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Gerhard Berger: Warum eine starke Formel 1 für die DTM wichtig ist

Warum DTM-Boss Gerhard Berger nicht darauf abzielt, von einer langweilige Formel-1-Saison zu profitieren und wie die DTM die Strahlkraft der Königsklasse nutzt

(Motorsport-Total.com) - Der DTM-Kalender kollidiert dieses Jahr an fünf von acht Rennwochenenden mit mit der Formel 1. Dennoch hofft DTM-Boss Gerhard Berger, dass die Königsklasse des Motorsports wie 2021 zum Thriller wird und die Fans elektrisiert. Aber zieht das nicht das Interesse von der DTM ab? "Nein, umgekehrt", sagt der ehemalige Formel-1-Pilot.

Gerhard Berger, Helmut Marko

Langjährige Weggefährten: Gerhard Berger und Red-Bull-Mann Helmut Marko Zoom

"Das stimmt nicht, da macht man einen Fehler. Ich glaube, dass die Formel 1 ein Zugpferd für den Motorsport ist. Wenn sie gut läuft, dann zieht das so viel im Sog mit. Mir ist es viel lieber, wenn die Formel 1 gut funktioniert", verspricht sich Berger auch für seine Rennserie Vorteile.

Das hat nicht nur damit zu tun, dass die DTM-Rennen, die traditionell um 13:30 Uhr gestartet werden, bereits zu Ende sind, wenn um 15:00 Uhr die Grands Prix beginnen. Denn die DTM hat traditionell immer wieder von der Formel 1 profitiert.

Formel 1 des GT-Sports?

Das war schon in der Hersteller-Ära so, als Mika Häkkinen, David Coulthard, Ralf Schumacher, Jean Alesi oder Heinz-Harald Frentzen nach der Formel 1 den Sprung in die DTM wagten und sich dort an Spezialisten wie Bernd Schneider abarbeiteten. Das sorgte für Schlagzeilen und volle Ränge.

Dann lieferten Ex-Champion Jenson Button mit seinem Honda-Gaststart in Hockenheim und Robert Kubica, der 2020 eine ganze Saison bestritt, interessante Storys. Aber auch nach dem Wechsel auf das GT3-Reglement wurde die DTM als "Formel 1 des GT-Sports" bezeichnet. Ein berechtigter Vergleich? Als eine von wenigen GT-Serien setzt die DTM auf nur einen Fahrer pro Auto - und ist dadurch zugänglicher als klassische Langstreckenformate.

"Das ist ein komplett anderer Sport", sagt Berger über traditionelle GT-Serien. "Unser Modell ist eigentlich genau gleich wie das Formel-1-Modell. Die Rennfahrer sind Profis, die schnellsten treffen aufeinander und kämpfen um den Titel." Dazu kommen Boxenstopps unter zehn Sekunden, wie man sie aus der Formel 1 kennt.

Red-Bull-Projekt mit F1-Flair Auslöser für DTM-Rettung

Liam Lawson

Das Red-Bull-Projekt mit Ferrari macht die DTM für Teams und Marken attraktiv Zoom

Außerdem ist es dem Österreicher durch seine guten Kontakte zu Red Bull und Ferrari gelungen, in der DTM weiterhin für Formel-1-Flair zu sorgen. Die Bekanntgabe der beiden AF-Corse-Ferraris, deren Red-Bull- und AlphaTauri-Branding sofort an die Formel 1 erinnert, mit Alex Albon im Cockpit war im Vorjahr ein Schlüsselfaktor bei der Rettung der Serie.

Denn der Auftritt von Red Bull - nach mehreren Jahren DTM-Pause - war laut Informationen von 'Motorsport-Total.com' ein entscheidendes Signal für Player wie Mercedes-AMG, doch noch die Serie zu unterstützen. Und ein Feld von insgesamt 19 Autos zu ermöglichen. Ein Jahr später sind es nun 29 Boliden.

Von der DTM in die Formel 1?

"Wir haben es geschafft, dass es immer eine Connection zur Formel 1 gibt", sagt Berger. "Wir sind neben der Formel 2 die einzigen, die es hinkriegen, dass von uns Fahrer in die Formel 1 aufgenommen werden", verweist er auf Albon, der nach seinem Red-Bull-Aus als Teamkollege von Max Verstappen ein DTM-Jahr einlegte und 2022 bei Williams ein Comeback schaffte.

"Du kannst über die Formel 2 hineinkommen - das ist der logische und direkte Weg. Aber du kannst auch sagen: Wenn ich in der DTM einen super Job mache, dann haben die auch ein Auge auf mich. Der nächste, der meiner Meinung nach in der Formel 1 sein wird, ist Liam Lawson."

Lawson fuhr zwar in der DTM parallel zur Formel 2, doch der neuseeländische Red-Bull-Junior nutzte die Serie, um mehr Erfahrung im Umgang mit den Medien zu erlangen und durch seine starken Auftritte und Siege in der Öffentlichkeit sein Profil zu schärfen. Und er bot den Fans die Gelegenheit, einen potenziellen zukünftigen Formel-1-Star in einer frühen Karrierephase zu erleben.

Selbst Max Verstappen verfolgte 2021 die DTM

Und tatsächlich wurde die DTM auch im Formel-1-Fahrerlager wahrgenommen. "Wir haben die Übertragungen auch bei der Formel 1 immer verfolgt", offenbart Red Bulls Motorsportkonsulent Helmut Marko, dass in der Red-Bull-Box vor den Formel-1-Rennen im Vorjahr die DTM-Übertragungen liefen.


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Und je klarer wurde, dass Red-Bull-Junior Lawson um den Titel fährt, desto größer wurde das Interesse: "Immer mehr Leute haben zugeschaut - auch ein Max Verstappen."

Umso wichtiger war es für die DTM, auch 2022 Red Bull und Ferrari mit dem AF-Corse-Team an Bord zu halten, was nach dem kontroversen Saisonfinale und den Ausstiegsgedanken ein Kraftakt für DTM-Boss Berger und DTM-Manager Frederic Elsner war. Doch die Mühen haben sich ausgezahlt. Auch wenn AF Corse dieses Jahr wegen der Überschneidungen mit der Formel 1, bei der die Formelserien im Rahmenprogramm fahren, keinen Red-Bull-Junior mehr im Cockpit hat.

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