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  • 21.09.2021 · 13:07

  • von Roland Hildebrandt

Ford Fiesta vs. VW Polo: Facelifts im ersten Vergleich

Kurz nacheinander erhalten der VW Polo und der Ford Fiesta 2021 eine umfangreiche Modellpflege - Wo liegen die Unterschiede bei beiden Kleinwagen?

(Motorsport-Total.com/Motor1) - Beide sind Dauerbrenner ihrer Marke im gleichen Segment und mit fast gleicher Tradition: Seit 1976 gibt es den Ford Fiesta, 1975 kam der erste VW Polo heraus. In den letzten Jahren verlief die Karriere beider Kleinwagen auffällig parallel: 2017 erschienen die aktuellen Modelle, 2021 erfolgte jeweils ein großes Facelift. Wir nutzen die Gelegenheit, um die aufgefrischten Versionen auf dem Papier miteinander zu vergleichen.

Ford Fiesta (2022) vs. VW Polo (2021) Zoom

Optik

Auch wenn man es auf den ersten Blick nicht erkennt: Fiesta und Polo sind fast gleich lang. Je nach Version zwischen 4,04 und 4,07 Meter der Ford, 4,05 bis 4,07 Meter der VW. Optisch gibt sich der Polo sachlich, während der Fiesta mit dynamischerer Linienführung und rund fünf Zentimeter weniger Radstand etwas Raum verschenkt.

Das zeigt sich nicht nur beim Platzangebot, sondern auch im Kofferraum: 292 bis 1.093 Liter des Ford stehen 351 bis 1.125 Liter beim VW gegenüber. Einen großen Unterschied gibt es zwischen beiden Kleinwagen: VW bietet den Polo ausschließlich als Fünftürer an, den Fiesta gibt es auch weiterhin mit drei oder fünf Türen.

Ford überarbeitet gleich die ganze Varianten-Welt um den Fiesta, die aus dem normalen Modell, dem abenteuerlustigen Active und dem sportlichen ST besteht. Um in Zukunft mit der Konkurrenz weiter mithalten zu können, sehen die neuen Scheinwerfer des Fiesta nicht nur anders aus, sie arbeiten jetzt serienmäßig mit LED-Technik. Die teureren Varianten können nun außerdem mit Matrix-LED-Scheinwerfern ausgestattet werden, die über ein blendfreies Fernlicht verfügen. Am Heck kommen nun immer LED-Rückleuchten zum Einsatz.

Auch beim VW Polo kommen jetzt LED-Scheinwerfer und LED-Heckleuchten serienmäßig in jede Version. Wie beim Fiesta gibt es gegen Aufpreis Matrix-LED-Licht. Der Polo erhält an Front und Heck eine geänderte Optik im Stil des Golf 8. Auffällig sind der (optionale) LED-Leuchtstreifen entlang der Frontpartie und die sich nun in die Heckklappe streckenden Rückleuchten plus mittigem Modellnamen.

Technik

Die wichtigsten technischen Änderungen bei Fiesta und Polo finden im Innenraum statt. Er wird digitaler. Innen ist beim Polo künftig stets das "Digital Cockpit" mit einem 8,0-Zoll-Screen serienmäßig. Je nach Ausstattung gibt es das "Digital Cockpit Pro" mit einem 10,25 Zoll großen Cockpit an Bord.

Schon hier zeigt sich eine Parallele zum VW Golf 8, doch es wird noch besser (oder schlimmer, je nach persönlichem Standpunkt): Alle wesentlichen Module - bis auf die Klimatisierung - sind in der oberen Querspange der Schalttafel integriert. Diese Querspange wird bis in die vorderen Türen fortgesetzt und ist je nach Ausstattung mit Dekoren in unterschiedlichen Lackierungen verkleidet; drei davon sind neu.

Mittig in einer hochglanzschwarzen Insel angeordnet ist der Screen des Infotainmentsystems. Der einzige zusätzliche Taster in diesem Bereich ist der Warnblinkschalter.


Fotostrecke: Ford Fiesta vs. VW Polo: Facelifts im ersten Vergleich

Pluspunkt für den Fiesta: Er setzt zwar künftig auch auf ein digitales Cockpit, übertreibt es aber nicht bei der Abschaffung physischer Tasten und Regler. Ins Cockpit zieht ein 12,3-Zoll-Fahrerdisplay und eine in die Windschutzscheibe montierte Kamera, die mit dem Navigationssystem zusammenarbeitet.

Im Zuge dessen wurden auch die Assistenzsysteme sowie die Konnektivität-Features dem aktuellen Klassenstandard angepasst. Speziell der ST freut sich über neue Performance-Sitze. Ansonsten halten sich die Neuerungen im Interieur in Grenzen.

Antriebe

Wie beim jüngst gelifteten Seat Ibiza und dem ganz neuen Skoda Fabia gibt es auch im VW Polo keine Mildhybrid-Benziner. Der Diesel entfiel bereits im August 2020. Übrig geblieben sind fünf Ottomotoren: Die zur Markteinführung erhältlichen Benziner bieten 80 PS, 95 PS und 110 PS. Die Aggregate mit 95 und 110 PS wird es optional mit einem 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe (DSG) geben. Serienmäßig ist es beim stärksten Benziner mit 150 PS.

Darüber hinaus wird es den Polo wieder als 1.0 TGI mit einem monovalenten Erdgas-/Benzinantrieb geben. Der 1.0 TGI leistet 90 PS.

