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Rückblick: 62 Jahre 125er-WM

2011 endete nach 62 Jahren die Geschichte der 125er-WM - Rückblick über die drei Phasen der Serie mit Besonderheiten und technischen Highlights

(Motorsport-Total.com) - Das Motorrad-Jahr 2011 war zweifellos geschichtsträchtig. Zum letzten Mal ging in der Motorrad-WM mit den 125ern eine Zweitaktklasse an den Start. Ab der Saison 2012 wird die Einstiegsklasse durch die Moto3 ersetzt. Seit 1949 waren die 125er Teil der Weltmeisterschaft. Damit stellte sie die letzte Klasse dar, die seit dem Beginn der Motorrad-Weltmeisterschaft ausgetragen wurde.

Nicolas Terol

Nicolas Terol ist der letzte Weltmeister in der Geschichte der 125er-WM

Unverändert blieb das Reglement aber nicht. In den Anfangsjahren hatten die Hersteller deutlich mehr Spielraum für innovative Lösungen als in den finalen Jahren der Serie. Anfangs wurden Viertakt-Singles eingesetzt, die nur knapp über zehn PS hatten. Ducati überraschte 1958 mit einem Zweizylinder-Motorrad, das erstmals auf die desmodromische Ventilsteuerung vertraute, die später zum Markenzeichen der Italiener wurde.

Auf dem Tank klebte ein ganz anderes Markenzeichen: Das springende Pferd, welches durch die Beziehung zu Enzo Ferrari und dessen Drängen auf die Entwicklung der Desmodromik auf der Ducati präsent war. Später verzichtete man aber auf das Markenzeichen des Sportwagenherstellers.

Das Wettrüsten beginnt

1963 setzte Suzuki einen Zweitakter ein, der die Konkurrenz überraschte. MZ zeigte diesen Trend bereits ein Jahr eher und stellte mit etwa 25 PS das stärkste Aggregat im Feld. Ende der 1960er entbrannte ein Technologiekrieg, in dem Honda mit der legendären luftgekühlten Fünfzylindermaschine mit Viertaktbauweise und Yamaha mit der wassergekühlten 4-Zylinder-Zweitaktmaschine ihre Technologiekompetenz unter Beweis stellen wollten.

¿pbvin|2|4199||0|1pb¿Der Honda-Fünfzylinder drehte über 20.000 Umdrehungen pro Minute und lieferte bereits 34 PS. Damit konnte Luigi Taveri 1966 den Weltmeistertitel sicherstellen. Yamahas Antwort war leistungsmäßig überlegen. Doch ein schmaler Leistungsbereich von gerade einmal 1.500 Touren machte ein Neunganggetriebe nötig. Dafür lag die Literleistung bei sensationellen 336 PS/Liter Hubraum. 1968 war Phil Read der letzte Weltmeister in der ersten Ära der Serie.

Die zweite Ära

1969 wurde dem Wettrüsten ein Riegel vorgeschoben. Die FIM beschloss, das Reglement auf zwei Zylinder und sechs Gänge zu limitieren. Damit fiel die Leistung wieder auf etwas mehr als 35 PS. Mit diesem Umstieg war klar, dass die Zukunft der Serie klar in Richtung Zweitakt geht. Zu Beginn dieser zweiten Ära wurde Dieter Braun auf Suzuki Weltmeister, bevor Angel Nietos beeindruckende Erfolge ihren Anfang nahmen.

Der Spanier holte sich 1971 und 1972 mit Derbi seine ersten Titel. Die Leistung der Zweizylinder erreichte inzwischen wieder über 40 PS. Bis zum Ende der zweiten Ära kam Garelli der magischen Marke von 50 PS immer näher, bevor es 1988 erneut zu einer Überarbeitung des Reglements kam. Doch bevor es soweit war, fuhr Nieto weitere fünf WM-Titel ein und ist mit seinen sieben Meisterschaftssiegen der erfolgreichste Fahrer dieser Klasse. Mit 62 Siegen dominiert der Spanier klar die Statistik.

Zurück zu alter Leistung

Seit der Saison 1988 befand sich die 125er-WM in der finalen Ära. Von etwa 47 PS fiel die Leistung durch die Limitierung auf lediglich einen Zylinder auf knapp 40 PS. Jorge Martinez wurde mit Derbi der erste Weltmeister nach der Reglementanpassung. Später kam es zum Kampf zwischen Aprilia und Honda.

Loris Capirossi

Einmalig: Loris Capirossi holte bereits in seinem ersten Jahr den WM-Titel Zoom

Loris Capirossi gelang 1990 im Alter von 17 Jahren das Kunststück, bereits in der ersten Saison Weltmeister zu werden. 2011 beendete der Italiener seine beeindruckende Karriere. 1993 hatten die deutschen Fans wieder Grund zum Jubeln: Dirk Raudies gewann den WM-Titel mit Honda. Vier Jahre später war Valentino Rossi erfolgreich. Kurios: 1999 sicherte sich Emilio Alzamora den WM-Titel, ohne einen einzigen Sieg.

Zur Jahrtausendwende lag die Leistung der Motoren bei über 50 PS. 2004 wurde die Serie für ältere Piloten geschlossen. Das Maximalalter lag bei 28 Jahren. Damit stellten die 125er unumstritten die Einsteigerklasse dar. Das Mindestalter wechselte in den finalen Jahren zwischen 15 und 16 Jahren. in den letzten vier Jahren war Aprilia/Derbi dominant. Mit etwa 54 PS lag die Literleistung bei unglaublichen 432 PS/Liter Hubraum. Nicolas Terol ging als letzter Weltmeister der Serie in die Geschichte ein.

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