ein Team wie Williams, welches viele Male Weltmeister geworden ist, nicht wie gesehen ein paar Achtungserfolge feiern können."

Frage: "Tim Holloway, wonach beurteilen Sie die Leistungen der Reifen während eines Rennwochenendes, und wodurch wird ihre Meinung beeinflusst?"
Tim Holloway: "Während eines Rennwochenendes beurteilt man die Reifen ihrem Verhalten in verschiedenen Situationen nach. Die Qualifikation ist sehr wichtig, denn ohne eine gute Startposition wird es im Rennen meist sehr schwer. Hauptsächlich versucht man die Reifen, welche man in der Qualifikation optimal nutzen kann im Rennen so zu optimieren, damit sie möglichst viel Haftung bieten."

Frage: "Mit dem Trend immer länger auf der Strecke zu bleiben, was können Sie da tun, damit die Reifen möglichst lange und optimal funktionieren?"
Holloway: "Aus Sicht des Teams tun wir dafür eine ganze Menge. Wir verstehen die Funktionsweise der Reifen immer besser und können so die Balance und Gewichtsverteilung auf mechanischer Seite ein wenig verändern. In Sachen Aerodynamik entwickeln wir ja ständig weiter, sodass die Reifen davon profitieren und wir deren Potenzial auch optimieren."

Frage: "Was können Sie denn tun, damit Sie schneller unterwegs sind und der Jordan-Honda zuverlässiger wird?"
Holloway: "In der Qualifikation sind wir bislang weit konkurrenzfähiger gewesen als im Rennen. Eine unserer Aufgaben ist es deshalb, dass wir die Haltbarkeit der Reifen während des Rennens maximieren. Darauf haben wir uns zum Beispiel auch bei den Testfahrten konzentriert."

Frage: "Und theoretisch hilft genau das, damit Sie die weichere Reifenmischung benutzen können?"
Holloway: "Wir sind bislang in allen Rennen mit der weicheren Reifenmischung gefahren. Die Qualifikation ist dermaßen wichtig, dass wir die weichen Reifen gewählt haben. Wir studieren aber genau die gesammelten Daten, sodass wir die Performance der Reifen für das Rennen verbessern können."

Frage: "Also haben Sie in Silverstone letzte Woche genau an der Optimierung der Leistungsfähigkeit der weicheren Reifenmischung in Bezug auf die eigene Konkurrenzfähigkeit im Rennen gearbeitet?"
Holloway: "Ja, wir haben in Silverstone ziemliche lange Runs absolviert und versucht die Haltbarkeit der Reifen zu maximieren."

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