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Tech-3-Teamchef Poncharal: "Trage Yamaha immer im Herzen"

Tech-3-Teamchef Herve Poncharal erinnert sich an die Anfänge mit Yamaha, die ersten Erfolge, den MotoGP-Aufstieg und seine Entscheidung für KTM ab 2019

(Motorsport-Total.com) - Der Herstellerwechsel des Satellitenteams Tech 3 war wohl eine der größten Überraschungen in der MotoGP-Winterpause. Nach 18 Jahren gehen Yamaha und das französische Team ab der Saison 2019 getrennte Wege, Tech-3-Teamchef Herve Poncharal entschied sich für ein Angebot des österreichischen Herstellers KTM. Somit wird das erfolgreiche Kundenteam im kommenden Jahr das erste des jüngsten Werksteams sein.

Johann Zarco

2019 wird Tech 3 nicht mehr mit Yamahas in der MotoGP antreten Zoom

Im Interview mit 'MotoGP.com' stellt Poncharal klar: "Ich verlasse Yamaha nicht, weil ich mit ihnen nicht glücklich bin. Die Entscheidung, jetzt einen neuen Weg einzuschlagen, ist mir sehr schwer gefallen. Man schmeißt 20 Jahre voller Erfolg und großartiger Zusammenarbeit nicht einfach so weg." Es wäre die "einfachste und bequemste" Lösung gewesen, wäre Tech 3 weiterhin bei Yamaha geblieben.

Die Entscheidung begründet Poncharal damit, dass sein Bauchgefühl ihm zu dem Wechsel geraten habe. "Innerlich hat mir ein kleiner Geist zugeflüstert, dass ich aufwachen soll. Die Stimme hat mir gesagt, dass ich eine neue Herausforderung annehmen werde. Ob es falsch oder richtig ist - diese Entscheidung hält das Team und mich am Leben." Dennoch bekräftigt er aber auch: "In meinem Herzen wird Yamaha immer einen Platz haben."

250er-Erfolge und Yamaha verhalfen Tech 3 in die MotoGP

Nachdem das Team 1990 gegründet wurde, kamen zuerst Honda- und Suzuki-Motorräder zum Einsatz. Im Jahr 1999 wurde schließlich eine Yamaha-Partnerschaft eingegangen, die mit Ende dieses Jahres Geschichte sein wird. Poncharal erinnert sich: "Wir haben zuerst mit Honda zusammengearbeitet, zur damaligen Zeit war die 250er-Maschine von Honda die beste. Dann bekam ich Anrufe von Yamaha, wir haben uns getroffen. Sie haben einfach mein Herz berührt."


Fotostrecke: Die Karriere-Highlights von Johann Zarco

Schließlich dominierte Tech 3 die 250er-Klasse im Jahr 2000 mit Olivier Jacques und Shinya Nakano - auf Yamahas. Der Franzose sicherte sich schließlich sieben Punkte vor dem Japaner die Weltmeisterschaft, der Weg in die MotoGP war für Tech 3 geebnet. "Der erste Sieg 1999 in Japan mit Nakano war unglaublich. Das war eine große Erleichterung. Gleichzeitig hat es mir auch gezeigt, dass wir mit Yamaha eine tolle Zeit haben werden. 2000 war ebenfalls ein tolles Jahr, weil Nakano und Jacques die Meisterschaft nach Belieben dominiert haben."

2001 vollzog Tech 3 mit beiden Piloten und Yamaha den Aufstieg in die Königsklasse. In Deutschland holte Nakano mit Platz drei das erste MotoGP-Podium für die Truppe. Besonders erfolgreich gestalteten sich die Jahre 2008 bis 2010 mit Colin Edwards an Bord: dreimal wurde das Satellitenteam in der Team-Wertung Vierter. Eine weitere erfolgreiche Saison absolvierten Andrea Dovizioso und Cal Crutchlow 2012 mit Gesamtrang drei. Der Brite wiederholte das bislang beste WM-Ergebnis von Tech 3 gemeinsam mit Landsmann Bradley Smith im Jahr darauf.

Espargaro: "Für KTM ist die Tech-3-Partnerschaft perfekt"

"Aber unser womöglich bestes Jahr bisher war 2017. Als wir uns 2016 dazu entschlossen haben, zwei Rookies unter Vertrag zu nehmen, wurde mir viel vorgeworfen. Ich sei verrückt, man müsse doch immer einen erfahrenen gemeinsam mit einem neuen Piloten einsetzen. Natürlich wusste ich nicht zu hundert Prozent, ob es funktionieren würde, aber ich hatte ein gewisses Gefühl, dass diese Saison aufregend werden wird." Mit Johann Zarco und Jonas Folger gelangen immerhin vier Podestplätze, sowie zwei Pole-Positionen. "Ich war sehr glücklich, dass Jonas und Johann alle Kritiker Lügen gestraft haben."

Pol Espargaro

Von 2014 bis 2016 trat Pol Espargaro für das Tech-3-Team in der MotoGP an Zoom

2019 wird Tech 3 ein neues Abenteuer wagen, bei KTM freut man sich bereits auf die Zusammenarbeit. Ein Pilot, der beide Seiten kennt: Pol Espargaro. Von 2014 bis 2016 ist der Spanier im französischen Team gefahren, bevor er 2017 zum österreichischen Werksteam wechselte. "Für KTM ist das eine große Verbesserung. Tech 3 ist ein junges, gutes Team. Sie haben starke Nachwuchspiloten aus der Moto2, die in der MotoGP erfolgreich sein wollen."

Espargaro glaubt, dass Tech 3 kein simples Kundenteam sein möchte, sondern das Projekt gemeinsam voranbringen möchte. "Es scheint, als wollten sie in etwas Größeres involviert sein. Sie wollen nicht einfach nur ein Bike zur Verfügung haben und es als Satellitenteam einsetzen, sie wollen in das Projekt involviert sein. KTM ist dafür perfekt." Vielleicht wird Herve Poncharal in ein paar Jahren dann auch dasselbe über die Österreicher sagen können: "Die Jahre mit Yamaha waren mit Abstand die besten meines Lebens."

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