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  • 27.08.2021 · 12:59

  • von Adrian Padeanu

Mercedes halbiert Motorenangebot aufgrund der Euro 7-Vorschriften

Strengere Abgasvorschriften, die später in diesem Jahrzehnt in Kraft treten, werden Mercedes dazu zwingen, die Zahl der Motorvarianten zu halbieren

(Motorsport-Total.com/Motor1) - Ein kürzlich von der Europäischen Kommission unterbreiteter (und ziemlich schockierender) Vorschlag sieht vor, den Verkauf von Neuwagen mit Verbrennungsmotor in Europa bereits 2035 einzustellen. Damit das Verbot in Kraft treten kann, müssen die 27 Mitglieder der Europäischen Union darüber abstimmen.

2022 Mercedes-Maybach S680 Zoom

Aber in der Zwischenzeit werden die Autohersteller wahrscheinlich gezwungen sein, ihr Angebot an Benzin- und Dieselfahrzeugen zu reduzieren. Und warum? Die Euro-7-Vorschriften sind im Anmarsch. Die strengeren CO2-Emissionen, die voraussichtlich im Jahr 2025 in Kraft treten, werden Kleinwagen mit Verbrennungsmotoren in Gefahr bringen.

Der Grund dafür ist, dass es für die Autohersteller schwierig sein wird, nach der aufwendigen Anpassung der Benzin- und Dieselmotoren an die Vorschriften noch Gewinne zu erzielen. Das Gleiche gilt für Hochleistungsfahrzeuge mit ihren typischerweise benzinschluckenden Motoren. Aus diesen Gründen denkt Mercedes voraus und plant, viele Motorvarianten abzuschaffen.

In einem Interview mit dem britischen Magazin Autocar gab Markus Schäfer, Chief Operating Officer bei Mercedes-Benz Cars, zu, dass die Marke ihre Motorvarianten in diesem Jahrzehnt im Wesentlichen halbieren wird: "[Wir] werden die Zahl der Motorvarianten bis zur Euro 7-Norm um etwa 50 Prozent reduzieren." Ein Beispiel ist die Umstellung des AMG C 63 der nächsten Generation von einem V8 auf eine elektrifizierte Version des Vierzylindermotors des AMG A 45.

Wie wird Euro 7 die Motoren verändern? Nach Vorschlägen des Konsortiums für ultraniedrige Fahrzeugemissionen (Clove) der Europäischen Kommission könnten Autos mit einem mehrstufigen "Superkatalysator" ausgestattet werden. Autocar hat sich die Dokumente angesehen und herausgefunden, dass benzinbetriebene Autos mit einem beheizten elektrischen Katalysator, zwei Dreiwegekatalysatoren, einem Partikelfilter und einem Ammoniak-Schlupfkatalysator ausgestattet werden müssten.

Darüber hinaus könnten Euro 7-konforme Autos einen in den Fahrzeugcomputer eingebauten Diagnosesystem bekommen, das den Motor jederzeit analysiert und sicherstellt, dass er die Emissionsgrenzwerte für 150.000 Meilen (241.400 Kilometer) einhält. Das klingt alles ziemlich teuer in der Umsetzung, weshalb wir von anderen Autoherstellern mit Sicherheit auch Pläne zur Vereinfachung des Motorenportfolios hören werden.

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Es scheint, dass die Euro 7-Norm ein weiterer Nagel im Sarg des Verbrennungsmotors sein wird und die Autohersteller dazu zwingt, den Umstieg auf Elektrofahrzeuge zu beschleunigen. Mehrere Marken haben bereits angekündigt, bis zum Ende des Jahrzehnts auf ein rein elektrisches Angebot umzustellen, darunter Jaguar (2025), Opel (2028), Ford of Europe (2030), Volvo (2030), Bentley (2030) und andere.

Auch Mercedes will den Verbrennungsmotor bis zum Ende des Jahrzehnts abschaffen, aber nur dort, "wo es die Marktbedingungen erlauben". Das ist ein ehrgeiziges Ziel für eine Luxusmarke, die immer noch das verkauft, was in der Automobilindustrie das Äquivalent eines Dinosauriers ist - einen V12-Motor. Das 6,0-Liter-Twin-Turbo-Triebwerk ist nur in der Maybach S-Klasse und der kürzlich vorgestellten gepanzerten Mercedes S-Klasse Guard erhältlich.

Quelle: Autocar

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