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Valencia: Die MotoGP verabschiedet sich von den Winglets

Ducati schimpft nach wie vor auf die Entscheidung der Grand-Prix-Kommission und sorgt sich um den Motorsport - Honda und Yamaha können aufatmen

(Motorsport-Total.com) - Das MotoGP-Saisonfinale in Valencia wird das vorerst letzte Rennen sein, in dem die Hersteller ihre Motorräder mit Flügelprofilen ausrüsten dürfen. Die sogenannten Winglets sind ab der kommenden Saison nicht mehr erlaubt. Ducati reagiert nach wie vor gereizt, wenn es um das Verbot der aerodynamischen Hilfsmittel geht. Die Italiener fühlen sich um einen Vorteil betrogen. Zu Beginn der Saison 2015 leistete Luigi Dall'Igna Pionierarbeit, als er in Katar an der Desmosedici Flügel montieren ließ. Yamaha und Honda zogen nach. Und auch Suzuki und Aprilia verwendeten später die Winglets.

Andrea Dovizioso

Ducati muss für die MotoGP-Saison 2017 eine neue Verkleidung entwickeln Zoom

"Die Winglets sind ein neues Gebiet und stellen eine neue Herausforderung dar", kommentiert HRC-Vizepräsident Shuhei Nakamoto und erklärt: "Es ist ein ziemlich interessantes Thema, finde ich. Gleichzeitig verursacht es enorme Kosten. Ich erinnere mich an meine Zeit in der Formel 1. Damals wurde 24 Stunden pro Tag an der Aerodynamik getüftelt. Dafür war ein großer Teil des Budgets geplant. Wir wissen nicht, ob die Winglets die Sicherheit gefährden. Es sind die Entwicklungskosten, die uns stören. Wir konnten noch keine perfekte Größe finden. Vielleicht muss ich Gigi um Rat bitten", scherzt der Japaner.

Auch bei Yamaha weiß man, dass die Winglets Vorteile bringen. Kouichi Tsuji erinnert sich, was in der Herstellerverinigung MSMA debattiert wurde: "Wir wurden in der MSMA befragt, was wir über die Sicherheit denken. Es gab viele Diskussionen. Zwei Dinge sind zu beachten: In der MSMA müssen Lösungen einstimmig beschlossen werden. Zweitens ist es für Yamaha wichtig, ob die Winglets andere Fahrer gefährden können. Da wir keine einheitliche Lösung erarbeiten konnten, beschloss die Grand-Prix-Kommission, die Winglets für 2017 zu verbieten. Wir müssen also ab der kommenden Saison darauf verzichten. Ich hoffe aber, dass wir dennoch so konkurrenzfähig sind wie 2016."


Fotos: MotoGP in Sepang, Girls


Dall'Igna reagiert wütend, wenn man ihn auf das Verbot der Flügel anspricht: "Ducati ist sehr enttäuscht, was die neuen Regeln angeht. Wir nutzten die Winglets erstmals zum Saisonbeginn 2015", erinnert sich der Italiener und betont: "Seitdem gab es viele Stürze, doch die Winglets hatten keine Auswirkungen."

Luigi Dall'Igna

Luigi Dall'Igna sieht in den Winglets keine Gefahr für die Sicherheit der Piloten Zoom

Das Ducati-Oberhaupt sorgt sich um die Zukunft der MotoGP: "Es ist gefährlich für den Motorsport, die Sicherheit als Grund vorzuschieben, um die Winglets zu verbieten. Die Sicherheit ist einer der wichtigsten Faktoren. Wir sollten das nicht als Ausrede nutzen, um die Kräfteverhältnisse zu beeinflussen", schimpft Dall'Igna.

"In der MSMA versuchen wir Kompromisse zu finden, wenn es um die Kosten und die Sicherheit geht. Wenn unsere Gegner ein Zentimeter lange Flügel als vernünftig ansehen, dann sollten wir aber lieber komplett darauf verzichten", lehnt der Ducati-Corse-Chef den Vorschlag ab, der von einigen seiner Gegner kam. "2017 haben wir eine neue Aerodynamik. Das sorgt vermutlich für zusätzliche Kosten", warnt Dall'Igna und fasst zusammen: "Ehrlich gesagt verstehe ich nicht, warum die Winglets verboten worden."

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