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  • 23.11.2023 17:31

  • von Stefan Ehlen, Co-Autor: Alex Kalinauckas

"Beste Saison": Die Bilanz von Alonso zum ersten Jahr mit Aston Martin

Wie Formel-1-Fahrer Fernando Alonso seine Saison 2023 bei Aston Martin einschätzt und warum ihn das erste gemeinsame Jahr nur noch mehr motiviert

(Motorsport-Total.com) - "Ich bin zufrieden mit meiner persönlichen Leistung", sagt Fernando Alonso am Ende der Formel-1-Saison 2023. Aber diese Einschätzung macht der Aston-Martin-Fahrer nicht etwa an seinen acht Podestplätzen fest, sondern "an meinem Fahren". Und so lautet sein Fazit: "2023 war gemeinsam mit 2012 meine beste Saison. Ich war zufrieden mit allem."

Titel-Bild zur News: Fernando Alonso lacht auf dem Formel-1-Podium in der Saison 2023

Fernando Alonso lacht auf dem Formel-1-Podium in der Saison 2023 Zoom

Er sei ständig "motiviert und fit" gewesen und habe "manchmal unter schwierigen Umständen" seine Leistung erbracht, meint Alonso. Explizit verweist er auf "Bahrain, Monaco, Kanada, Monza und Brasilien" als seine "Top-5-Rennen" in diesem Jahr.

Aber wieso Monza? Der Italien-Grand-Prix fällt auf, weil Alonso dort kein Top-3-Ergebnis erzielt hat, sondern "nur" den neunten Platz. Trotzdem sei es "Absicht", dass er diese Veranstaltung nenne, betont Alonso: "Ich stand dort nicht auf dem Podium und das Rennen ist keines, an das man sich erinnert, aber wir hatten dort das langsamste oder zweitlangsamste Auto, und wenn man das bedenkt, war es sehr gut."

Alonso: Monaco war unsere Siegchance

Nur eine Sache fehlt: ein Sieg. Denn Aston Martin schien gerade in der ersten Saisonphase drauf und dran, Red Bull schlagen zu können. "Ich glaube, das war möglich", meint Alonso.

"Wahrscheinlich waren wir in Monaco am dichtesten dran. Vielleicht hätte es dort eine andere Reifenentscheidung gerichtet. Vielleicht hätte es auch in Zandvoort klappen können, wenn wir beim Restart eine andere Position gehabt hätten. Also ja, es gab hier und da Möglichkeiten. Und ich glaube, wir verdienen es in diesem Jahr mehr als alle anderen."

Deshalb verspüre er auch "hundertprozentig" mehr Lust an der Formel 1 und sagt: "Motivation kommt immer mit Ergebnissen. Das kann man nicht verhehlen."

"Selbst wenn du sehr motiviert und sehr entschlossen bist, die Resultate sich aber mittel- bis langfristig nicht einstellen, dann ist es unmöglich, am Ball zu bleiben. Konkurrenzfähig zu sein, den Speed wieder zu fühlen, eine Podest- oder Siegchance zu haben, wenn alles perfekt läuft, das lässt dich alles ganz anders wertschätzen. Es war eine unglaubliche Saison."

Wie lange will Alonso noch weitermachen?

Und zumindest eine weitere wird noch folgen für Alonso in der Formel 1: Er ist auch 2024 gesetzt bei Aston Martin - und denkt noch nicht ans Aufhören.

"Ich habe schon oft gesagt, dass der Tag nicht kommen wird, weil ich mich nicht mehr motivieren kann oder weil ich mich langsam fühle. Wenn ich mal langsam werde, dann wird man das merken. Dann werde ich nicht mehr zufrieden sein mit meiner Leistung. Und dann bin ich der Erste, der sagt, es ist an der Zeit", sagt Alonso.

Nachsatz: "Ich glaube aber nicht, dass es so kommt. Denn ich habe extremes Selbstvertrauen in meine Leistung."

"Wenn man aber den straffen Rennkalender bedenkt, dann könnte es eines Tages passieren, dass ich vielleicht anderes machen will. Schauen wir mal, wie sich 24 Rennen anfühlen nächstes Jahr. Drei Rennen in Folge [wie] Las Vegas, Katar und Abu Dhabi [am Saisonende], sowas leert meinen Akku, aber nicht das Fahren."

Alonso: Hätte fast schon Ende 2009 aufgehört!

Dann räumt Alonso ein, dass er schon vor vielen Jahren ans Aufhören gedacht hatte: "2007 hatte ich gerade einen Dreijahresvertrag bei McLaren unterschrieben. Damals dachte ich, es wäre mein letzter Vertrag. Und jetzt stehen wir hier. Deshalb kann ich nichts über die Zukunft sagen."

Wohl aber über die Vergangenheit, die ihn nie zur gleichen Zeit im gleichen Team mit Formel-1-Stardesigner Adrian Newey sah. "Er ist dafür verantwortlich, dass 19 Fahrer zwei Jahrzehnte lang keine Titel gewonnen haben!" Das sagt Alonso und lacht.

Ernsthaft fügt er hinzu: "Adrian ist eine unglaubliche Person, und ich darf mich glücklich schätzen, im gleichen Umfeld tätig zu sein. Selbst wenn wir nie etwas zusammen gemacht haben: Ich freue mich, in dieser Zeit zu leben und zu fahren. Und ich wünschte, eines Tages könnte ich mit ihm arbeiten."

Adrian Newey

Formel-1-Stardesigner Adrian Newey arbeitete immer für die Alonso-Konkurrenz Zoom

Zumindest kurzfristig klappt das nicht, weil Alonso an Aston Martin gebunden ist und Newey erst im Mai 2023 einen "mehrjährigen Vertrag" bei Red Bull unterschrieben hat. Damit bleiben Alonso und Newey vorerst Gegner auf der Rennstrecke.

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