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Auf Williams' Spuren: Wie Lotus 2015 zurückschlagen will

Nach der Enttäuschung 2014 will sich Lotus mit dem E23 an der Spitze zurückmelden: Wie er aussehen wird, wie die Entwicklung läuft und wo die Schlüsselpunkte liegen

(Motorsport-Total.com) - Das Jahr 2014 war in der Geschichte des Lotus-Teams ein Ausrutscher. Derzeit liegt das Team aus Enstone auf dem achten Platz, während man sich sonst stets im Spitzenfeld wiederfand. Der personelle Aderlass, der zickige Renault-Motor und ein Auto, das auch aerodynamisch nicht optimal funktioniert, sind die Gründe für den Rückfall.

Romain Grosjean, Nase, Lotus

Erster Eindruck: So ähnlich wird die Nase des Lotus E23 aussehen Zoom

2015 will man sich wieder in alter Stärke präsentieren. Dass dies nicht reines Wunschdenken ist, hat das Williams-Team dieses Jahr vorgemacht. Und Lotus geht den gleichen Weg: Wie die Truppe aus Grove wechselt man von Renault ebenfalls auf die überlegenen Mercedes-Antriebseinheiten. Die Vorbereitungen für das erhoffte Comeback-Jahr an der Spitze sind längst angelaufen.

Aerodynamik: Lotus muss Fortschritte machen

Besonderes Augenmerk legt Technikchef Nick Chester dabei auf die Aerodynamik: "Da haben wir dieses Jahr Probleme. In gewissen Bereichen wollen wir die aerodynamischen Charakteristika verändern. Abgesehen davon geht es um den Einbau der Mercedes-Antriebseinheit."

"Ich sehe den E23 regelmäßig im Windkanal, und er sieht ziemlich gut aus." Nick Chester

Seit Januar dieses Jahres arbeitet man bereits am E23, das erste Chassis wird dieser Tage laminiert. Das ganze Auto soll dann Anfang Januar 2015 gebaut werden, damit man für die ersten Wintertests bereit ist. "Es handelt sich um einen normaleren Zeitrahmen als beim E22, mit dessen Entwicklung wir mehr als zwei Jahre vor der Präsentation begonnen haben", sagt Chester. Da man wegen des stabilen Reglements viele Teile übernehmen kann, ist man dieses Jahr nicht mehr mit einer derartigen Herkulesaufgabe konfrontiert.

Wie der E23 aussehen wird

Nase Lotus E22

Die Nase, die Lotus im Freien Training in Austin ausprobierte, in der Detailansicht Zoom

Die Regeln ändern sich im Bereich der Nase, wo ausgefallene Lösungen wie die zwei Zinken, die Lotus dieses Jahr einsetzt, nicht mehr erlaubt sind. Das wird sich vor allem optisch niederschlagen. "Die Nase wird anders aussehen, wie wir bereits im Freien Training in Austin gesehen haben - nennen wir es konventioneller", verrät der Technikchef.

"Die Verkleidung des E23 wird schlanker sein, die Motorabdeckung und der Heckflügel werden anders aussehen. Auch der Frontflügel wird sich bis zum ersten Rennen ziemlich verändern. In Wahrheit wird das ganze Auto ziemlich unterschiedlich aussehen. Ich sehe es regelmäßig im Windkanal, und es sieht ziemlich gut aus."

Umstellung auf Mercedes-Antrieb größte Baustelle

Nick Chester

Lotus-Technikchef Nick Chester überwacht den Entwicklungsprozess des E23 Zoom

Abgesehen von der Nase bleibt das Reglement stabil, doch Lotus sieht sich mit der Herausforderung konfrontiert, sich an eine neue Antriebseinheit anpassen zu müssen. "Das ist für uns die größte Änderung", bestätigt Chester. "Es handelt sich um ein umfangreiches Projekt, aber nicht so weitreichend wie die Entwicklung des E22."

Im Zentrum der Umstellung steht der Einbau der Antriebskomponenten, die beim Mercedes-Konzept anders arrangiert sind. Doch auch wenn man bei Renault geblieben wäre, hätte man sich umstellen müssen, da auch Renault in der Winterpause einige Änderungen vornehmen wird. "Das wird recht schmerzlos laufen", ist Chester zuversichtlich. "Mercedes hat klar gesagt, was sie in Hinblick auf den Einbau der Antriebseinheit benötigen."