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ADAC erklärt DTM-Kalender 2023 und bezieht Stellung zu Nordschleifen-Idee

Wieso der Salzburgring und Vila Real vom ADAC nicht berücksichtigt wurden, wie man zu einem Comeback auf der Nordschleife steht und welche Zukunftspläne man hat

(Motorsport-Total.com) - Der DTM-Kalender für die Saison 2023 (hier geht's zur Übersicht), der nach langem Warten am Donnerstag vom ADAC endlich präsentiert wurde, hat mit dem ursprünglichen ITR-Kalender nicht mehr viel zu tun. Nur zwei Termine wurden übernommen: Der Klassiker auf dem Norisring wird von 7. bis 9. Juli stattfinden - und auch in Spielberg übernimmt man den ITR-Termin von 22. bis 24. September.

Titel-Bild zur News: Sheldon van der Linde

Die DTM bleibt wie von der ITR geplant bei acht Wochenenden - sonst ändert sich viel Zoom

Geplante neue Rennen wie am Salzburgring oder das Stadtrennen in Vila Real in Portugal fehlen gänzlich. Dafür kehrt die DTM 2023 nach Zandvoort, Oschersleben und an den Sachsenring zurück, wo man das bislang letzte Mal 2002 fuhr. Die achtwöchige Sommerpause wurde gestrichen, dafür startet man nicht wie geplant Ende April in die Saison, sondern erst Ende Mai.

"Es war das Ziel, das beste aus beiden Welten zusammenzulegen - also aus der bisherigen DTM- und der bisherigen ADAC-Welt", erklärt ADAC-Motorsportchef Thomas Voss die Herangehensweise beim Kalender. "So ist auch dieser Kalender entstanden - auch unter dem Gesichtspunkt Nachhaltigkeit."

"Müssen wir Teams wirklich durch ganz Europa schicken?"

Denn während die DTM im Vorjahr in Portimao oder in Imola vor leeren Rängen fuhr, will man das dieses Jahr vermeiden. Einerseits, um mehr über den Ticketverkauf zu verdienen, aber auch um die Kosten zu senken und nachhaltiger zu agieren. "Müssen wir wirklich Rennteams, die zu 80, 90 Prozent aus Deutschland kommen, durch ganz Europa schicken?", fragt Voss.

"Wir haben im ersten Schritt gesagt: 'Nein, lasst uns das Ganze wieder ein bisschen zurückfahren, um es wieder aufbauen zu können.' Daher haben wir uns auf den Kernmarkt Deutschland konzentriert - mit zwei Auslandsrennen", verweist er auf Zandvoort und Spielberg.

Später Saisonstart: Teams sollen Pläne überdenken können

Der späte Saisonstart sei darauf zurückzuführen, dass die Rahmenbedingungen für 2023 erst sehr spät fixiert wurden und auch der ADAC Zeit brauche, um sich für die DTM aufzustellen: "Wir werden relativ spät in der Saison starten, um den Teams unter den neuen Gegebenheiten, die wir erst jetzt Mitte Dezember veröffentlichen können, mehr Zeit zu geben, sich an die neue Situation zu gewöhnen. Und damit sie sich für ein Programm entscheiden können."

Teams, die bisher im ADAC GT Masters am Start waren, sollen die Möglichkeit haben, "vielleicht in die Kategorie höher einzusteigen", so Voss. "Und es soll die Möglichkeit geben, GT3 in zwei Serien und möglicherweise auch GT4 zu fahren. Und noch andere Serien. Dafür brauchen die Teams jetzt Zeit. Und der eine oder andere muss vielleicht auch sein Business-Modell überdenken."

Norisring ohne DTM Endurance?

Interessant ist, dass die neue DTM Endurance, die aus ADAC GT Masters und dem Prototype-Cup Germany entsteht, nur bei "sechs bis sieben Veranstaltungen" gemeinsam mit der DTM fahren soll. Das ergibt Sinn, denn auch bisher umfasste der Kalender des ADAC GT Masters sieben Wochenenden.

