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Brawn ist gegen Änderungen bei Reifenzuteilung

Mercedes-Teamchef Ross Brawn will von Reifenverschwendung nichts wissen: "Man sollte es so lassen, wie es jetzt ist"

(Motorsport-Total.com) - Die Formel 1 befindet sich nach fetten Jahren derzeit in einer Phase der freiwilligen Enthaltsamkeit. Es gibt kaum noch Testfahrten, die Windkanäle dürfen nur noch begrenzt genutzt werden, die Teams haben sich mit dem Resource-Restriction-Agreement (RRA) auf einen Sparkurs begeben. Vor diesem Hintergrund stößt es den Fahrern aktuell übel auf, dass man offenbar mit den Reifen verschwenderisch umgeht. Am Ende eines jeden Rennwochenendes bleibt meist ein Reifensatz übrig.

An Reifen mangelt es offenar nicht: Pirelli gibt reichlich Gummi

Pirelli plant auf Grundlage dessen leichte Anpassungen zum kommenden Jahr. "Wir müssen schauen, dass dieser Reifensatz irgendwie genutzt wird", so die Ankündigung von Pirelli-Motorsportchef Paul Hembery im Rahmen des FOTA-Fanforums am Mittwoch in Mailand. "Man kann nicht jedes Rennwochenende ohne verbleibenden Reifensatz abschließen. Wenn dem so wäre, dann würde man immer wieder Rennen erleben, in denen einem die Reifen plötzlich ausgehen", widerspricht Mercedes-Teamchef Ross Brawn.

"Ob man Anpassungen vornehmen könnte? Ja, vielleicht. Ich bin aber der Ansicht, dass das gesamte Reifenthema in diesem Jahr perfekt funktioniert. Mit Veränderungen sollte man aso entsprechend vorsichtig sein", mahnt der Brite. "Wenn man den übrig bleibenden Reifensatz als Verschwendung empfindet, dann sollte man sich vielleicht ein System überlegen, sodass man diesen Satz mit ins folgende Rennwochenende nehmen kann. Das könnte für eine effizientere Nutzung sorgen."

"Das bisherige System funktioniert und hat sich gerade erst etabliert. Warum sollten wir nun schbon wieder etwas daran ändern? Das kann doch nur für Verwirrung sorgen", stellt Brawn seine Sicht der Dinge dar. Die Fahrergewerkschaft GPDA wünscht sich Veränderungen. Der Mercedes-Teamchef appelliert: "Lasst es so, wie es jetzt ist. Am besten schauen wir es uns ein weiteres Jahr an. Wenn dann Hinweise kommen, dass man etwas ändern sollte, dann können wir dann darüber reden."