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Der Renault Twingo bekommt keinen Nachfolger

CO2-Normen, Abgasvorschriften, das Ende der Kooperation mit Smart und Kostendruck sorgen für das Aus der Kleinwagen-Legende

(Motorsport-Total.com/Motor1) - Innerhalb von rund drei Jahrzehnten ist der Renault Twingo zu einer automobilen Ikone geworden, vor allem dank der ersten Version aus dem Jahr 1993, die durch ihr knuffiges Design, ihre geringe Größe und vor allem ihr dennoch gutes Platzangebot für ein so kleines Fahrzeug auffiel.

Renault Twingo Electric (2021) Zoom

Doch nun scheint das Totenglöcklein für den Twingo zu läuten. Das ist zumindest den Äußerungen des neuen Renault-Konzernchefs Luca De Meo gegenüber dem französischen Wirtschaftsmagazin Challenges zu entnehmen.

"Renault wird das A-Segment aufgeben", sagt Luca De Meo dort. "Ich finde es schade, diesen Fahrzeugtyp aufzugeben, aber kleine Autos mit Verbrennungsmotor werden aufgrund der europäischen Normen verschwinden", so der Renault-Boss weiter. Mit der Verschärfung der Normen "wird es sehr schwierig, ein 3,60 Meter langes Verbrennermodell rentabel zu machen".

Die Rentabilität ist in der Tat die Achillesferse des Renault-Konzerns im Moment. Vor ein paar Tagen hat Luca de Meo die neue Strategie des Unternehmens vorgestellt, und offensichtlich werden harte Entscheidungen getroffen werden müssen, um Rentabilität und die Einhaltung von Abgas- und CO2-Normen zu verbinden. Generell hätte ein neuer Twingo ohne Partner nicht rentabel sein können, insbesondere seit dem Ende der Kooperation zwischen Daimler und Renault in diesem Segment.

Kultiger Youngtimer: Der erste Renault Twingo

Kultiger Youngtimer: Der erste Renault Twingo Zoom

Immerhin ist Renault mit dieser Entscheidung nicht alleine. Auch der Peugeot 108 und der Citroën C1 stehen auf der Kippe, während Toyota einen neuen Aygo entwickelt. Den VW Up samt seiner Geschwister von Seat und Skoda gibt es seit 2011, das Trio wird wohl als Elektroauto noch bis zum Debüt eines ID.1 weiterlaufen.

Der Opel Karl und der Ford Ka+ sind bereits beerdigt worden. Hauptsächlich die Koreaner und Japaner halten bei den Cityflitzern noch die Fahne hoch.

"Wir sind nicht in der Lage, ein solches Modell komplett alleine zu bauen", bedauert Luca De Meo. Der aktuelle Renault Twingo wird zusammen mit dem Smart Forfour im Renault-Werk in Novo Mesto (Slowenien) montiert. Doch Daimler hat sich aus der Partnerschaft zurückgezogen, um in China die Führung für die nächste Generation des Smart zu übernehmen.

In diesem Zusammenhang wurde im März 2019 eine Vereinbarung mit Geely für die Produktion zukünftiger elektrischer Smart getroffen. Die Produktion soll im Jahr 2022 beginnen.

 Renault Twingo Electric

Renault Twingo Electric Zoom

Der aktuelle Renault Twingo wird daher wohl innerhalb der nächsten zwei bis drei Jahre auslaufen. Dennoch sind die Ergebnisse alles andere als schlecht für den französischen Stadtflitzer, der im vergangenen Jahr immer noch rund 43.000 Einheiten verkauft hat, ganz zu schweigen von einer neuen vollelektrischen Version, die jetzt bei den Händlern steht.

Die Entscheidung von Renault ist kein Einzelfall, denn das A-Segment befindet sich im stetigen Niedergang, genau wie die PSA-Gruppe, die ihre Partnerschaft mit Toyota beendet hat. Der japanische Automobilhersteller wird damit 100-prozentiger Eigentümer des Werks Kolin in der Tschechischen Republik, in dem bisher der Citroën C1, der Peugeot 108 und der Toyota Aygo produziert wurden.

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Nach dem Auslaufen des Twingo wird sich der Konzern auf andere Klein- und Elektromodelle konzentrieren, wie zum Beispiel den zukünftigen Renault 5. Zudem dürfte der 3,73 Meter lange Dacia Spring den Twingo teilweise beerben. Falls der Twingo dem Beispiel des R5 folgt, ist es wahrscheinlich, dass er in den kommenden Jahren vielleicht als Retro-Elektroauto im Stil des Urmodells von 1993 zurückkehrt.

Quelle: Challenges.fr

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