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Andersons Update-Check: Toro Rosso top, Williams Flop

Ex-Designer Gary Anderson analysiert die Updates der Teams in Barcelona und hat besondere Tipps für McLaren übrig - Frontflügel als erste Baustelle?

(Motorsport-Total.com) - Der Spanien-Grand-Prix bildet als Europaauftakt in den vergangenen Jahren meist den Zeitpunkt, ab dem alle Teams mit ihrem ersten signifikanten Upgrade-Paket kommen, was die Reihenfolge in den vergangenen Jahren regelmäßig noch einmal durcheinandergewürfelt hat. Ein Element hier, ein Element da, überall gab es auf dem Circuit de Catalunya etwas Neues an den Autos zu bestaunen - Caterham brachte sogar ein ganz neues Auto mit in die katalanische Metropole.

Gary Anderson

Gary Anderson hat den besonderen Blick für technische Neuerungen

TV-Experte und Ex-Designer Gary Anderson nahm die Updates aller Teams unter die Lupe und urteilt, welches Team am besten, und welches am schlechtesten gearbeitet hat. Laut dem Briten hat sich ein Team in Spanien besonders hervorgetan: Toro Rosso, die einen neuen Unterboden, neue Seitenkästen und einen neuen Auspuff mit zum Europaauftakt gebracht haben. "Das schien ein signifikanter Schritt nach vorne zu sein", lobt Anderson bei der 'BBC'.

Daniel Ricciardo und Jean-Eric Vergne schnupperten am ganzen Wochenende an den Top 10, und verpassten den Einzug in Q3 am Samstag als Elfter und Zwölfter nur denkbar knapp. Ricciardo wurde für seine Fahrt am Sonntag auch mit einem Zähler belohnt. Sein Flop des Rennens ist dagegen eindeutig Williams. "Deren Paket hat offensichtlich absolut gar nichts gebracht - Pastor Maldonado und Valtteri Bottas haben ja nicht einmal Q1 überstanden."

Ein paar deutliche Worte findet der Ex-Jordan-Designer auch für McLaren, die über ihre erneut schlechte Form doch überrascht schienen. "Wenn ein Auto Probleme hat, weiß man manchmal nicht, was man zuerst entwickeln soll. Ich denke, das ist McLarens Situation." Seiner Meinung nach solle sich das Team von Martin Whitmarsh besonders mit dem Frontflügel beschäftigen. "Der Trend geht zu mehr und mehr Elementen an der Außenseite des Frontflügels. Aber McLaren ist einen anderen Weg gegangen."


Fotos: McLaren, Großer Preis von Spanien, Sonntag


Ferrari und Red Bull würden jeweils sieben separate Flaps auf ihrem Frontflügel besitzen, McLaren hingegen nur drei. "Für die meiste Zeit des vergangenen Jahres, wo sie meist das schnellste Auto hatten, hatten sie vier, und bei den letzten beiden, die sie gewonnen haben, fünf", hat Anderson beobachtet. "Weniger Elemente bedeuten mehr Abtrieb, aber es bedeutet auch, dass der Flügel anfälliger ist und Performance verliert, wenn der Luftstrom gestört ist."

Ein Fahrer würde somit ein inkonstantes Gripniveau haben und Vertrauen ins Auto verlieren. "Wenn du ein Problem mit dem Auto hast, ist es das letzte, was du willst", so Anderson. "McLaren muss die aerodynamische Plattform des Autos stabilisieren, selbst wenn es auf Kosten von ein wenig Abtrieb geht, und herausarbeiten was falsch läuft."