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  • 21.11.2011 · 18:10

Terol: Großes Interview mit dem Weltmeister

Nicolas Terol geht als letzter Zweitakt-Weltmeister in die Motorrad-Geschichte ein - Rückblick auf eine Saison voller Höhen und Tiefen

(Motorsport-Total.com) - Der Kampf um den letzten Weltmeistertitel in einer Zweitakt-Saison schien anfangs nicht besonders spannend zu werden. Mit drei Siegen machte Nicolas Terol seine Titelambitionen klar. Mitte der Saison hatte der Spanier allerdings zwei Tiefpunkte, durch die die WM wieder spannend wurde. Im großen Interview erinnert sich der neue Weltmeister an die Saison 2011 und gibt einen Einblick in seine Gefühle nach dem Gewinn der Meisterschaft.

Nicolas Terol

Nicolas Terol sicherte sich vor Johann Zarco den letzten Zweitakttitel

Frage: "Gratulation zum Weltmeistertitel! Musst du dich immer noch selbst kneifen oder hast du den Titel realisiert?"
Nicolas Terol: "Vielen Dank. Es kommt langsam an, aber ist noch nicht komplett da. Ich hatte noch keine Zeit, meinen Kopf frei zu bekommen. Es ist ein wunderbares Gefühl und ich habe angefangen, zu reflektieren und mich an all die harte Arbeit zurück zu erinnern, die wir in dieser Saison geleistet haben. Ich denke, es wird langsam richtig ankommen, wenn die ganze Aufregung vorbei ist und ich wieder Zuhause bin."

Großer Dank ans Team

Frage: "Wie fühlt es sich an?"
Terol: "Im Moment ist es das beste Gefühl, das ich in meinem Leben hatte."

Nicolas Terol

Im Team von Jorge Martinez hat sich Nicolas Terol 2011 sehr wohl gefühlt Zoom

Frage: "Wem ist der Titel gewidmet?"
Terol: "So vielen Leuten... Meinem Vater, meinem Onkel Inda, Xavi, meiner ganzen Familie und all den Leuten, die hinter mir standen. Ich habe immer gesagt, dass man in schlechten Zeiten nicht von jedem die volle Unterstützung bekommt. Natürlich ist er auch dem Team gewidmet, in dem ich mich sehr wohl fühle und Teil einer festen Einheit bin. Ich möchte diesen Titel auch meinem Chef und Freund Jorge Martinez 'Aspar' widmen."

Frage: "Nachfolger von Tormo, 'Aspar' und 'Champi' - wie hört sich das an?"
Terol: "Schön. Sehr schön, weil ich sie als großartige Champions in Erinnerung habe und schon als kleiner Junge davon träumte, eines Tages gemeinsam mit ihnen erwähnt zu werden. Es sind diese Träume, die vielleicht dazu führten, dass ich auch ein Teil dieser Geschichte wurde. Ich beginne, es langsam zu realisieren und das bringt mir ein Lächeln von einem Ohr zum anderen."

Frage: "Was würdest du 'Aspar' von einem Weltmeister zum anderen sagen?"
Terol: "Danke für meine gesamte Karriere, von den Cuna de Campeones an. Ich bin wirklich glücklich, dass ich meinen Traum an der Seite des Schuldirektors erreicht habe. Danke für die Möglichkeit in der spanischen Meisterschaft zu fahren. Danke für die Chance im letzten Jahr und all die Ratschläge. Ich denke, er wird stolz auf mich sein."

"Er ist ein großartiger Champion und weiß sehr viel über Motorräder. Mit seiner Erfahrung konnte er mir sagen, was ich benötigte, um diesen Titel zu holen. Ich möchte ihm auch dafür danken, dass er mir ein wunderbares Team von Mechanikern und das beste Material zur Verfügung gestellt hat. Jorge macht alles, was er kann, um sicherzustellen, dass seine Fahrer die besten Motorräder und das beste Material haben."

