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Ferrari 499P: Noch keine Entscheidung über Updates für 2024

Nach der Debütsaison des 499P hat Ferrari "noch keine Entscheidung" über mögliche Updates für 2024 getroffen - Klarheit gibt es offenbar nur bei der Fahrerfrage

(Motorsport-Total.com) - Der Ferrari 499P konnte in seiner Debütsaison in der Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) überzeugen: Wenngleich Toyota den Italienern noch überlegen war, kämpfte Ferrari bis zum letzten Rennen in Bahrain um die Weltmeisterschaft und feiert beim Langstreckenklassiker in Le Mans den wichtigsten Sieg des Jahres. Ob und wie das Hypercar für 2024 weiterentwickelt wird, ist allerdings noch offen.

Titel-Bild zur News: Antonio Fuoco, Miguel Molina, Nicklas Nielsen

Ferrari hat noch keine Entscheidung über Updates für 2024 getroffen Zoom

"Es ist noch nicht entschieden", verrät Ferrari-Technikdirektor Ferdinando Cannizzo. "Es gibt immer einen Plan, das Auto zu verbessern." Allerdings muss Ferrari dafür "verstehen, wie man dieses Upgrade durchführt und welches der beste Weg ist, denn wir möchten die Dinge auf die richtige Weise machen."

"Unser oberstes Ziel ist es also, alle Zuverlässigkeitsrisiken oder -probleme zu beseitigen, denen wir begegnen könnten", sagt Cannizzo, auch wenn der Ferrari 499P in diesem Jahr nicht mit allzu vielen Problemen aufgefallen war. "Wir hatten das Auto bisher sehr gut im Griff. Bei jedem Rennen, auch bei den 24 Stunden, waren wir in der Lage, das Auto ins Ziel zu bringen. Das ist also eine Stärke des Autos, aber wir würden gerne noch zuverlässiger sein."

"Und was die Leistung angeht, denke ich, dass dieses Jahr sehr nützlich war, um Daten zu sammeln", berichtet der Ferrari-Technikdirektor. "Und jetzt sind wir dabei, sie zu verarbeiten. Wir gruppieren alle Änderungen, die wir in die nächste Saison oder das nächste Jahr mitnehmen wollen. Es könnte einige Änderungen für das nächste Jahr geben, aber es ist noch nicht entschieden."

Entwicklung für 2024: Ferrari noch in der Planung

Welche Bereiche des 499P auf dem Prüfstand stehen, konnte Cannizzo nicht sagen. "Um ehrlich zu sein, befinden wir uns noch in der Phase, in der wir herausfinden müssen, welche Dinge am wichtigsten sind, und die wir zuerst tun müssen", sagt der Italiener. "Wir schauen uns die Auswirkungen auf die Performance an."

Weil die Zeit über den Winter sehr kurz ausfällt, werden die Optimierungen möglicherweise nicht bis zum WEC-Saisonstart in Katar fertig. "Wir werden sehen, ob wir es zu Beginn der Saison machen oder danach", verrät Cannizzo, der ausdrücklich betont, dass Ferrari "nichts überstürzt, ruhig bleibt und das Auto verstehen möchte", um die besten Schritte zu machen.

Alessandro Pier Guidi, James Calado, Antonio Giovinazzi

Der Le-Mans-Sieg war der größte Ferrari-Erfolg 2023 Zoom

"Und wenn wir davon überzeugt sind, dass dieser Bereich einen Schritt wert ist, werden wir mit höherer Geschwindigkeit daran arbeiten."

"Die Zeit ist knapp, aber gleichzeitig mussten wir bis zum Ende der Saison warten, um uns ein vollständiges Bild von der Leistung unseres Autos, unseren potenziellen Stärken und Schwächen zu machen, bevor wir entscheiden, wo wir Zeit investieren und das Auto entwickeln", erklärt Cannizzo. "Ich denke, wir verfolgen den gleichen Ansatz, den wir bei der Entwicklung des Autos hatten."

Ferrari zieht keinen Evo-Joker

Unklar ist vor allem, in welchem Umfang die Optimierungen am Ferrari 499P durchgeführt werden. "Wir haben noch nicht entschieden, ob wir für die Verbesserung unseres Autos investieren werden oder ob wir ein normales Management der aktuellen Situation machen und einen kleinen Teil verbessern, ohne die Homologation des Autos zu ändern", sagt Ferrari-Sportwagenchef Antonello Coletta.

Sollte es signifikante Änderungen geben, werden diese "wahrscheinlich vor Januar" erfolgen. "Aber im Moment ist das nicht unser Plan", verrät Coletta. "Im Moment gehen wir davon aus, dass das Auto für das nächste Jahr ungefähr gleich bleiben wird. Nur ein kleiner Schritt, nur ein bisschen."

Einen Evo-Joker, von dem jedem Hersteller laut LMH-Reglement bis zu fünf Stück zur Verfügung stehen, möchte Ferrari nicht nutzen. "Nein, denn für uns ist unser Auto in Ordnung", bestätigt Coletta. In der ersten Saisonhälfte konnte Ferrari unter Beweis stellen, dass sie "nicht das beste Auto haben, aber ein gutes Auto".