Naheliegend wäre es, dass die DTM Endurance aus Platzgründen am Norisring nicht dabei ist, obwohl Voss das auf Nachfrage von 'Motorsport-Total.com' nicht bestätigen wollte: "Es ist alles noch nicht festgelegt, welche Serie wann wo fährt" Fest stehe "eigentlich dann nur, dass die DTM jedes Mal dabei ist. Die anderen werden rollieren."

Rast und Salzburgring als Leidtragende

In Sachen Überschneidungen hat sich leider auch etwas geändert: Während man den 24-Stunden-Klassikern und den SRO-Serien wie gewohnt aus dem Weg geht, kollidieren das DTM-Wochenende in Zandvoort und das Formel-E-Rennen in Portland am 24. Juni 2023. Dadurch ist fraglich, ob Zugpferd Rene Rast, der einen Formel-E-Vertrag bei McLaren hat, in der DTM an den Start gehen kann.

Warum der Deutschland-nahe Salzburgring nicht wie von der ITR geplant ins Programm aufgenommen wurde? "Der Salzburgring ist gerade für das Einzugsgebiet Süddeutschland, München und Umgebung immer sehr interessant", holt Voss aus. "Auf der anderen Seite: Wenn ich darüber nachdenke, dass ich an eine Rennstrecke 30.000, 40.000 plus Zuschauer hinbringen soll, dann scheidet der Salzburgring leider von alleine aus."

Man habe den schnellen Kurs im Nesselgraben als "attraktive Rennstrecke" aber dennoch auf dem Schirm und habe ihn im Vorjahr auch mit dem ADAC-Racing-Weekend genutzt. "Aber im ersten Jahr war uns das Thema zu heikel, als dass wir uns das angeschaut haben", erklärt Voss.

ADAC über DTM auf der Nordschleife: "Will das einer sehen?"

Und wie sieht es mit dem Thema DTM-Comeback auf der Nürburgring-Nordschleife aus, das Ex-DTM-Boss Gerhard Berger stets im Visier hatte? "Gute Frage, nächste Frage", grinst Voss. Um dann Stellung zu beziehen: "Man muss über alles nachdenken, keine Frage. Die GT3-Autos geben das her, das ist uns bekannt. Sie fahren auch beim 24-Stunden-Rennen und in der NLS."

Da man aber aus Gründen des Aufwands und der Sicherheit keine Tankstopps zulassen wolle, obwohl das mit den GT3-Autos möglich wäre, sei die mögliche Rundenanzahl ein Hindernis. "Wir reden über vier, fünf Runden auf der Nordschleife", sagt der ADAC-Motorsportchef. "Ob das einer sehen möchte, ist eigentlich das große Problem. Neben allen anderen Nachteilen, die die Nordschleife durch ihre Länge hat, sprich der Aufwand bei der Fernsehproduktion und andere Dinge."


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Voss hat aber Verständnis dafür, dass das Thema immer wieder aufkommt: "Es wäre natürlich toll für die Teams, auch für die Fahrer. Darüber brauchen wir auch nicht nachzudenken. Deswegen würde ich es nicht 100-prozentig ausschließen. Aber man muss dreimal drüber nachdenken, bevor man diesen Schritt wirklich geht."

ADAC könnte sich mehr als zehn Events vorstellen

Vielmehr denkt Voss aber mittelfristig über einen Ausbau des aktuell acht Wochenenden umfassenden Rennkalenders nach. "Mein persönliches Interesse geht mehr in Richtung zwölf bis 15 Mal - und wenn ich rüber über den großen Teich schaue, dann fährt man dort 36, 38 Mal im Jahr", sagt er. "Das ist sicher ein bisschen übertrieben für Europa, aber ich glaube, dass zehn bis zwölf eine gute Zahl wäre."

Entscheidend sei aber, dass auch die Teams dafür die Finanzierung hinkriegen: "Es bringt nichts, wenn wir als ADAC sagen: Wir möchten unbedingt, aber die Teams können über Sponsoring und ihre Möglichkeiten nicht mitgehen. Daher werden wir uns das von Jahr zu Jahr anschauen, wie die Möglichkeiten sind und welche Angebote kommen. Aber die Möglichkeit ist auf jeden Fall da, auch diesen Kalender mal auszubauen."

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