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"Ziemlich riskant": Sachsenring-Sieg für Quartararo mit Medium-Hinterreifen

Fabio Quartararo erklärt, dass sein Sieg beim Deutschland-Grand-Prix keine Spazierfahrt war und stellt heraus, wie wichtig es für ihn ist, vorne zu fahren

(Motorsport-Total.com) - Bis zur MotoGP-Sommerpause steht noch ein Rennen an, aber schon jetzt steht fest, dass Fabio Quartararo die Sommerpause als WM-Spitzenreiter verbringen wird. Nach einem abermals überzeugenden Sieg, diesmal beim Grand Prix von Deutschland auf dem Sachsenring, hat der Titelverteidiger auf seiner Werks-Yamaha nun schon 34 Punkte Vorsprung in der MotoGP-Gesamtwertung 2022.

Fabio Quartararo

Sein Triumph auf dem Sachsenring ist für Fabio Quartararo der dritte Sieg 2022 Zoom

Wie schon vor zwei Wochen in Barcelona, so hatte auch das Sachsenring-Wochenende für Quartararo am Freitag nicht optimal begonnen. Doch genau wie in Barcelona fanden er und seine Crew rund um Crewchief Diego Gubellini am Samstag und Sonntag den richtigen Weg.

In der Kombination der beiden Freitagstrainings auf dem Sachsenring hatte Quartararo nur P7 belegt. Am Samstagvormittag wurde er nach dem Zwischenfall mit dem lockeren Helmvisier auf P6 geführt. Rechtzeitig zum Training mit Rennabstimmung (FT4) aber fand "El Diablo" wieder an die Spitze. Nach FT4-Bestzeit fuhr er im Qualifying auf den zweiten Startplatz. Doch es sollte noch besser kommen.

Fabio Quartararo, Francesco Bagnaia

Polesetter Francesco Bagnaia stürzte auf der Verfolgung Quartararos in Kurve 1 Zoom

Im Rennen übernahm Quartararo direkt in der ersten Kurve die Führung von Polesetter Francesco Bagnaia. Und als der Ducati-Pilot wenig später auf der Verfolgung Quartararos in Kurve 1 stürzte, konnte der Yamaha-Pilot scheinbar durchatmen. Eine Spazierfahrt war es trotzdem nicht. Zum einen war der Franzose körperlich nicht in Topform. Zum anderen war seine Reifenwahl riskanter als er das erwartet hatte.

"Es ging mir das ganze Wochenende über nicht so gut. Vor dem Rennen hatte ich ein bisschen Husten. Unsere Reifenwahl [für das Hinterrad] fiel auf den Medium. Das war schon ziemlich riskant. Im Rennen hat der Reifen viel stärker abgebaut als ich das erwartet hatte", so Quartararo nach dem Rennen.

Fabio Quartararo

Nach Bagnaias Sturz konnte Quartararo durchatmen, aber der Hinterreifen machte Sorgen Zoom

Abgesehen von Quartararo entschieden sich nur zwei weitere Fahrer für den Medium-Reifen am Hinterrad: Maverick Vinales und Pol Espargaro. Vinales spielte im Rennen eine gute Rolle und hatte Chancen auf einen Podestplatz. Dann aber spielte an seiner Aprilia das hintere Ride-Height-Device verrückt. Vinales musste aufgeben. Honda-Pilot Espargaro spielte überhaupt keine Rolle und hatte körperlich schwer zu leiden. Auch er sah die Zielflagge nicht.

Ganz anders Quartararo: Trotz der abweichenden Reifenwahl vom Großteil der Konkurrenz gewann er das Rennen souverän mit fünf Sekunden Vorsprung auf Johann Zarco (Pramac-Ducati). "In den letzten fünf, sechs Runden war der Hinterreifen komplett am Ende. Es war ein Desaster. Aber das Gefühl für das Vorderrad war richtig gut", bemerkt der Sieger.


Fotos: Fabio Quartararo, MotoGP: Grand Prix von Deutschland (Sachsenring)


Der Sturz von "Pecco" Bagnaia kam Quartararo auf dem Weg zu seinem dritten Saisonsieg und seinem zweiten hintereinander zweifellos entgegen. Aber noch etwas anderes ist speziell in diesem Jahr entscheidend, wie Quartararo herausstellt.

"Es ist so wichtig, vorne zu fahren. Ich sage nicht, dass ich jedes Rennen durchgehend anführen muss. Aber wenn ich einem anderen Motorrad folge, das keine Yamaha ist, dann ist es sehr schwer zu überholen. Deshalb ist es wichtig, zu Beginn des Rennens, wenn alle noch eng beisammen sind, so viele Plätze wie möglich gutzumachen", so Quartararo.

Nach dem Rennen warf Quartararo seine Handschuhe und Stiefel ins Publikum. Den Jubel der Zuschauer hat der amtierende MotoGP-Champion und auch aktuelle Tabellenführer sichtlich genossen.

"Abgesehen von Silverstone, wo wir voriges Jahr viele Zuschauer vor Ort hatten, ist der große Unterschied bei meinen Siegen in diesem Jahr, dass Freunde und Fans an der Strecke sind. Es ist einfach großartig, die vollen Tribünen zu sehen", freut sich "El Diablo" nach seinem Sachsenring-Triumph.

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