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  • 23.04.2007 · 13:36

Schutzengel schieben Überstunden

Der Crash in Hockenheim war der schwerste DTM-Unfall seit 1989 - Manuel Reuter: "Früher hätte es mindestens Knochenbrüche gegeben"

(Motorsport-Total.com/sid) - Die Schutzengel haben beim schwersten Unfall in der DTM seit rund 18 Jahren ganze Arbeit geleistet. Dass die beiden Audi-Piloten Tom Kristensen und Alexandre Prémat den heftigen Crash gestern in
Hockenheim relativ glimpflich überstanden haben, verdanken sie neben ihrer guten körperlichen Verfassung vor allem dem ausgeklügelten Sicherheitssystem in den DTM-Autos.

Crash Hockenheim

Audi-Einzelteile nach dem schweren Crash in Hockenheim

Die Piloten sitzen in einer Formel-1-ähnlichen Kohlefaserkiste, die zusätzlich von einem Sicherheitskäfig aus Stahlrohr geschützt wird. "Wir haben mit unserem Reglement versucht, die maximalen Sicherheitselemente eines Rennautos im DTM-Tourenwagen zu vereinigen", sagte Audi-Sportchef Wolfgang Ullrich: "Wenn man es dann wirklich braucht, ist man nicht glücklich, aber sehr froh, wenn es wirkt. Ich bin sehr zufrieden, dass man fünf Minuten nach so einem Unfall Auge in Auge mit seinen Fahrern sprechen kann."#w1#

Teamkollege Mattias Ekström (Schweden), der später das neu gestartete Rennen gewann, meinte: "Ich habe mich zwei Kilo leichter gefühlt, als ich gehört habe, dass es beiden so weit gut geht. So konnte ich mich aufs Rennen konzentrieren."

Le-Mans-Rekordsieger Kristensen war nach einem Dreher in der ersten Runde quer über die Strecke geschleudert, Mercedes-Pilotin Susie Stoddart, die unverletzt blieb, und vor allem Prémat rasten dann in den Audi A4 DTM des Dänen. Kristensen ("Mir geht es gut, nur mein Kopf brummt gewaltig") kam mit Prellungen davon. Prémat, der mit 158 Stundenkilometern aufprallte, erlitt einen Riss in einem Lendenwirbel und muss einige Wochen pausieren.

"Ich habe mit beiden telefoniert. Alexandre steht schon wieder auf den Beinen, und Tom wartet auf seine Entlassung. Das sind doch wirklich gute Nachrichten", meinte Ullrich heute Morgen.

Früher schlimmere Folgen

Für den Ex-DTM-Piloten und neuen ARD-Experten Manuel Reuter wäre so ein Unfall noch vor einigen Jahren schlimmer ausgegangen. "Es hätte mindestens Knochenbrüche gegeben", sagte Reuter dem sid.

"Der heftigste Unfall, den ich in meiner Zeit seit 1997 erlebt habe."

Für Stefan Aicher, technischer Projektleiter für den A4 DTM, war es der "heftigste Unfall, den ich in meiner Zeit seit 1997 erlebt habe". Kristensens Auto ist ein Totalschaden, die Sitzkiste aus Kohlefaser war nach Aichers Aussage allerdings noch intakt, wohl auch, da das Auto nicht ganz mittig getroffen wurde.

"Die Tatsache, dass die DTM-Autos diese Sitzkisten haben, ist von uns initiiert worden, als Audi noch nicht in den Gesprächen mit dabei war. Ansonsten hätten sie sicher in die gleiche Richtung
gearbeitet", sagt Mercedes-Sportchef Norbert Haug im Rückblick auf die Entwicklung des Reglements für die "neue" DTM ab der Saison 2000.

Den bis zum Sonntag schwersten Unfall dieser Epoche hatte am 5. September 2004 der Schotte Peter Dumbreck unverletzt überstanden, als er sich in Zandvoort mit seinem Opel mehrfach überschlagen hatte. Damals war allerdings kein anderes Fahrzeug beteiligt.

Ein ähnliches Szenario wie am Sonntag in Hockenheim hatte dagegen am 30. April 1989 auf dem Nürburgring schwerere Verletzungen gebracht. Ford-Pilot Armin Hahne (Moers), der in den Mercedes von Klaus Ludwig (Roisdorf) gerast war, erlitt beim wohl heftigsten DTM-Unfall einen Schien- und Wadenbeinbruch sowie eine Fraktur des Oberarms.

Tödlicher STW-Unfall auf der AVUS

In der Super-Tourenwagen-Meisterschaft STW verlor dagegen der Brite Keith Odor sein Leben, nachdem am 10. September 1995 auf der Berliner AVUS Audi-Pilot Frank Biela (Neuss) seitlich in seinen Nissan gerast war.

Bei den Kosten für ein DTM-Auto von etwa 850.000 Euro entfällt rund ein Drittel auf die Sicherheitsausstattung. "Die aktuelle Kombination mit einem Formel-Auto in einem Stahlrohrrahmen ist sehr fortschrittlich und auf höchstem Niveau. Wir haben versucht, die besten Gedanken zusammenzufassen", sagte Christian Schacht, Automobilchef des Deutschen Motor Sport Bundes (DMSB): "Trotzdem bin ich sehr froh, dass es bei diesem Unfall kein absoluter Volltreffer war."

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