Kaum Änderungen sind auch bei den Fiesta-Antrieben zu vermelden, hier hatte Ford schon seit 2020 aufgeräumt. Beim normalen Fiesta und dem Active-Modell wird weiterhin der 1,0-Liter-EcoBoost-Motor verbaut, der mit 100, 125 und 155 PS erhältlich ist. Neu ist jetzt, dass die beiden stärkeren Ausprägungen dieses Turbo-Dreizylinders nun durch ein 48V-Mildhybrid-System unterstützt werden.

Fiesta und Polo einst:
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Ford Fiesta

Ford Fiesta Zoom

Basis-Benziner ist wie gehabt der 1,1-Liter-Sauger mit 75 PS. Wer im Fiesta eine Automatik haben möchte, bekommt diese ausschließlich für den 125-PS-Motor. Die Doppelkupplungs-Box weist hier sieben Gänge auf. Auch im Fiesta gibt es keine Diesel mehr. Sehen wir uns die Motoren für Fiesta und Polo in der Übersicht an:

Ford Fiesta (2022):
VW Polo (2021):

Ford Fiesta (2022): 1.1 (75 PS)
VW Polo (2021): 1.0 (80 PS)

Ford Fiesta (2022): 1.0 EcoBoost (100 PS)
VW Polo (2021): 1.0 TSI (95 PS)

Ford Fiesta (2022): 1.0 EcoBoost (125 PS)
VW Polo (2021): 1.0 TSI (110 PS)

Ford Fiesta (2022): 1.0 EcoBoost (155 PS)
VW Polo (2021): 1.5 TSI (150 PS)

Ford Fiesta (2022): 1.5 EcoBoost (200 PS)
VW Polo (2021): 2.0 TSI (207 PS)

VW Polo (2021): 1.0 TGI (90 PS)

Die Sport-Varianten

Ford Fiesta und VW Polo gehören zu den wenigen Kleinwagen, die noch explizite Sportversionen mit 200 PS aufwärts im Modellprogramm haben. Sowohl der Fiesta ST als auch der Polo GTI wurden zum Facelift leistungsseitig aufgepeppt. Beide bieten nun das gleiche maximale Drehmoment und exakt gleiche Beschleunigungszeiten.

Zunächst der ST: Das Drehmoment des 1,5-Liter-Motors schwillt um knapp 10 Prozent an und hat nun einen neuen Maximalwert von 320 Newtonmetern (plus 30 Nm). Leistung (200 PS), 0-100-km/h-Zeit (6,5 s) und Höchstgeschwindigkeit (230 km/h) bleiben aber identisch. Gegen Aufpreis kann jetzt ein mechanisches Sperrdifferenzial geordert werden, um das Handling in Kurven zu verbessern.

Der Fiesta ST wird ausschließlich als 3-Türer in der Ausstattungsversion "X" ausgeliefert und geht mit einer aggressiveren Frontansicht an den Start: Der obere und untere Kühlergrill erhalten Wabeneinsätze. Dabei wird der obere und die großen seitlichen Luftauslässe farblich abgesetzt, während Ford die aerodynamisch optimierte Frontlippe und die Seitenschweller-Verkleidungen ebenso in Wagenfarbe lackiert wie den hinteren Dachspoiler und den Heck-Diffusor. Der Ford Fiesta ST X rollt ab Werk auf 18-Zoll-Rädern.

Unter der Haube des Polo GTI sitzt weiterhin der schon aus dem Vor-Facelift bekannte 2,0-Liter-TFSI-Motor. Der Vierzylinder leistet mit jetzt 207 PS genau 7 PS mehr. Allerdings liegt die Maximalleistung jetzt erst 200 Touren später bei 4.600 U/min an. Das Drehmoment von 320 Nm blieb identisch. Jedoch wurde der Bereich um 150 Touren vergrößert und es liegt nun auch noch bei höheren Drehzahlen bis insgesamt 4.500 U/min an.

VW Polo GTI

VW Polo GTI Zoom

Gekoppelt wird der Turbomotor des Fronttrieblers nun ausschließlich mit dem bekannten 7-Gang-DSG. Von 0-100 km/h geht es künftig in 6,5 Sekunden und die Höchstgeschwindigkeit liegt unverändert bei 240 km/h. Fahrdynamisch sicherlich wertvoll: Das weiterhin serienmäßige Sportfahrwerk, das die GTI-Karosse gegenüber einem normalen Polo um 15 Millimeter absenkt.

Preise

Noch kann der neue Fiesta nicht bestellt werden, ein Startdatum nennt der Hersteller auch noch nicht. Die Auslieferungen sollen aber Anfang 2022 beginnen. Bislang beginnt die Fiesta-Welt in der Ausstattungslinie Trend und dem 75 PS starken 1,1-Liter-Saugbenziner bei 14.350 Euro.

Die Einstiegs-Versionen sind auch künftig Trend (ab 14.600 Euro) und Cool & Connect (ab 16.550 Euro). Darüber angesiedelt sind die Ausstattungsversionen Titanium, Active und ST-Line - von diesen drei Ausstattungsversionen gibt es jeweils noch eine "X" und eine Vignale-Version. Der ST beginnt künftig bei 27.750 Euro.

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Deutlich deftiger langt VW beim neuen Polo GTI zu, der indes stets das DSG und LED-Matrix-Scheinwerfer an Bord hat: 30.300 Euro ruft Wolfsburg mindestens auf. Am anderen Ende rangiert der neue Polo Fresh mit 80 PS in 4 Metallic-Lackierungen sowie 14-Zoll-Stahlfelgen. Hier schreibt der Händler 15.995 Euro auf die Quittung. Serienmäßig sind neben den erwähnten LED-Leuchten eine Klimaanlage, ein Multifunktionslenkrad, das Radio "Composition" und ein Spurhalteassistent an Bord.

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