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"Ziel ist ähnliches Aufgebot": Wer wird neben Schubert BMW-Team in der DTM?

BMW sucht als Ersatz für Walkenhorst ein DTM-Team: Was die Münchner bieten, welche Rolle Habsburg spielt und wieso Rasts Ex-Meisterteam ein Kandidat ist

(Motorsport-Total.com) - Am Mittwoch hat die Einschreibung für die neue DTM-Saison begonnen: Bis 6. Februar haben die Teams nun Zeit, Boliden und Fahrer dem ADAC mitzuteilen. Aber wie stellt sich BMW für das Jahr der Titelverteidigung auf? Dass die Meistertruppe von Torsten Schubert auch 2023 in der DTM am Start sein wird, ist ein offenes Geheimnis, aber über dem zweiten Team steht ein Fragezeichen.

Titel-Bild zur News: BMW M4 GT3

Alles deutet darauf hin, dass 2023 ein neues DTM-Team den M4 GT3 einsetzt Zoom

"Unser Ziel ist ganz klar, dass wir mit einem ähnlichen Aufgebot, was Anzahl an Fahrzeugen und Anzahl an Teams angeht, 2023 weitermachen", deutete BMW-Motorsportleiter Andreas Roos noch im Dezember an, dass die Münchner in der DTM weiter mit zwei Teams und vier Boliden planen.

Doch die Walkenhorst-Truppe ist laut Informationen von 'Motorsport-Total.com' nicht mehr Teil der DTM-Pläne von BMW, weshalb man ein neues Team benötigt. Ursprünglich wollte man den Nachfolger bereits Ende 2022 präsentieren, doch der DTM-Besitzerwechsel Anfang Dezember warf diesen Plan über den Haufen.

Keine neuen M4 GT3 verfügbar? Roos dementiert Gerüchte

"Es finden sehr intensive Gespräche statt, aber wir mussten abwarten, wie sich das mit dem ADAC entwickelt", verwies Roos darauf, dass durch eine Neuausrichtung der Serie auch Auswirkungen auf die Kosten für die Teams nicht auszuschließen waren.

Gerüchte, wonach durch das große Interesse am BMW M4 GT3 - WRT bestellte zuletzt sechs Fahrzeuge - keine Autos mehr für neue Teams verfügbar sind, dementierte er: "An Autos mangelt es gerade nicht." Wenn ein neues Team mit dem M4 GT3 in der DTM an den Start gehen will, "dann könnten wir das machen", so Roos.

Walkenhorst? "Wenn, dann wohl ohne BMW-Werksfahrer"

Wie er die Situation mit dem Walkenhorst-Team sieht? "Ob Walkenhorst DTM macht, weiß ich nicht, das ist seine Geschichte", schloss Roos einen Verbleib der Mannschaft von Henry Walkenhorst nicht komplett aus, deutete aber an, dass es sich um einen komplett selbst finanzierten Einsatz handeln würde.

"Im Prinzip ist das ein Kundenteam. Es handelt sich um werksunterstützten Kundensport. Beim einen haben wir Werksfahrer drauf. Vielleicht macht er was, aber dann wahrscheinlich ohne Werksfahrer von uns."

BMW sucht neues Team: Rast Teil des Pakets?

Laut Informationen von 'Motorsport-Total.com' hat sich BMW bereits im Oktober auf die Suche nach einem neuen DTM-Team begeben. Das ursprüngliche Angebot sah vor, dass auch der dreimalige DTM-Champion und BMW-Neuankömmling Rene Rast - inklusive von den Münchnern vorgegebener Sponsoren - Teil des Pakets ist.

Und das Team beim zweiten Auto in Hinblick auf Sponsoren freie Hand hat, wodurch es Sinn ergeben würde, als Teamkollegen einen Fahrer zu engagieren, der Geldgeber mitbringt, für den die Sponsorenflächen attraktiv sind.

Es ist allerdings nicht auszuschließen, dass sich die Rahmenbedingungen inzwischen geändert haben, denn durch die ADAC-Übernahme der DTM wurde auch die Kalenderplanung auf den Kopf gestellt - und Rast sieht sich mit einer Formel-E-Überschneidung konfrontiert. Bislang haben die Verantwortlichen nicht klargestellt, ob Rast trotz des Nachteils in der DTM an den Start gehen wird.

