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  • 28.09.2016 · 14:37

  • von Ian Parkes (Haymarket)

Abiteboul: Renault war bei Formel-1-Rückkehr naiv

Renault-Sport-Geschäftsführer Cyril Abiteboul sieht ein, dass Renault mit einem Schuss Naivität zurückgekehrt ist und die Entwicklung unterschätzt hat

(Motorsport-Total.com) - Renault-Sport-Geschäftsführer Cyril Abiteboul muss zugeben, dass die Formel-1-Rückkehr des Werksteams in dieser Saison härter als angenommen war, was auch durch einen Schuss Naivität zustande kam. Schon bei der Präsentation des Autos nur zwei Monate nach der Übernahme von Lotus musste Renault die Erwartungen für die Saison 2016 deutlich herunterschrauben. Und nach 15 Grands Prix besitzt das Team lediglich sieben Punkte auf dem Konto.

Jolyon Palmer

Renault erlebt 2016 nach der Rückkehr eine äußerst harte Saison Zoom

Abiteboul war immer darauf eingestellt, dass die Situation schwierig sein würde, aber er hatte nicht erwartet, dass es so hart sein wird, wie es sich dargestellt hat. "Man kann sagen, dass die Saison viel schwieriger als angenommen war. In gewisser Weise ist das eine weitere Demonstration der Pace, mit der sich die Formel 1 entwickelt", sagt der Franzose.

"Unser Auto ist nicht aus diesem Jahr, sondern wurde mehr oder weniger im Winter 2014/2015 designt. Wir haben im letzten Moment nur die notwendige Einführung des Renault-Motors hinzugefügt. Das war natürlich nicht die beste Entwicklung, aber wir konnten uns nicht vorstellen, dass in 18 Monaten eine solche Lücke von diesem Auto zu den anderen entstehen würde", so Abiteboul.

"Vielleicht waren wir ein wenig naiv, aber das liegt nun hinter uns", erklärt er weiter. "Wichtig ist, dass wir nun Rennen für Rennen die Ruhe bewahren und optimistisch und stur in Richtung des kommenden Jahres blicken. Wir müssen versuchen, die Motivation in beiden Teams (Chassis in Enstone und Motor in Viry; Anm. d. Red.) aufrecht zu halten und weiter in die richtige Richtung zu zeigen."

Vor den letzten sechs Saisonrennen liegt Renault auf Rang neun der Konstrukteurswertung - sechs, respektive sieben Punkte vor Manor und Sauber und 21 Zähler hinter Haas. Gerne würde Abiteboul Haas noch einholen, doch er muss zugeben, dass er das nicht für möglich hält: "Ich würde gerne um Rang acht in der Meisterschaft kämpfen, weil das die einzige Position ist, die wir ins Visier nehmen können", sagt er.

"Aber das wird eine harte Aufgabe, weil das Haas-Paket eindeutig konkurrenzfähiger als das Renault-Paket ist. Ich sehe nicht, wie wir genügend Punkte holen sollen, aber es ist das einzig mögliche Ziel - also bleibt es auch das Ziel." Beim vergangenen Rennen in Singapur holte Kevin Magnussen mit Rang zehn das erst zweite Punkteergebnis in diesem Jahr.