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Valencia-Test: Valentino Rossi sieht Konkurrenz im Vorteil

Schwieriger erster Testtag für Yamaha in Valencia: Michelin-Reifen und Elektronik bereiten Sorgen - Valentino Rossi sieht Honda und Ducati besser aufgestellt

(Motorsport-Total.com) - Das Yamaha-Werksteam hatte am ersten Tag der Wintertestfahrten in Valencia Rückstand und die beiden Fahrer machten am Abend nicht den glücklichsten Eindruck. Jorge Lorenzo fuhr die meiste Zeit mit seiner M1 vom Sonntag und verschaffte sich einen Eindruck von den neuen Michelin-Reifen. Erst am späten Nachmittag fuhr der Weltmeister mit dem neuen Bike und der neuen Elektronik einige Runden.

Valentino Rossi © Yamaha
Valentino Rossi sieht die Konkurrenz bei den Michelin-Reifen im Vorteil

Teamkollege Valentino Rossi fuhr Vergleichstest mit dem 2015er und dem 2016er-Bike. Am Dienstag wurde deutlich, dass auf Yamaha in den kommenden Wochen viel Arbeit wartet. "Es war ein schwieriger, aber wichtiger Tag", seufzt Rossi. "Mit den Reifen hat sich die Situation stark verändert. Wir müssen am kompletten Motorrad arbeiten, der Abstimmung und der Gewichtsverteilung. Wir haben heute Daten gesammelt."

"Ich habe heute auch die neue Elektronik ausprobiert. Das wird sehr schwierig werden, denn sie ist ganz anders. Es ist wie eine Reise in die Vergangenheit. Aber es war heute erst der erste Tag. Die Elektronik und die Reifen werden sich in den nächsten Monaten verbessern." Auffallend bei der 2016er-Yamaha ist, dass der Einfüllstutzen für den Tank hinter den Sitz gewandert ist. Das hat mit der Gewichtsverteilung und der allgemeinen Balance zu tun.


MotoGP: Wintertest in Valencia

Nach acht Jahren mit Bridgestone muss das Team die M1 nun auf die Charakteristik der Michelin-Reifen umbauen und optimieren. "Es ist eine große Veränderung und es wird sicherlich interessant", findet Rossi. "Die Reifen sind ein großer Unterschied. Ich denke, wir sind etwas hinten nach, weil wir uns in diesem Jahr auf Bridgestone und den Kampf um die Weltmeisterschaft konzentriert haben. Es sieht so aus, dass Honda und Ducati einen Vorsprung haben, weil sie mehr Testkilometer mit Michelin absolviert haben. Aber es war heute erst der erste Tag."

Arbeit an der Abstimmung im Fokus

Ganz ähnlich schätzt auch Lorenzo die Situation ein: "Wir haben den Tag mit dem gleichen Motorrad wie im Rennen begonnen, aber mit Michelin-Reifen. Es war schwierig, die gleichen Rundenzeiten zu erreichen. Mit Veränderungen am Bike haben wir uns dann Schritt für Schritt verbessert. Das Problem mit dem Gefühl für den Vorderreifen konnten wir nicht komplett lösen. Alle haben am Kurveneingang die gleichen Probleme, dort fehlt die Stabilität. Wenn man pusht, kann das Vorderrad auch einklappen. Auf der anderen Seite ist der Hinterreifen fantastisch, er vermittelt ein sehr gutes Gefühl."

Jorge Lorenzo

Weltmeister Jorge Lorenzo verzichtet im nächsten Jahr auf die Startnummer 1 Zoom

Am Dienstag gab es viele Stürze über das Vorderrad. Das Yamaha-Duo blieb sitzen und verschonte ihre Mechaniker vor zusätzlicher Arbeit. "Es gab heute einige Stürze, die in der Bremsphase passiert sind, wie bei Espargaro in der ersten Kurve", spricht Lorenzo den Tech-3-Kollegen an. "Normalerweise passieren die Stürze in der Kurvenmitte, wenn man bei maximaler Schräglage mit dem Gas rollen will."

"Der Grip des Hinterreifens ist so gut, dass der Vorderreifen den Grip am Hinterreifen nicht unterstützt. Man muss weniger Zeit in Schräglage verbringen, um Stürze zu vermeiden", schildert Lorenzo die Details. Rossi teilt diesen Eindruck: "Der Hinterreifen ist sehr ähnlich, aber der Michelin bietet mehr Grip. Der große Unterschied ist der Vorderreifen. Wir müssen verstehen, wie viel Gewicht man auf das Vorderrad bringen muss, um optimal umlenken zu können. Bei Bridgestone haben wir das sehr gut verstanden, jetzt starten wir wieder bei null. Wir brauchen mehr Zeit."

Lorenzo drehte am Dienstag insgesamt 52 Runden und klassierte sich auf dem fünften Platz. Rossi kam auf 57 Umläufe und Rang zwölf. Über den Tag gesehen wurden die beiden schneller. Spätestens bei den Wintertests in Sepang im kommenden Februar wird die Performance besser einzuordnen sein. Grundsätzlich sieht Rossi bei den Michelin-Reifen Parallelen zur Ära vor zehn Jahren: "Ja, sie sind sehr ähnlich. Der Hinterreifen ist etwas weicher als der Bridgestone, aber er hat mehr Traktion bei der Beschleunigung. Das entspricht der DNA der Reifen, sie bleibt immer gleich. Ich glaube aber, dass Michelin viel Raum für Verbesserungen hat."

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