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  • 01.03.2022 · 14:02

  • von Stefan Leichsenring

MAN stellt seinen ersten Elektro-Lkw als Prototyp vor

MAN setzt bei Lastern weiterhin vor allem auf den reinen Elektroantrieb - Für die Zeit nach 2030 entwickelt man aber auch einen Wasserstoff-Lkw

(Motorsport-Total.com/Motor1) - Der erste Elektro-Laster von MAN soll ab Anfang 2024 rollen - etwa ein Jahr früher als ursprünglich geplant. Dann sollen zunächst 200 Stück im Münchner Hauptwerk vom Band laufen.

MAN Elektro-Laster Zoom

Ein seriennaher Prototyp auf Basis der neuen Laster-Generation von MAN wurde nun in Nürnberg vorgestellt. Die Batteriepakete dafür will der Lkw-Hersteller selbst zusammenschrauben. Deshalb erprobt man schon seit Frühjahr 2021 die Montage in einer Technikumsanlage am Standort Nürnberg.

Zur Technik des Elektro-Lasters machte MAN noch keine Angaben

Zur Technik des Elektro-Lasters machte MAN noch keine Angaben Zoom

Was die Alternative zum Batterie-Lkw angeht, den Brennstoffzellen-Laster, so habe er mehr Reichweite, aber die Energiekosten seien auch deutlich höher. Und die hätten bei intensiv genutzten Nutzfahrzeugen den größten Anteil an den Gesamtkosten (Total Cost of Ownership, TCO). Wasserstoff als Energieträger für Nutzfahrzeuge werde erst später relevant, glauben die MAN-Fachleute. Denn Grüner Wasserstoff werde zunächst nicht in ausreichender Menge vorhanden sein. Die vorhandene Menge dürfte vorrangig in der Stahl- und Chemieindustrie zum Einsatz kommen.

MAN-Vorstandsvorsitzender Alexander Vlaskamp sagte, der Fokus von MAN liege "klar auf den batterie-elektrischen Antrieben. Sie bilden die Grundlage für unsere schweren E-Trucks, die wir ab 2024 auf den Markt bringen. Erst wenn weit nach 2030 ausreichend grüner Wasserstoff und auch die entsprechende Infrastruktur vorhanden sein sollte, rechnen wir in ausgewählten Anwendungsgebieten auch mit dem Einsatz von H2-Lkw."

Um aber auch für die Wasserstoff-Ära gerüstet zu sein, entwickelt MAN einen Brennstoffzellen-Lkw. Dabei kooperiert man mit Bosch, Faurecia und ZF. Der Wasserstoff-Laster soll ab Mitte 2024 an fünf Kunden in Bayern ausgeliefert werden, nämlich BayWa, DB Schenker, Gress Spedition, Rhenus Logistics und Spedition Dettendorfer. Die Firmen sollen die Brennstoffzellen-Trucks dann ein Jahr lang im realen Betrieb testen. Für die Entwicklung des Wasserstoff-Lasters gab das Land Bayern nun eine Förderzusage in Höhe von 8,5 Millionen Euro.

Posieren vor dem Prototyp: Markus Söder (rechts vor dem Lkw) und MAN-Chef Vlaskamp (links vor dem Lkw)

Posieren vor dem Prototyp: Markus Söder (rechts vor dem Lkw) und MAN-Chef Vlaskamp (links vor dem Lkw) Zoom

Im März 2021 hatte Traton-Chef Matthias Gründler gesagt, man setze ganz klar auf den Elektro-Lkw. Wasserstoff-Laster würde man auch anbieten, doch die wären nur ein Nischenphänomen, etwa für den Fernlastschwerverkehr, für Zementmischer oder für Fernreisebusse, deren Pausen zu Kurz fürs elektrische Nachladen sind.

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MAN war bis September 2021 eine VW-Marke. Seither gehört sie zur Firma Traton, in der der Volkswagen-Konzern seine Nutzfahrzeug-Marken MAN, Scania und einige andere zusammengefasst hat. Traton engagiert sich zusammen mit Daimler Truck und der Volvo Group für ein besseres Ladenetz für Elektro-Lkw. Zusammen wollen die drei Partner im Rahmen eines Joint Ventures ein "Hochleistungsladenetz" in Europa aufbauen, wie Traton im Dezember meldete.

An Elektrofahrzeugen hat MAN hat bisher nur den Elektro-Transporter eTGE und den Elektrobus Lion's City E im Programm. Letzterer ist ein 12 Meter langer Stadtbus, der mit seinen sechs 80-kWh-Batterien bis zu 350 Kilometer schafft. Der Bus war im Herbst im Rahmen der IAA als Shuttlefahrzeug unterwegs, wie MAN damals meldete.

Quelle: MAN

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