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Sheldon van der Linde: Warum er den DTM-Restart am Nürburgring verpatzte

Sheldon van der Linde fährt auf Pole und führt zu Beginn am Nürburgring, doch dann vergibt er beim Restart alle Chancen: Das hängt auch mit Theo Oeverhaus zusammen

(Motorsport-Total.com) - Der DTM-Sonntag auf dem Nürburgring begann für Sheldon van der Linde so gut. Nach dem Sieg vor Bruder Kelvin am Samstag, bei dem der BMW-Pilot die DTM-Führung zurückeroberte, gingen die beiden Südafrikaner am Sonntag aus der ersten Reihe ins Rennen. Doch die Safety-Car-Phase in Lauf 2 brachte den Schubert-BMW mit der Startnummer 31 ins Hintertreffen.

DTM, Nürburgring, 2022, Start

Sheldon van der Linde (hier noch vorn) wurde beim SC-Restart gefressen Zoom

Was war passiert? Van der Linde wurde bereits beim Boxenstopp von Luca Stolz im HRT-Mercedes überholt und lag damit auf P3 hinter Stolz und DTM-Rookie Theo Oeverhaus, der auf einen Boxenstopp während des Safety-Cars verzichtete. Beim Restart verlor van der Linde massiv an Positionen: Von Platz drei ging es bis auf Rang neun nach hinten.

Von außen betrachtet wirkte es so, als hätte van der Linde beim Restart geschlafen. Doch bei genauerer Betrachtung der Szene trifft den Schubert-BMW-Piloten nicht die alleinige Schuld. "Ich weiß nicht, was genau Theo da gemacht hat, aber er ist irgendwie nicht so ganz reingefahren", meint van der Linde gegenüber 'Motorsport-Total.com'.

Theo Oeverhaus irritiert Sheldon van der Linde

"Stattdessen hat er eine große Lücke nach links gelassen. Das war aber so besprochen in der Fahrerbesprechung, dass wir alle zusammen bleiben müssen." Tatsächlich fuhr der erst 17-jährige Oeverhaus beim Restart auffallend weit rechts, während die Reihen hinter ihm für den IndyCar-Restart dicht nebeneinander in der Fahrbahnmitte fuhren.

Oeverhaus' Linie brachte den direkt dahinter fahrenden van der Linde aus dem Konzept: "Ich habe geschaut, was er jetzt macht. Und dann auf einmal waren die Lichter wieder grün und dann habe ich den ganzen Start verpasst, und das hat mich leider Zeit gekostet." Kurz nach dem Restart verlor van der Linde dann noch einen Rang an Mikael Grenier.


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Van der Linde ist der Ansicht, dass das Walkenhorst-Team Oeverhaus in dieser Situation ein bisschen besser führen hätte können, denn: "Ich weiß nicht, was er davon hat, wenn er bei einem Restart da vorne dabei ist. Das war ein bisschen nervig für mich persönlich. Aber man kann auch sagen: Der ist erst 17. Also Hut ab vor ihm. Ich bin nicht sauer, aber es war nicht optimal für mich."

Aufholjagd aus dem Mittelfeld nicht möglich

So versank der DTM-Leader im Mittelfeld, ohne Aussicht auf eine erfolgreiche Aufholjagd. Dafür gab es zwei Gründe: "Wir haben weniger Boost bekommen für heute, das hat weh getan. Und auch das [Erfolgs-]Gewicht. Die Pace war deutlich schlechter als gestern. Ich habe alles versucht, um dran zu bleiben, aber die Pace war ein wenig zu schnell für mich."

Trotzdem konnte Sheldon van der Linde seine Gesamtführung weiter ausbauen. Durch den neunten Platz sammelte er zwei weitere Punkte, während Mirko Bortolotti nach einer Berührung mit Kelvin van der Linde im Kampf um Platz vier ausschied. Bitter für Bortolotti, denn so gab er die zehn Punkte, die der fünfte Rang eingebracht hätte, aus der Hand.

Zur Kollision zwischen Bruder Kelvin und Bortolotti konnte van der Linde nicht viel sagen, denn: "Ich habe das noch nicht gesehen, also kann ich es noch nicht beurteilen." Es überwiegt ohnehin die Freude über die eigene Ausbeute beim Schubert-BMW-Fahrer. Zumal nun zwei Kurse anstehen, die zu den Paradestrecken des BMW M4 GT3 gehören.

Spa und Spielberg: Starke Strecken für den BMW M4 GT3

In Spa und Spielberg kann der Münchner Renner seine Stärken voll ausspielen. Doch van der Linde will dem Braten noch nicht so recht trauen. "Spa und Red-Bull-Ring sollten unserem Auto normalerweise sehr gut liegen. Das habe ich hier zum Beispiel nicht gedacht, aber irgendwie war das Wochenende mega gut für uns", so van der Linde.

"Alles kann passieren. Vielleicht ist Audi oder Mercedes wieder schnell in Spa." Für die Speerspitzen beider Hersteller wäre es an der Zeit zu siegen. Lucas Auer und Rene Rast liegen sechs Rennen vor Schluss 25 und 29 Punkte hinter Sheldon van der Linde.

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