Antonio Fuoco, Miguel Molina, Nicklas Nielsen

Ferrari vor Toyota? Ein seltenes Bild in 2023... Zoom

Nach dem Erfolg in Le Mans sei Ferrari etwas abgefallen, aber das bereitet Coletta offenbar keine Sorgen. "Es ist klar, dass es für uns auf jeden Fall eine sehr positive Saison war, denn wir haben die wichtigsten Rennen der Welt gewonnen, und darüber sind wir sehr, sehr glücklich."

Auch wenn der Ferrari-Sportwagenchef nun unzufrieden darüber ist, dass sein Team im Vergleich zur Konkurrenz etwas zurückgefallen ist, sieht Coletta Ferrari grundsätzlich auf dem richtigen Weg und "alles im richtigen Verhältnis".

Reifenverschleiß als Hauptproblem?

Ferrari-Pilot James Calado weiß, woran Ferrari noch arbeiten muss, um insgesamt konkurrenzfähiger zu werden. Der Sieg an der Sarthe ist nicht zu hoch zu bewerten. "Le Mans war eine einzigartige Strecke, denn das Auto wurde wirklich so konstruiert, dass es in Le Mans gut funktioniert, denn es gibt Kurven mit relativ wenig Energie, Hochgeschwindigkeitskurven und einige Geraden", sagt der Engländer.

"Wenn wir auf enge, kurvenreiche Strecken kommen, vor allem, wenn die Temperaturen steigen, neigen wir dazu, mechanisch ein wenig mehr zu kämpfen", so Calado gegenüber Motorsport-Total.com. "Das ist ein Bereich, den wir verbessern müssen. Zweifellos ist der Reifenabbau unsere größte Schwäche, aber wir arbeiten so hart wie möglich daran, dieses Problem zu lösen."

In Bahrain probierte Ferrari ein anderes Set-up, um den Reifenverschleiß zu verbessern. Das zeigte Wirkung und die Italiener erkämpften sich dank konstanter Rundenzeiten einen Platz auf dem Podium. "Ich denke, unsere Autos waren sehr gut zu den Reifen", freut sich Cannizzo.

Ferrari "von Anfang an ein starkes Auto"

Nicklas Nielsen sieht das grundlegende Problem an anderer Stelle: "Ich glaube nicht, dass wir schlechter mit den Reifen umgehen als die anderen, aber dass wir mehr pushen müssen, bedeutet natürlich auch, dass die Reifen schneller kaputtgehen", vermutet der Däne im Gespräch mit Motorsport-Total.com. "Ich denke, das ist auch einer der Gründe, warum man die Situation verbessern kann."

Ferrari #50

Der Ferrari 499P konnte in seiner Debütsaison überzeugen Zoom

Die aktuelle Saison war für Ferrari ein Wechselbad der Gefühle, mit Höhepunkten und Tiefschlägen, wie beim WEC-Rennen in Fuji, als die Italiener von Toyota sogar überrundet wurden. "Sicherlich verbessert sich jeder ständig. Aber wir sind in unseren Möglichkeiten sehr eingeschränkt", erinnert Nielsen. "Ich denke, wir hatten von Anfang an ein starkes Auto. Und unser Auto ist immer noch das Gleiche."

"Wir haben also nicht wirklich etwas getan, was in die falsche Richtung ging", vermutet der Ferrari-Pilot gegenüber Motorsport-Total.com. "Ich denke, wir sind einfach von Rennen zu Rennen besser geworden. Aber wie ich schon sagte, wenn man mehr pushen muss, ist es immer schwieriger, die Reifen am Leben zu erhalten. An diesem Punkt stehen wir im Moment."

Fahrer für 2024: Keine Änderungen geplant

Auch in Hinblick auf die Fahrerbesetzung sind für 2024 offenbar keine Änderungen geplant. "Im Moment ist die Idee, unser Line-up zu bestätigen, denn wir sind sehr zufrieden mit unserer Aufstellung", verrät Coletta. "Wir haben gezeigt, dass wir sechs gute Fahrer haben, die das Auto in kurzer Zeit entwickelt haben, und während des Rennens haben wir keinen Fehler gesehen, wahrscheinlich nur einen in Spa."

Damit spielt der Italiener auf den Fahrfehler von Antonio Fuoco an, der auf der Anfahrt zur Eau Rouge die Kontrolle über den 499P verlor und in die Leitplanken krachte. "Aber auf jeden Fall habe ich gesehen, dass bei anderen Teams die Fehler der Fahrer konstanter sind als bei Ferrari", sagt Coletta. "In dieser Hinsicht bin ich mit unseren Fahrern sehr zufrieden."


Fotos: WEC 2023: Saisonfinale in Sachir


Schon kurz nach dem WEC-Finale in Bahrain wurde bestätigt, dass Nielsen auch 2024 für die Italiener starten wird. "Ich bin sehr glücklich, dass ich meinen Vertrag mit Ferrari verlängert habe", freut sich der Däne. "Ich denke, wir hatten eine großartige Jahre zusammen, besonders in dieser Saison mit dem Hypercar, und ich freue mich darauf, diese Reise mit der Entwicklung des 499P in der Saison 2024 fortzusetzen."

Nielsen, der in diesem Jahr zusammen mit Fuoco und Miguel Molina im Ferrari #50 am Start war, könnte seine Teamkollegen auch in der kommenden Saison behalten. "Wenn wir unsere Besetzung bestätigen, werden unsere Fahrer mit der gleichen Aufstellung antreten", sagt Coletta.

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