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Stoddart: "Max Mosley unterdrückt Ron Dennis"

12. September 2007 - 14:06 Uhr

Der ehemalige Formel-1-Teamchef nimmt kein Blatt vor den Mund und kritisiert die FIA, die seiner Meinung nach Ferrari seit Jahren klar bevorzugt

Robert Doornbos Paul Stoddart
Paul Stoddart (rechts) ist glücklich: Weit weg von der Formel 1 und Max Mosley...
© ChampCar

(Motorsport-Total.com) - Auch wenn das Minardi-Team nie in der Lage war, mit den "Großen" in der Formel 1 mitzumischen, stand der damalige Teamchef Paul Stoddart trotzdem des Öfteren in den Schlagzeilen. Der Australier schreckte auch nicht davor zurück, sich mit McLaren-Mercedes-Teamchef Ron Dennis und FIA-Präsident Max Mosley anzulegen. Somit wurden die beiden nie zu besten Freunden Stoddarts.

Der ChampCar-Teambesitzer verfolgt auch heute noch die "Königsklasse des Motorsports", auch wenn er dort nicht mehr aktiv ist. Und überraschend schlägt sich Stoddart vor der Sitzung des Weltmotorsportrats am Donnerstag in Paris auf die Seite von Dennis.

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Stoddart wundert sich, dass McLaren-Mercedes für das "Wartemanöver" von Fernando Alonso beim Boxenstopp während der Qualifikation in Ungarn bestraft wurde: "Das war absolut der Tiefpunkt. Auf keine Weise hat das, was in Ungarn passiert ist, den Sport in Verruf gebracht", erklärt der Motorsport-Fan im Interview mit unseren Kollegen von 'pitpass'.

In diesem Zusammenhang fühlt sich Stoddart an die vergangene Saison erinnert, als Renault der Schwingungstilger verboten wurde und Fernando Alonso in Monza wegen angeblicher Behinderung von Felipe Massa in der Qualifikation bestraft wurde: "Das war Unsinn."

Die Abkürzung "FIA" steht in Stoddarts Augen für "Ferrari International Assistance": "Dies wird von Zeit zu Zeit immer wieder bewiesen. Zum Beispiel durch die 100-Millionen-Dollar-Zahlung, als die Hersteller drohten wegzulaufen und ihre eigene Serie zu gründen - die FIA hat Ferrari immer geholfen, die ganze Zeit über. Der einzige Unterschied ist, dass es nun so hervorstechend geschieht, das kann ein blinder Mann sehen. Und die Realität ist, dass dies dem Sport schadet."

So etwas könne nur dann vergessen werden, wenn wie im vergangenen Jahr das richtige Team gewinnt, also Renault, meint der 52-Jährige: "Die Leute sind frustriert über das, was sie als Manipulation des Sports ansehen. Als Renault und Alonso im vergangenen Jahr die Meisterschaften gewannen und Mosleys Einmischung zu einem Fehlschlag wurde, da waren die Leute zufrieden. Hätten jedoch Schumacher und Ferrari gewonnen, dann hätten die Leute gesagt, dass die ganze Angelegenheit eine Farce war."

In diesem Jahr würde genau das gleiche passieren, schließlich hätten weder Lewis Hamilton noch Fernando Alonso in Ungarn durch ihre Aktion einen Einfluss auf den Sport gehabt oder ihn in Verruf gebracht: "Der Bestrafung für Alonso kann ich bis zu einem gewissen Punkt zustimmen, aber die Sache mit den Konstrukteurs-Punkten ist einfach die größte Scheiße, die ich jemals gesehen habe."

Der ehemalige Formel-1-Teamchef habe von einer vertrauenswürdigen Person erfahren, dass Felipe Massa schon vor der offiziellen Bekanntgabe der Strafe durch die Rennleitung Bescheid wusste, dass Alonso bestraft werden würde und das Team im Rennen keine Punkte für die Konstrukteurswertung erhalten würde.

Stoddart ist aus diesem Grund der Meinung, dass Ron Dennis von Max Mosley schlecht behandelt wird: "Es gibt womöglich nur eine Person im Sport, die von Mosley mehr gehasst wird als ich, und das ist Ron. Max unterdrückt Ron bei jeder Gelegenheit."

Seinen ehemaligen Kollegen bezeichnet Stoddart als Menschen, der lebt, um zu gewinnen, der sich aber auch um die Interessen des Sports kümmert. So habe er sich beim Reifen-Skandal-Rennen 2005 in Indianapolis für eine Lösung eingesetzt, zusammen mit Flavio Briatore und Bernie Ecclestone habe man mit Mosley am Telefon darüber gesprochen: "Aber er lehnte es standhaft ab, zuzuhören."

Stoddart ist überzeugt, dass McLaren-Mercedes einen Gewinn des WM-Titels in diesem Jahr verdient hat. Er habe ihm angesichts der Vorkommnisse in Ungarn eine SMS geschickt, in der er ihm Mut zusprach.

Mosley habe viel für den Sport aber auch die Sicherheit im Straßenverkehr getan, habe 2002 geholfen, dass Minardi und Jordan überleben können, doch seit dem Jahr 2004 habe er sich plötzlich verändert, habe einst zusammen mit Ecclestone die Formel 1 zu dem gemacht, was sie heute ist, seitdem habe er ihr jedoch in vielerlei Hinsicht Schaden zugefügt. Mosley sei süchtig nach Macht und der Australier befürchtet, dass der Brite die Formel 1 zerstören könnte.

Stoddart kann sich vorstellen, dass Dennis sogar hofft, dass gegen sein Team eine Strafe ausgesprochen wird, die derart hart ist, dass eine Welle der Entrüstung losbricht, die womöglich Max Mosley seinen Posten kosten wird. Ohne Zweifel sei Mosley mächtiger als Bernie Ecclestone, dies habe die Situation im Jahr 2005 in Indianapolis gezeigt: "Wenn es um die Macht geht, dann beugt sich Max niemandem."