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Aspar: Laverty von der Ducati-Power beeindruckt

Eugene Laverty fährt 2016 bei Aspar eine Ducati GP14.2: Vor allem die Power und das Seamless-Getriebe beeindrucken ihn - Einheitselektronik noch nicht im Einsatz

(Motorsport-Total.com) - Das Aspar-Team von Jorge Martinez setzt in der kommenden MotoGP-Saison Ducati-Motorräder für Eugene Laverty und Yonny Hernandez ein. Der Kolumbianer hat seine GP14.2 vom Pramac-Team mitgenommen, nur die Sponsoraufkleber wurden verändert. Für Laverty ist die GP14.2 eine Offenbarung, da sie deutlich konkurrenzfähiger als die Open-Honda RC213V-RS ist. Die Ducati verfügt über deutlich mehr Motorleistung und es gibt das Seamless-Getriebe.

Eugene Laverty

Bei Aspar stehen seit Dienstag Ducati GP14.2 Motorräder in der Box Zoom

Davon ist Laverty nach den ersten 20 Runden beim Valencia-Test beeindruckt: "Der größte Unterschied liegt bei der Power. Ich kann richtig aus der Kurve beschleunigen. Die Power ist vorhanden, wenn ich sie brauche und sie entfaltet sich sehr linear. Es geht darum, die Power zu kontrollieren, wenn man sie braucht", schildert der Nordire seine Eindrücke. Die neue Einheitselektronik ist noch nicht installiert. Diese wird vielleicht bei einem Privattest Ende des Monats in Jerez erstmals zum Einsatz kommen.

Zum ersten Mal in seiner Karriere fuhr Laverty am Dienstag auch ein Motorrad mit Seamless-Getriebe. Die Technologie beeindruckt ihn: "Es war etwas Besonderes, weil ich damit noch nie gefahren bin. In den ersten Runden musste ich vorsichtig sein, wenn ich bei Richtungswechseln die Gänge schaltete, weil die Power sofort da ist. Ich bin diese kurze Verzögerung gewöhnt. Ich fahre seit mehr als 20 Jahren Motorrad und habe so ein Gefühl noch nie erlebt. Das ist definitiv ein Vorteil."

Vordergabel muss für Michelin angepasst werden

Für Laverty ist nicht nur das Motorrad neu, sondern auch die Reifen. Nach einigen Jahren mit Pirelli in der Superbike-WM musste er sich genau vor einem Jahr an die Bridgestone MotoGP-Pneus gewöhnen. Nun fängt die Arbeit mit Michelin an. Am ersten Testtag in Valencia gab es viele Stürze über das Vorderrad. Auch Laverty erwischte es am Vormittag in Kurve vier. Seiner Meinung nach liegt das daran, dass die Motorräder noch nicht auf die neuen Reifen abgestimmt sind.

Eugene Laverty

Mit der Open-Honda konnte Eugene Laverty nur viermal Punkte sammeln Zoom

"Wenn der Hinterreifen gebraucht ist, gibt es immer noch Grip. Das ist ein schönes Gefühl", lobt Laverty einen Aspekt. Allerdings hält er auch fest: "Den Vorderreifen habe ich bis jetzt noch nicht verstanden, aber es ist klar, dass die Abstimmung der Vordergabel noch nicht passt. Das Problem liegt momentan nicht am Vorderreifen, sondern an der Vordergabel. Es ist ganz anders als ich es als Fahrer für meinen Bremsstil brauche."

"Wenn ich in Schräglage gebremst habe, rutschte das Vorderrad. Anschließend springt es über Bodenwellen. Ich brauche konstanten Druck auf der Bremse. Dafür muss die Gabel die Bodenwellen absorbieren, denn mit diesen Bikes muss man weiterhin sehr hart bremsen. Wir haben zwar erwartet, dass sich das mit den Michelin-Reifen etwas ändern wird, aber man muss immer noch sehr hart bremsen."

Gute Unterstützung von Ducati

In der Ducati-Hierarchie steht Pramac dem Werksteam am nächsten. Aspar und Avintia erhalten die alte GP14.2 und sind reine Kundenteams. Trotzdem gibt es mehr Unterstützung als es Honda mit den Open-Bikes gehandhabt hat: "Das ist sehr schön, gestern waren schon viele Techniker mit roten Shirts in unserer der Box. Auch Gigi hat sich umgesehen. Es ist sehr schön, wenn wir unterstützt werden und Interesse besteht", sagt Laverty über Ducati Technikchef Gigi Dall'Igna. Die beiden arbeiteten schon 2012 und 2013 bei Aprilia in der Superbike-WM zusammen.

Deswegen macht sich der 29-Jährige für 2016 auch große Hoffnungen. Vor genau zwölf Monaten galt Laverty als vielversprechender Rookie, doch die Open-Honda war nicht konkurrenzfähig. "Als ich bei Aspar unterschrieben habe, hatte ich andere Ziele als nur neun WM-Punkte. Ich erwartete einen größeren Fortschritt. Unser Motorrad war mehr oder weniger so wie 2014. Mit Nicky (Hayden; Anm. d. Red.) hatten wir eine gute Referenz. Das war für das ganze Team enttäuschend."

Da es im nächsten Jahr keine Open-Bikes von Honda und Yamaha gibt und Aprilia einen neuen Protoytpen entwickelt, wird das Feld 2016 noch enger zusammenrücken. Was ist für Laverty realistisch möglich? "Petrucci ist in der zweiten Saisonhälfte manchmal Sechster oder Achter geworden und war in der WM in den Top 10. Er bekommt die GP15 und wird ein starker Gegner, aber mit seinem Basispaket konnte er diese Ergebnisse erzielen", denkt Laverty an die Top 10. "Statt auf reine Ergebnisse zu schauen, müsste man vielleicht auf den Rückstand zum Sieger achten."