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Alles neu macht der Kolles: "So kann es nicht weitergehen!"

Colin Kolles betont, dass er bei der Veränderung von Caterham auch vor unpopulären Entscheidungen keinen Halt macht - Engagement ohne Einfluss auf Forza Rossa

(Motorsport-Total.com) - Colin Kolles möchte alles tun, um Caterham zu retten. Der ehemalige Teamchef von Force India und HRT soll nun als Berater an der Seite von Ex-Pilot Christijan Albers die Geschicke in Leafield leiten und das Team wieder in ruhigere Fahrwasser führen. Als Feuerwehrmann hat sich der gelernte Zahnarzt schon öfter bewiesen, diese Aufgabe steht ihm auch bei Caterham wieder bevor - und er will und wird sie lösen, wie er betont.

Colin Kolles

Er ist wieder da: Colin Kolles hat bei Caterham einiges vor Zoom

Die erste sichtbare Veränderung ist natürlich auf die Personalstruktur an der Spitze des Teams zurückzuführen, doch auch ein paar Ebenen darunter will der Deutsche kräftig anpacken. "Es wird noch mehr Veränderungen geben. Ich bevorzuge, 200 sichere Jobs zu haben als 300 verlorene", so Kolles im Interview mit 'Reuters'. "Manchmal muss man unpopuläre Entscheidungen treffen. Aber glaubt mir, gewisse Leute wissen und verstehen, dass Änderungen gemacht werden müssen. So kann es auf jeden Fall nicht weitergehen. Das ist unmöglich", betont er weiter.

Erste sichtbare Veränderungen gab es auch auf dem grünen Boliden: Mit dem Abgang von Teameigner Tony Fernandes verschwanden auch zahlreiche Sponsorenlogos aus dessen Portfolio, inklusive der Fluglinie AirAsia. Auch andere Sponsoren wie Airbus oder General Electric waren plötzlich verschwunden. Nur zahlende Partner kommen bei Kolles auf das Auto, sagt er: "Ich bin hier nicht als Wohltäter. Was man sieht, ist die Realität", so der 46-Jährige.

Finanzen nur ein Teilbereich

Finanziell soll es Berichten zufolge nie gut um das Team gestanden haben, doch Kolles betont, dass Caterham als Unternehmen schuldenfrei sei: "Viel konnte innerhalb von drei Tagen gelöst werden. Wir müssen aber immer noch mit Gläubigern verhandeln", so Kolles, der dabei vor allem über die Zulieferer spricht. Doch der Berater ist davon überzeugt, dass sich alles regeln lässt und Caterham sich noch für viele Jahre in der Startaufstellung befinden wird.


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Für ihn stellt sich die Frage nach dem Überleben des Teams eigentlich gar nicht: "Ich denke, das Team wird überleben. Die Frage ist nur: auf welchem Level?", so Kolles. Denn es reiche nicht aus, nur die Gläubiger zufriedenzustellen: "Gleichzeitig muss man sich finanziell gut aufstellen, man muss das ganze Unternehmen, das ein einziges Chaos ist, umstrukturieren, und man muss Updates ans Auto bringen und das am besten performende Paket aus Auto und Fahrer finden."

Kolles will offen mit den Fahrern umgehen

Apropos Fahrer: Gerüchten zufolge könnte nach der Umstrukturierung noch Bewegung in den Fahrermarkt kommen. Besonders das Cockpit von Kamui Kobayashi gilt als gefährdet, da der Japaner nicht so viele Sponsorengelder mitbringt wie sein schwedischer Teamkollege Marcus Ericsson. Nach Informationen von 'Motorsport-Total.com' gibt es mehrere Ersatzkandidaten, daraus macht auch Kolles keinen Hehl.

"Wir müssen und werden darauf schauen", erklärt er und will diesbezüglich offen mit seinen Fahrern umgehen. "Ich denke, ich bin immer transparent", sagt er und zeigt ein gutes Beispiel: "Der letzte Fahrer, den ich aus der Formel 1 entlassen habe, war Christijan Albers. Und jetzt ist er mein Teamchef. Das sollte einen Einblick geben, wie ich mit Leuten umgehe." Doch egal, welche Entscheidungen Kolles treffen wird, er ist überzeugt: "Die Mission ist hart, aber sie wird erfolgreich sein."

Kein Einfluss auf Forza Rossa

Christijan Albers

Christijan Albers: Einst gefeuert von Kolles, sieben Jahr später sein Teamchef Zoom

Übrigens: Dass Kolles nun als Berater bei Caterham auftaucht, habe keinen Einfluss auf die Bewerbung von Forza Rossa, mit denen er 2015 einen Einstieg in die Formel 1 plant. "Wir sind bei einem malaysischen Unternehmen. Das hat nichts mit dem rumänischen Projekt zu tun. Es ist schwierig, den Namen zu ändern und ein Unternehmen, das in Malaysia registriert ist, nach Rumänien zu bringen."

"Dieses Unternehmen (1Malaysia Racing Team; Anm. d. Red.) besitzt den Startplatz und man kann ihn nicht transferieren", erklärt er weiter. "Wenn das Unternehmen nicht mehr existiert, dann verliert man den Platz. Der Startplatz ist nicht mit einem Namen verbunden, sondern mit einer Unternehmensnummer." Allerdings ist es um Forza Rossa zuletzt stiller geworden als um Caterham.

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