powered by Motorsport.com

Renault-Sportchef: "Die Ergebnisse werden uns nicht gerecht"

Die erste Saisonhälfte der Formel 1 2016 ist vorüber und Renault sucht noch immer nach seiner Performance - Sportchef Cyril Abiteboul erklärt die Gründe dafür

(Motorsport-Total.com) - Mit sechs Punkten steht Renault derzeit auf Platz neun der WM-Tabelle der Formel-1-Saison 2016. Nur Manor (1) und Sauber (0) sind schlechter. Noch zu Beginn des Jahres hatte man gehofft, konstant um Punkte mitkämpfen und in die Top 10 des Fahrerfeldes vordringen zu können. Nun herrscht der Eindruck vor, dass das mit den gegebenen Voraussetzungen doch schwerer ist als gedacht. Schließlich musste das Auto nach der Last-Minute-Übernahme des Lotus-Teams nur im Schnellverfahren entwickelt werden.

Cyril Abiteboul

Cyril Abiteboul mit Operationsleiter Alan Permane und Teamchef Frederic Vasseur Zoom

Renault-Sportchef Cyril Abiteboul glaubt allerdings, dass nicht allein die schwierigen Startbedingungen als Erklärung für die bisher magere Punkteausbeute dienen sollten. Er weiß, wie viel sich seitdem getan hat und betont: "Die Ergebnisse auf der Strecke werden der Arbeit und den Fortschritten, die hinter den Kulissen in Enstone und Viry stattfinden, nicht gerecht." Das Team sei gewachsen - nicht nur personell, sondern auch als Team - und die Entwicklungsrate enorm hoch.

So brachte Renault beim jüngsten Silverstone-Test der Formel 1 einige neue Aerodynamik- und Aufhängungsteile an den Start, um weiter an der Performance des Renault-Boliden zu arbeiten. Unter anderem wurde eine neue Hinterachse getestet. Weitere Updates sollen folgen, verspricht Teamchef Fred Vasseur. Schließlich hat Renault mit noch 21 verbleibenden Token jede Menge Entwicklungspotenzial in der Hinterhand - mehr als jedes andere Team. Doch kaum ein Konkurrent scheint das auch so nötig zu haben.


Test in Silverstone

"Wir hatten viele neue Teile, die wir in Silverstone testen wollten. Wäre das Wetter besser gewesen, hätten wir noch mehr davon zum Einsatz gebracht und auswerten können", erklärt Vasseur. Wie Sportchef Abiteboul unterstreicht auch er, dass das Team bei der Entwicklung vor allem eine langfristige Perspektive verfolge und für 2017 plane. "Das heißt nicht, dass 2016 nicht wichtig wäre. Ein großer Anteil der Ressourcen fließt weiter in die noch folgenden Rennen", beschwichtigt Abiteboul.

Er weiß, dass die Ergebnisse bisher zu wünschen übrig lassen: "Sie sind nicht wirklich beeindruckend." Doch das Team lerne von Rennen zu Rennen dazu - und genau darum gehe es. "Es geht darum, uns bis ins Detail zu organisieren, damit wir die stärkere Performance, auf die wir alle hinarbeiten, dann auch voll ausschöpfen können", bestätigt Vasseur die Herangehensweise bei Renault. Von den Resultaten lasse sich niemand entmutigen: "Wir werden weiter um jede Position kämpfen."