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1996: Ein Monaco-Grand-Prix für die Ewigkeit

Beim verregneten Chaos-Rennen vor 18 Jahren kamen so wenige Autos ins Ziel wie sonst nie in der Geschichte der Formel 1 - Olivier Panis ist großer Nutznießer

(Motorsport-Total.com) - Das sechste Rennen der Saison 1996 sollte ein ganz besonderes werden. 120.000 Zuschauer sahen eines der kuriosesten Rennen der Formel-1-Geschichte, das mit einem Negativrekord in die Historie einging. Denn noch nie zuvor waren so wenige Piloten bei einem Lauf zur Königsklasse ins Ziel gekommen wie an jenem regnerischen Sonntag in Monaco.

Olivier Panis, David Coulthard

Panis gewinnt sein erstes und einziges Rennen in der Formel 1 Zoom

Rückblende: Der Formel-1-Tross reist mit Damon Hill als WM-Führenden von San Marino nach Monte Carlo. Es ist die Saison Nummer eins nach Michael Schumachers Wechsel von Benetton zu Ferrari. Der Kerpener will in seinem ehemaligen Wohnort auch gleich den ersten Sieg für die Scuderia holen. Die Zeichen stehen gut. Auch wenn in den Freien Trainings andere dominieren, schafft Schumacher es, im Qualifying mit über einer halben Sekunde Vorsprung auf Damon Hill die Pole-Position einzufahren.

Am Rennsonntag fängt es kurz vor dem Start auch noch an zu regnen. Perfekte Bedingungen für den auf trockener Piste unterlegenen Ferrari F310 von Schumacher, denn das Fahrgefühl des damals 27-Jährigen auf nasser Strecke ist hinreichend bekannt. Minuten, bevor die Ampeln auf Grün springen, muss sich David Coulthard von Schumacher einen Ersatzhelm ausleihen. Der Kopfschutz des Schotten hatte sich im Warmup vor dem Rennen komplett mit Wasser vollgesogen, deshalb fährt er mit Schwarz-Rot-Goldenem Kopfschutz.

Das Chaos beginnt in Sainte Devote

Damon Hill in Monaco 1996

Damon Hill kam als WM-Führender zum GP von Monaco 1996 Zoom

Am Start sehen die Zuschauer nur 21 Fahrzeuge, da Andrea Montermini seinen Forti Corse im Warmup zerlegt hat und nicht mehr an den Start gehen kann. Als es losgeht, erwischt Hill von Startplatz zwei den besseren Start und geht an Schumacher noch vor Sainte Devote vorbei. In der ersten Kurve kommt es, wie es kommen muss: Jos Verstappen, auf Slicks unterwegs, rutscht im strömenden Regen in die Streckenbegrenzung und kann nicht mehr weiterfahren. Die beiden Minardi-Piloten Giancarlo Fisichella und Pedro Lamy geraten ausgangs der Kurve aneinander und scheiden ebenfalls aus.

Schumacher versucht unterdessen, wieder an Damon Hill vorbeizukommen. In der Rechtskurve nach der engen Haarnadel verliert "Schumi" aber seinen Ferrari auf dem nassen Randstein, schlägt links in die Leitplanken ein und scheidet mit einem Schaden an der Vorderachse aus. In der Rascasse dreht sich Rubens Barrichello und bekommt sein Auto nicht mehr zum Laufen - auch sein Rennen ist vorbei. In den folgenden vier Runden fallen noch Ukyo Katayama und Ricardo Rosset nach Unfällen aus, und Pedro Diniz muss seinen Ligier wegen Getriebeproblemen in Runde fünf abstellen. Schon zu diesem Zeitpunkt sind nur noch 13 von 22 Fahrzeugen im Rennen.


Fotostrecke: Triumphe & Tragödien in Monaco

Vorn zieht Hill derweil seine Kreise, Jean Alesi und Gerhard Berger folgen. Dahinter hält Eddie Irvine im zweiten Ferrari eine Gruppe von insgesamt neun Verfolgern auf. In der neunten Runde verabschiedet sich dann Bergers Getriebe und der Österreicher muss aufgeben. Heinz-Harald Frentzen fährt sich seinen Frontflügel an Irvines Auto kaputt, muss einen unplanmäßigen Stopp einlegen und kommt als Vorletzter zurück auf die Strecke, noch vor Luca Badoer.

Kabale und Getriebeschäden

Als sich dann in der 31. Runde Martin Brundle mit einem Dreher verabschiedet, sind nur noch die Hälfte aller Autos im Rennen um den Großen Preis von Monaco. Nur drei Runden später greift der nach vorn gefahrene Olivier Panis Irvine an und geht am Iren vorbei auf Platz drei. Hill fährt währenddessen in Führung liegend an die Box und Alesi kann an ihm vorbeiziehen. Doch der Brite wechselt auf Slicks, da die Strecke bereits abzutrocknen beginnt. Mit Siebenmeilenstiefeln kommt Hill wieder an Alesi heran und zieht an dem noch mit Regenreifen bestückten Benetton vorbei.

Michael Schumacher

Hill zog direkt am Start an Schumacher vorbei, dahinter wird es bereits eng Zoom

Doch gerade einmal zehn Runden später streckt der Williams von Hill seine Flügel - Getriebeschaden. Der erste Ausfall des Briten in der laufenden Saison. Alesi erbt damit in der 40. Runde die Führung von Hill, kann sich allerdings nicht allzu lange darüber freuen, denn 20 Runden später erleidet sein Benetton einen Aufhängungsschaden. Alesi fällt ebenfalls aus, und sein Landsmann Panis übernimmt völlig überraschend die Führung.

Kurz darauf kollidiert Badoer, der mit sechs Runden Rückstand am Ende des Feldes fährt, mit Jacques Villeneuve, der ihn überrunden möchte. In der Mirabeau-Passage krachen beide zusammen. Der Kanadier scheidet sofort aus, Badoer fährt noch einige Meter, stellt sein Auto aber ebenfalls noch vor dem Tunnel am Streckenrand ab.

Da waren's nur noch drei

Jean Alesi ist betrübt nach seinem Ausfall 1996

Jean Alesi ist betrübt nach seinem Ausfall kurz vor Schluss Zoom

In Runde 70 führt Panis weiterhin vor Coulthard. Insgesamt sind nur noch sieben Autos im Rennen - da dreht sich Irvine. Beim Versuch wieder auf die Strecke zu kommen, kollidiert er mit Mika Salo. Zu allem Überfluss fährt auch noch Mika Häkkinen auf die beiden Fahrzeuge auf. Alle drei scheiden aus. Vier Autos bleiben noch übrig.

In der 74. Runde gibt Frentzen im Sauber das Rennen an vierter und damit letzter Stelle liegend auf. In der 75. von 78 Runden ist dann Schluss - das Rennen wird wegen des Zwei-Stunden-Limits vorzeitig beendet. Mit Panis, Coulthard und Herbert erreichen ganze drei Autos das Ziel. Sieben Piloten werden jedoch gewertet, nach dem Spitzentrio in der Reihenfolge Frentzen, Salo, Häkkinen und Irvine. Panis gewinnt im Ligier den ersten und einzigen Grand Prix seiner Karriere, das Rennen geht mit den wenigsten Piloten im Ziel in die Geschichte ein.

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