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Salzburgring hofft weiter auf DTM und richtet ADAC aus: "Hatten 100.000 Leute"

Wie der DTM-Besitzerwechsel den Salzburgring-Traum trotz Vertrag platzen ließ und wieso man weiter auf die DTM hofft, obwohl der ADAC die Kapazitäten bemängelte

(Motorsport-Total.com) - So nah war der Salzburgring an der Austragung eines DTM-Wochenendes, doch dann durchkreuzte die ADAC-Übernahme der Traditionsserie die Pläne von Geschäftsführer Ernst Penninger. "Wir haben im Juli oder August einen fixen Vertrag unterzeichnet. Und es war klar, dass die DTM im Mai 2023 in Salzburg fährt", sagt er im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com'.

GT3-Rennfahrzeug auf dem Salzburgring

Aufgeschoben statt aufgehoben? Am Salzburgring ist die DTM weiter ein Thema Zoom

Gerhard Bergers Verkauf der DTM-Rechte und die Auflösung der DTM-Dachorganisation ITR ließen das Comeback dann Anfang Dezember doch noch platzen. "Dadurch wurde der Vertrag mit der ITR obsolet, denn im Vertrag stand keine Rechtsnachfolger-Klausel. Und der ADAC ist ein völlig neuer Rechtspartner", erklärt Penninger.

Wie man mit der Hiobsbotschaft umgeht, dass man nun doch nicht im DTM-Kalender für die Saison 2023 steht? "Wir sind noch nie so weit gekommen - nach fünf Jahren Kampf", sagt der Salzburgring-Geschäftsführer, der schon in Class-1-Zeiten mit Ex-DTM-Boss Berger verhandelt hatte.

"Wäre für uns das Highlight des Jahrzehnts gewesen"

"Es ist schon ein bisschen schade, weil es bereits in den Medien war, dass die DTM voraussichtlich nach Salzburg zurückkommt - und wir sehr viel positives Feedback von der Industrie, von Sponsoren und in erster Linie von den Fans erhalten haben", sagt der Salzburger. "Und auch uns hätte es gefallen, denn die DTM in Salzburg wäre für uns das Highlight des Jahrzehnts gewesen."

Bis zum Ende der Class-1-Ära im Jahr 2020 scheiterte die DTM-Idee in Salzburg daran, dass die Oldschool-Rennstrecke mit dem FIA-Rennstrecken-Status Grade 3 ausgestattet war, während für die Prototypen Grade 2 notwendig gewesen wäre. Sogar ein Umbau war Thema, wurde aber nie durchgeführt. 2021 brachte dann der GT3-Wechsel der DTM die Strecke in Österreich, auf der die DTM schon 1987 und 1988 gastierte, zurück ins Spiel, weil fortan nur noch Grade 3 notwendig war.

Ab wann zweifelte man in Salzburg am DTM-Comeback?

Nun müsse man aber die Entwicklungen "zur Kenntnis nehmen, das Buch schließen und zum nächsten Punkt weitergehen", blickt Penninger nach vorne. Aber wann kamen erste Zweifel auf, ob das Rennen 2023 trotz des Deals mit Gerhard Berger tatsächlich stattfinden wird? "Dass Gerhard irgendwann aussteigen möchte, war schon ein bisschen länger im Gespräch", sagt er.

"Es war einerseits überraschend, andererseits auch nicht, denn es war uns schon klar, dass sich irgendetwas ändern könnte, wenn du so lange auf deine Terminbestätigung wartest", verweist er darauf, dass bis zum Schluss unklar war, ob die DTM am 14. oder am 28. Mai im Nesselgraben gastieren wird.

Umbaumaßnahmen "kein Schaden" für Rennstrecke

Die Tatsache, dass am Salzburgring auch in Hinblick auf das DTM-Wochenende kleinere Umbaumaßnahmen vorgenommen wurden, sieht er im Nachhinein gelassen. "Wir haben nicht explizit für die DTM gebaut, auch wenn es dadurch etwas mehr Zeitdruck gab", erklärt er. "Es war aber sowieso immer im Plan, das Gelände weiter zu adaptieren und zu modernisieren. Wir haben dadurch keinen Schaden."

Der Umbau der Boxeneinfahrt und Adaptionen an den Randsteinen wurden bereits abgeschlossen. "Ein paar Teiladaptionen wie das Kamerasystem haben wir jetzt nicht mehr hinbekommen - das machen wir 2023", kündigt Penninger an.

"Und wer weiß, was sich in den nächsten Jahren daraus ergibt? Wir bleiben sicher nicht stehen und würden gerne das eine oder andere moderne Motorsport-Highlight bei uns sehen, sofern wir das können. Und dazu gehört sicher auch in Zukunft die DTM", hat er mit der Traditionsserie nicht abgeschlossen.

Zuschauerkapazität zu gering für DTM-Pläne des ADAC?

Was er zu den Aussagen von ADAC-Motorsportchef Thomas Voss sagt, dass der Salzburgring für ein DTM-Wochenende alleine deshalb ausscheide, weil man mit "30.000, 40.000 plus Zuschauern" plane? "Ich habe das ganz lustig gefunden und glaube, dass Thomas Voss der Frage ausweichen wollte", grinst Penninger.

WTCR

Der Salzburgring besticht mit traumhafter Lage und Deutschland-Nähe Zoom

"Wir haben in den 1990er-Jahren auch schon bis zu 100.000 Menschen auf unser Gelände gebracht. Und bei unserem Musikfestival Electric Love können wir derzeit locker rund 45.000 Besucher pro Tag anreisen lassen."

Wie es diesbezüglich mit Zuschauerkapazitäten für eine Motorsportveranstaltung aussieht? "Wir hatten mit der DTM 20.000 bis 25.000 Zuschauer pro Tag anvisiert", sagt er. "Und das beim Erstantritt. Aber sowas lässt sich sicher auf 40.000 Zuschauer pro Tag ausbauen."

Penninger will aber nicht sofort an die Grenze gehen. "Mein Zugang ist: "Lieber gesund wachsen, als pushen und den Laden anfüllen - und dann sind die Leute nicht happy, weil die Versorgung nicht passt und die Wege zu den sanitären Anlagen zu weit sind, weil es vielleicht ein Anreisechaos gibt. Ich mache mir aber in Hinblick auf die Kapazität keine Sorgen."

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