Ferdinand Habsburg will zurück in die DTM

Während Titelverteidiger Sheldon van der Linde und Marco Wittmann bei BMW für die DTM gesetzt sind, gab es in den vergangenen Monaten auch Gerüchte um ein DTM-Comeback von Ferdinand Habsburg, der - wie man von Brancheninsidern hört - Interesse an einem BMW-Cockpit haben soll.

Der Österreicher fuhr 2019 für das Aston-Martin-Projekt von R-Motorsport und wechselte dann zum Audi-Kundenteam von WRT, wo er sein Talent unter anderem mit einer Poleposition und einem Podestplatz in Zolder unter Beweis stellte. Nach dem Class-1-Ende triumphierte Habsburg 2021 gemeinsam mit WRT in der LMP2-Klasse bei den 24 Stunden von Le Mans.

Ferdinand Habsburg

Ferdinand Habsburg mischte 2020 in der DTM im WRT-Audi die Werksteams auf Zoom

Der Urenkel des letzten österreichischen Kaisers gilt als schneller Mann, der zudem Geld mitbringt und auch für Schlagzeilen sorgt. Einziges Hindernis für ein DTM-Engagement bei einem BMW-Team könnte sein, dass der 25-Jährige vom Auspuff-Hersteller Remus unterstützt wird, BMW allerdings mit Akrapovic einen Konkurrenten des österreichischen Unternehmens als Partner hat.

Wenig Interesse bei WRT, Ceccato und dem Rowe-Team

Aber wer könnte nun das zweite DTM-Team neben Schubert werden? In der Branche wurde stets WRT als logischer Kandidat gehandelt, doch Teamchef Vincent Vosse dementierte die Gerüchte gegenüber 'Motorsport-Total.com' vehement.

Der Belgier argumentiert das mit Kapazitätsmängeln, da sein Team nach dem Markenwechsel zu BMW neben dem LMDh-Entwicklungsprogramm auch ein GT3-Programm in der GT-World-Challenge und der Intercontinental GT-Challenge sowie ein LMP2-Programm zu stemmen habe.

Das Ceccato-Team von Teammanager Roberto Ravaglia hat der DTM eine Absage erteilt und bleibt in der italienischen GT-Meisterschaft. Auch von Seiten des Rowe-Teams waren zuletzt keine Ambitionen spürbar, nach dem enttäuschenden DTM-Jahr 2021 in die Serie zurückzukehren. Stattdessen konzentriert man sich lieber auf seine Domäne, den Langstreckensport.

Steigt Rasts Ex-Meisterteam mit BMW in die DTM ein?

Ein möglicher Kandidat ist das Project-1-Team von Timo Glocks früherem Manager Hans Bernd Kamps, das schon vor einem Jahr DTM-Ambitionen hegte. Zudem ist man seit 2021 durch die Umsetzung des BMW-M2-Cups im DTM-Umfeld vertreten, 2022 setzte man auch zwei BMW-Boliden in der DTM-Trophy ein. Der M2-Cup bleibt auch 2023 unter der Leitung des ADAC im DTM-Rahmenprogramm, es gäbe also durchaus Synergien für einen DTM-Einstieg.

Rene Rast

Rene Rast wurde 2012 mit dem Team von Hans Bernd Kamps Carrera-Cup-Meister Zoom

Abgesehen davon war die Truppe 2022 mit zwei Porsche 911 RSR in der GTE-Am-Klasse der WEC am Start, kam in der Gesamtwertung auf Platz sieben und feierte beim Saisonfinale in Bahrain einen Doppelerfolg.

Und auch Rast als potenzieller Einsatzfahrer wäre für die Mannschaft kein Unbekannter, denn der nunmehrige BMW-Pilot wurde 2012 mit Kamps Truppe im Porsche-Carrera-Cup Deutschland Champion - damals noch unter dem Teamnamen Team Deutsche Post by tolimit. Das wäre möglicherweise ein gutes Omen.