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Offiziell: So elektrisch wird Mercedes-AMG

Das konventionelle Antriebe auch bei AMG verschwinden werden, war abzusehen - Jetzt gibt es einen konkreten Ausblick auf die Zukunft

(Motorsport-Total.com/Motor1) - Die Elektrifizierung schreitet auch bei Mercedes in großen Schritten voran. Neben den vollelektrischen Modellen EQA und EQC steht am 15. April noch die Premiere der E-Luxuslimousine EQS bevor. Doch auch bei der teilweisen Verstromung der Modellpallette macht der Hersteller keine halben Sachen mehr.

Und so müssen Fans von blubbernden und süffigen V8-Motoren jetzt stark sein, denn das großartige 4,0-Liter-Aggregat, das aktuell noch bis hinunter in die C-Klasse dekliniert wird, soll in Zukunft komplett von einem neuen Hybrid-Antriebsstrang verdrängt werden.

Ob das gut wird? Bei der Veranstaltung "AMG Future of Driving Performance" gibt der Hersteller nun einen Ausblick. Dürfen wir vorstellen: der E-Performance-Antriebsstrang von Mercedes-AMG. Vorerst in Form des "AMG Modular Concept Performance Hybrid".

Neben Leistungssteigerungen steht dem elektrifizierten Antriebsstrang natürlich ein Grundgedanke vor: Die Effizienz des Fahrzeugs soll verbessert werden, was zu geringeren Emissionen und einem niedrigeren Kraftstoffverbrauch führt. So kombiniert das System den 4,0-Liter-V8-AMG-Motor an der Vorder- mit einem permanenterregten Synchron-Elektromotor an der Hinterachse.

Komplettiert wird das System mit einer in Affalterbach entwickelten High-Performance-Batterie und dem AMG-Allradantrieb 4MATIC+ mit vollvariabler Drehmomentverteilung.

Der Elektromotor (der je nach Modellreihe bis zu 150 kW Leistung und 320 Newtonmeter Drehmoment liefert) ist an der Hinterachse untergebracht und mit einem elektrisch schaltbaren Zweiganggetriebe sowie einem elektronisch geregelten Sperrdifferenzial in einer kompakten Electric Drive Unit (EDU) integriert. Das Batteriepaket sitzt ebenfalls im Heck und ist oberhalb der Hinterachse untergebracht. Somit soll sich eine attraktive Gewichtsverteilung ergeben.

Die hohe Leistungsfähigkeit der 400-Volt-Batterie basiert auf einem Direktkühlsystem: Erstmals werden die 560 Zellen des Pakets nämlich einzeln mit insgesamt 14 Liter Kühlflüssigkeit umspült und so gekühlt. So soll der Akku immer in einem einheitlichen, optimalen Betriebstemperaturbereich von 45 Grad Celsius bleiben. Unabhängig davon, wie oft er geladen oder entladen wird.

2021 Mercedes-AMG E-PERFORMANCE

2021 Mercedes-AMG E-PERFORMANCE Zoom

Nur durch eine effektive Direktkühlung ist es daher möglich, Zellen mit einer sehr hohen Leistungsdichte einzusetzen. Was heißt das im Falle der AMG-Batterie? Die intern HPB80 genannte Variante mit 6,1 kWh Kapazität kann 70 kW Dauerleistung und 150 kW Spitzenleistung für zehn Sekunden abrufen.

Die Batterie wiegt 89 Kilogramm und erreicht damit eine Leistungsdichte von 1,7 kW/kg. Konventionelle Batterien ohne direkte Zellkühlung erreichen etwa die Hälfte dieses Wertes. Eine Energierückgewinnung ist in vier Stufen möglich, in der höchsten davon mit bis zu 90 kW.

Die Zahlen sprechen für sich: mehr als 600 kW Systemleistung und mehr als 1.000 Newtonmeter Systemdrehmoment sollen möglich sein. Damit verspricht AMG Beschleunigungszeiten auf 100 km/h, die unter der 3-Sekunden-Marke liegen. Bewundern können wir den Antrieb als 73e in künftigen AMG-Modellen wie dem neuen Mercedes SL.

AMG spricht darüber hinaus davon, dass das sofortige Ansprechen des elektrischen Antriebs, die schnelle Entwicklung des Drehmoments und die optimale Gewichtsverteilung im Fahrzeug neue Rekorde in Bezug auf Längs- und Querdynamik ermöglichen sollen.

Parallel zur Entwicklung der Achtzylinder-Hybridantriebe, arbeitet AMG auch an einem Set-up mit dem 2,0-Liter-Vierzylinder-Benziner (M 139). Bisher quer unter die Haube gesteckt wird das Aggregat in den E-Performance-Varianten nun längs platziert, tiergreifend überarbeitet und noch einmal verbessert. In Zahlen bedeutet dies, dass mittels neuem elektrischen Abgasturbolader bis zu 450 PS (330 kW) aus dem Vierzylinder gequetscht werden können.

Kombiniert wird das Ganze dann mit einem Elektromotor, der 204 PS (150 kW) entwickeln kann. Damit dürfte der V8 auf kurz oder lang selbst aus den aktuell potentesten AMG-Modellen verschwinden. Bestätigt hat Mercedes-AMG ja bereits, dass die nächste Generation des C 63 genau diesen Antriebsstrang erhalten wird.

Doch AMG setzt noch einen drauf. Denn da Porsche mit dem Taycan und Audi mit dem RS e-tron GT ziemlich potente Elektro-Performance-Fahrzeuge im Programm haben, wird auch Affalterbach echte Mercedes-AMG-Modelle auf Basis der EQ-Derivate (also EQA, EQC und EQS) entwickeln. Und das wird schneller gehen als vielleicht erwartet. Denn laut Hersteller will man noch in diesem Jahr mit einem ersten Fahrzeug starten.

Welcher Wagen der erste vollelektrische Mercedes-AMG werden wird, ist noch nicht durchgesickert. Da es bei solchen Entwicklungen aber immer etwas Vorlauf braucht und das Mittelklasse-SUV namens EQC schon am längsten auf dem Markt ist, rechnen wir derzeit damit, dass wir bald über einen neuen Mercedes-AMG EQC 43 oder einen Mercedes-AMG EQC 53 (Namen sind erfunden) berichten können.

Nicht unwahrscheinlich ist aber auch ein potenter Bruder des Mercedes EQS, dessen "Normalversion" am 15. April offiziell vorgestellt wird.

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