Greifbarer WM-Titel

Frage: "Wann hast du damit angefangen, zu glauben, dass du Weltmeister werden kannst?"
Terol: "Nach dem letzten Jahr. Wir sind die ganze Saison auf einem hohen Niveau gefahren. Wir haben gut gearbeitet und ich wusste, dass wir es früher oder später schaffen würden, wenn wir so weitermachen. Ich denke, ich kann nicht wirklich sagen, dass ich es vor Sonntag geglaubt habe, als ich den Titel dann sicher hatte. Es müssen Millionen von Dingen zur richtigen Zeit stimmen, aber wenn du an dich selbst glaubst und alles gibst, dann ist es erreichbar."

Nicolas Terol

Die WM-Entscheidung bei den 125ern fiel erst beim Saisonfinale in Valencia Zoom

Frage: "Was waren die Höhen und was waren die Tiefen in diesem Jahr?"
Terol: "Die Siege waren natürlich die Höhepunkte, aber Jerez war besonders, weil es der erste Sieg vor meinen heimischen Fans war. Ich habe durch die Art und Weise, wie wir das gesamte Wochenende dominiert haben, auch Indianapolis genossen. Die härtesten Momente waren die Verletzung in Assen und das technische Problem in Brünn. Nach Brünn hatte ich viele negative Gedanken in meinem Kopf. Zum Glück konnte ich diese mit drei aufeinanderfolgenden Siegen verbannen."

Frage: "Wer war dein härtester Rivale?"
Terol: "Zarco, keine Frage. Er war konstant und am Ende einiger Rennen extrem aggressiv, was es für mich wirklich schwierig machte, ins Ziel zu kommen."

Frage: "Was war der Schlüssel zum Titel?"
Terol: "Konstanz, harte Arbeit und der Wille, niemals aufzugeben, wenn etwas nicht gut funktionierte. Auch die enge Verbindung zum Team. Das hat uns bei unserer Arbeit und unserer Ambition zum Sieg geholfen."

Siege machen süchtig

Frage: "Wie schwierig war es, mit den Höhepunkten der drei aufeinanderfolgenden Siege in Qatar, Jerez und Estoril sowie Indianapolis, San Marino und Aragon die Tiefpunkte von Assen und Brünn zu verdauen?"
Terol: "Siege hintereinander einzufahren ist ein unglaubliches und zur Sucht verleitendes Gefühl. Wenn du einmal gewonnen hast, dann willst du das auch weiterhin tun und brauchst das immer mehr."

Nicolas Terol

Nicolas Terol hatte mit Assen und Brünn zwei Tiefpunkte in seiner Saison Zoom

"Du stellst höhere Anforderungen an dich selbst und es zählt nichts anderes als der Sieg. Als die zwei Tiefpunkte der Saison kamen, entschied ich, nicht mehr über die Meisterschaft nachzudenken, um den Druck herauszunehmen. Ich sagte mir: 'Nico, wenn du die Meisterschaft verdient hast, dann wirst du sie gewinnen. Wenn nicht, dann sollte es eben nicht sein.'"

Frage: "Wie fühlt es sich an, über die Ziellinie zu fahren mit der Gewissheit, Weltmeister zu sein?"
Terol: "Das ist der beste Augenblick überhaupt. Bevor ich die Linie überquerte, sah ich meine Mechaniker mit der Boxentafel, auf der in großen roten Buchstaben WORLD CHAMPION 2011 stand. Das gesamte Team stand an der Boxenmauer. Es war ein unglaublicher Moment, an den ich mich für den Rest meines Lebens erinnern werde."

"Ich möchte ein Bild von diesem Augenblick und es in mein Haus hängen, damit ich es jeden Tag sehen kann. In wenigen Zehntelsekunden spielen sich so viele Erinnerungen vor deinem geistigen Auge ab und ich kann mich an alle Leute erinnern, die immer hinter mir standen. Ich konnte einfach nicht aufhören zu schreien: 'Ich habe es geschafft! Ich bin Weltmeister!' Es klang seltsam, aber wundervoll."

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