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Rast schimpft über DTM-Feld und Rennleitung: "Gibt aktuell keine Regeln"

Nachdem er von David Schumacher abgeräumt wurde, platzt Champion Rene Rast der Kragen: Warum einige Fahrer nicht DTM-würdig sind und was sich ändern muss

(Motorsport-Total.com) - Rene Rast platzte nach dem DTM-Sonntagsrennen am Nürburgring, bei dem er in der vierten Runde von David Schumacher abgeschossen wurde und sich ins Kiesbett drehte, der Kragen. " Ich bin einfach frustriert über die Verhaltensweise der Fahrer hier", holt Rast bei 'ProSieben' aus. "Das hat nicht mehr mit professionellem Fahren zu tun."

Rene Rast

Rene Rast musste am Nürburgring einige Rammstöße einstecken Zoom

Man fahre "hinten rein ins Auto, wird umgedreht. Und man lässt das einfach alles durchgehen. Der Respekt ist nicht mehr da. Jeder macht was er will - wie ein kleiner Hundehaufen, der noch erzogen werden muss." Seine Forderung: "Sie sollten vielleicht erst mal in den Nachwuchsserien ein bisschen Erfahrung sammeln, bevor sie in der DTM fahren. Es macht wirklich keinen Spaß mehr."

Rast ist nicht der erste Fahrer, der sich dieses Jahr über die Fahrweise einiger Piloten beschwert - aber der prominenteste. Schon am Samstag war der Abt-Audi-Pilot, der dieses Wochenende zwei Punkte holte und in der Meisterschaft nur noch Vierter ist, in zahlreiche Kollisionen verwickelt worden - und hatte Kritik geübt. Am Sonntag nach dem Ausfall legte er nach.

So erlebte Rast die Kollision mit David Schumacher

Wie er den Zwischenfall mit Schumacher erlebte? "Er ist mir in der Schikane schon relativ hart reingefahren - und in der letzten Kurve hat er versucht, innen zu überholen", beschreibt Rast im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com' den Zweikampf um Platz 18. "Aber er war natürlich viel zu weit weg. Und ich habe nicht damit gerechnet, dass er irgendwas probiert in dieser Kurve. Er ist mir so hart ins Auto gefahren, ich hab mich dann weggedreht."

Was Schumacher zu den Anschuldigungen sagt? "Ich war schneller als Rast und wollte rasch vorbei, um den Anschluss nicht zu verlieren. Er hat mir sehr wenig Platz gelassen, aber dennoch geht die Kollision natürlich auch zum Teil auf meine Kappe", so der Winward-Mercedes-Pilot nach dem fünften Ausfall in Folge.

"Da fehlt vielleicht auch die Erfahrung, dass so etwas nicht funktioniert", führt Rast den Rammstoß von Schumacher auch auf dessen Jugend zurück. "Aber trotzdem sind die Driving-Standards allgemein dieses Jahr in der DTM sehr tief. Das ist natürlich ein Thema, das man angehen sollte."

Rast vermisst harte Strafen und sehnt sich nach Class-1-Ära

Rast, der dieses Jahr nach einem Jahr DTM-Pause ein Comeback gab, sehnt sich nach den Class-1-Zeiten zurück. "Da hatten wir ganz klare Regeln", sieht der Audi-Werksfahrer das Problem nicht nur bei den Fahrern. "Da gab es die Regel, dass man Side-by-Side durch die Kurve fährt und dem anderen den Platz geben muss. Das gibt es nicht mehr."

Heute fahre in so einer Situation der andere "einfach weiter geradeaus und schickt dich ins Gras - oder fährt dir hinten rein oder dreht dich um. Und das ohne große Strafen."

David Schumacher

David Schumacher nach der Kollision mit dem dreimaligen Champion Rene Rast Zoom

Und selbst wenn es Strafen gibt, dann werden die oft nur für das jeweilige Rennen ausgesprochen, obwohl der Verursacher durch den Zwischenfall ohnehin keine großartigen Chancen mehr hat oder das Rennen gar nicht zu Ende fährt. "Das Höchste, was ich gesehen habe, ist eine Fünf-Sekunden-Strafe. Und wenn man dann schon aus dem Rennen raus ist, fällt die ohnehin weg", sagt Rast.

Verwunderung über Szene im Qualifying

Und auch im Qualifying am Sonntagmorgen erlebte Rast einen Zwischenfall, bei dem die Rennleitung seiner Meinung nach hätte handeln müssen. "Heute im Qualifying stand ein Auto auf der Gegengeraden", spielt Rast vermutlich auf Lucas Auer an, der später langsam zurück an die Box humpelte. "Da gab es gelbe Flaggen in der letzten Runde - und es gab viele Fahrer, die ihre Zeiten verbessert haben."

Dabei sei genau das nicht erlaubt, mein Rast, der am Ende nur auf den 17. Startplatz kam. "Das geht meiner Meinung nach nicht: Gelbe Flagge - jeder muss vom Gas! So wie ich es auch gemacht habe, ich habe meine Runde abgebrochen. Viele Fahrer haben es nicht gemacht", ärgert er sich. "Generell brauchen wir Regeln, die es zur Zeit nicht gibt."

Rasts Erklärung, warum das Niveau gesunken ist

Warum sich die Situation seit dem Class-1-Ende 2020 so stark geändert habe? "Das hier ist ein anderer Rennleiter", verweist Rast auf Scot Elkins, der dafür bekannt ist, eine harte Gangart zuzulassen, was anfangs für viel Zuspruch sorgte.


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Dazu kommt, dass sich das Fahrerniveau verschlechtert habe. "Damals waren alle Profis, aber hier hast du ein paar Fahrer, die wirklich nicht auf Profiniveau sind und das vielleicht auch gar nicht umsetzen können."

Die GT3-Autos spielen laut Rast ebenfalls eine Rolle. "Durch dieses ABS-System kannst du dich einfach stumpf danebenbremsen und hoffen, dass das Auto verzögert", sagt er. "Wenn es nicht verzögert, fährst du dem anderen halt in die Seite rein. Die Autos sind stabil, haben kaum noch Aero. Du kannst dich anlehnen."

Zudem sei es für die Rennleitung schwierig, ein so großes Feld stets im Blick zu haben. "Ich glaube nicht, dass du 30 Autos jede Kurve überprüfen kannst. Weil dann würde der Rennleiter noch bis morgen früh dasitzen", zeigt Rast Verständnis.

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