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WEC-Urgestein Christian Ried hängt Helm an den Nagel

Nach 85 WEC-Rennen beendet Christian Ried seine Rennfahrerkarriere: Der 44-Jährige konzentriert sich künftig auf die Leitung des Proton-Teams

(Motorsport-Total.com) - Das 8-Stunden-Rennen von Bahrain in der vergangenen Woche war nicht nur das Saisonfinale der Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) 2023, sondern auch das Ende der Rennfahrerkarriere von Christian Ried. Der 44-Jährige, der seit 2012 bei allen 85 WEC-Rennen am Start war, hängt seinen Helm an den Nagel und wird sich künftig gemeinsam mit seinem Bruder Michael auf die Leitung des Proton-Rennstalls konzentrieren.

Titel-Bild zur News: Christian Ried

Christian Ried beendet seine Rennfahrer-Karriere Zoom

Für diese Entscheidung nennt Ried mehrere Gründe. "Die vielen neue Programme und das Ende der GTE. Auf GT3 habe ich als Rennfahrer keine Lust", sagt Ried. "Die Kombination aus diesen Punkten hat letztlich den Ausschlag für meinen Rücktritt gegeben."

Nachdem Proton viele Jahre mit Porsche-Fahrzeugen in der GTE-Klasse an den Start gegangen war, setzt der Rennstall aus dem schwäbischen Ummendorf seit dieser Saison auch einen Porsche 963 LMDh in der Hypercar-Klasse der WEC und in der IMSA-Serie ein. Im Jahr 2024 wird Proton zudem den Ford Mustang in der LMGT3-Klasse der WEC einsetzen. Hinzu kommen Programme in der europäischen und asiatischen Le Mans-Serie sowie in Porsche-Markenpokalen.

Das alles fordert Ried als Teamchef, sodass er sein "etwas aus dem Ruder gelaufenes Hobby" (lacht) nach über 20 Jahren aufgibt. "Es ist schon erstaunlich, wie viele Rennen das waren", staunt Ried.

"Ich bin ja nicht nur in der WEC gefahren, sondern seit 2007 auch in vielen anderen Serien des ACO, in der ELMS zum Beispiel, was deutlich mehr Rennen waren. Dazu kam 2011 der Intercontinental Le Mans Cup, den wir gewonnen haben. Manchmal wundere ich mich, wie viele Rennen da zusammenkommen und wie das als Hobby funktioniert hat", sagt Ried.

Höhepunkt seiner Karriere waren die 24 Stunden von Le Mans 2018, als Ried gemeinsam mit Julien Andlauer und Matt Campbell die GTE AM-Klasse gewann. "Dieses Rennen mit Matt und Julien zu gewinnen, zwei Jungs, die zusammen so alt sind wie ich, war ein ganz besonderes Highlight."

"Ich durfte den letzten Stint fahren, und bevor ich eingestiegen bin, sagte mein Renningenieur, wir hätten keine Bremsbeläge mehr, ich solle halt etwas aufpassen, dann würden sie reichen bis zum Schluss. Das ist natürlich lustig, wenn du die Rundenzeiten vorgegeben kriegst und trotzdem aufpassen musst, weil du ja unbedingt gewinnen willst", erinnert sich Ried.

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