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  • 05.10.2020 · 11:09

"Sehr hartes Pflaster" - Markus Reiterberger kommentiert BSB-Gaststart

Ungewohntes Motorrad, kaum Vorbereitungszeit und Wetterchaos: Markus Reiterberger erlebte beim BSB-Gaststart in Donington ein schwieriges Wochenende

(Motorsport-Total.com) - Nach dem Langstrecken-Rennen in Estoril erhielt Markus Reiterberger spontan die Chance, beim BSB-Event in Donington für das Smiths-BMW-Team an den Start zu gehen. Der Einsatz in der Britischen Superbike-Meisterschaft war für Reiterberger ein Sprung ins kalte Wasser.

Markus Reiterberger

Markus Reiterberger musste sich in Donington ständig neu anpassen Zoom

Technisch musste sich Reiterberger daran gewöhnen, ohne Elektronikhilfen zu fahren. Zudem befand sich die BMW S1000RR in einer anderen Konfiguration als das Motorrad aus der Langstrecken-WM. Viel Zeit zur Anpassung hatte Reiterberger nicht. Zudem spielte das Wetter in England verrückt und sorgte für zahlreiche Verschiebungen.

Die Trainings am Freitag beendete Reiterberger auf Rang 17 und 18. Das erste Training fand noch im Trockenen statt. Die kühlen Temperaturen haben es allerdings nicht erleichtert. Viele Umbauten wurden an der BMW vorgenommen. Während des Trainings tauchte ein technisches Problem auf und danach zeigte sich das Wetter von seiner typisch englischen Seite und blieb bis Sonntagmorgen ununterbrochen nass.

Überflutete Streckenabschnitte bringen den Plan durcheinander

Am Samstag mussten sich die BSB-Piloten in Geduld üben. Die Qualifikationen wurden aufgrund der gefluteten Streckenabschnitte komplett abgesagt. Die Startaufstellung für die Rennen ergab sich aus den kombinierten Trainingszeiten vom Freitag. Am Samstag fand nur ein Warm-up statt, welches Reiterberger auf Position 18 beendete.

Markus Reiterberger

Markus Reiterberger vor Jack Kennedy und Kyle Ryde Zoom

Am Sonntagmorgen gab es ein erneutes Warm-up. Die Änderungen am Samstag haben sich bezahlt gemacht. Reiterberger beendete dieses auf Position sieben - ein Lichtblick. Doch dann trocknete die Strecke ab und die Bedingungen änderten sich zwischen den Rennen erneut für den Bayer und sein englisches Team.

In Rennen eins herrschten halb nasse und halb trockene Bedingungen und Reiterberger belegte Platz 21. Rennen zwei beendete er in 14. Position und im dritten Rennen wurde er 18. Unter trockenen Bedingungen konnte Reiterberger das Motorrad erstmalig sauber fahren und es besser kennenlernen. Es wurden noch ein paar Änderungen am Fahrwerk vorgenommen. Alles in allem hatte sich Reiterberger das Wochenende anders vorgestellt und sieht es als Erfahrung.

Markus Reiterberger stuft BSB-Gaststart als Erfahrung ein

"Das war wirklich ein sehr schwieriges Wochenende für mich", kommentiert der BMW-Pilot. "Mir war durchaus bewusst, dass sich das Bike anders anfühlen würde, aber mit so gravierenden Unterschieden hatte ich nicht gerechnet. Als die Streckenbedingungen noch gleich waren, konnten wir uns deutlich verbessern und das war schon ein befriedigendes Gefühl, aber dann haben sich die Bedingungen komplett geändert und wir haben quasi noch einmal ganz von vorn angefangen. Dafür hat die Zeit einfach nicht gereicht."

"Im Trockenen konnte ich dann endlich das Motorrad kennenlernen, aber das war einfach viel zu spät, denn das war erst ab Rennen zwei möglich, als es trocken wurde. Ich hatte schon keine Zeit, mich auf die Serie vorzubereiten. Ohne Erfahrungen in der BSB zu haben, ist das wirklich ein sehr hartes Pflaster. Man mag gar nicht glauben, wie anders sich das Motorrad mit dieser anderen Elektronik verhält", staunt Reiterberger.

"Die fehlende Traktions- und Wheelie-Kontrolle waren dabei gar nicht so das Problem. Das bekommt man schnell raus. Aber die Fahrbarkeit, Gasannahme und Leistungsentfaltung, etc. sind schier unkontrollierbar", erklärt der ehemalige WSBK-Pilot. "Man braucht sicher viele Runden mehr, als ich hatte, um den Kniff heraus zu bekommen."

"Die Erfahrung hat mir aber einmal mehr gezeigt, dass man nicht einfach in irgendeine Serie gehen kann und denken darf, dass man dann vorn mitfährt. Das braucht seine Zeit und Eingewöhnung", so Reiterberger. "Ich nehme das Wochenende einfach als Erfahrung mit und hoffe, dass es mir für die Zukunft wieder ein Stück weiter hilft."