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Sparen auch in der Supersport-WM ein Thema

PTR-Honda-Teammanager Simon Buckmaster macht sich Gedanken über Sparmaßnahmen in der Supersport-WM - Die Logistik verursacht die größten Kosten

(Motorsport-Total.com) - Der Motorradsport muss sich in Zeiten der Krise neu aufstellen, wenn er langfristig überleben will. Für die diversen Serien ist nicht mehr das Geld wie noch vor einigen Jahren verfügbar. Der Motorsport leidet generell unter der Krise, denn wenn Firmen ihre Ausgaben kürzen müssen, dann ist es ein einfacher Weg, die Werbeausgaben zu streichen. Das trifft alle Kategorien des Motorsports, denn Sponsoren sind nicht mehr einfach zu finden. Deshalb will die Dorna, die sich um die Vermarktung der MotoGP und der Superbike-WM kümmert, mit aller Macht die Kosten reduzieren, aber dennoch das Spektakel hoch halten.

Simon Buckmaster

Simon Buckmaster sieht bei der Logistik viel Einsparungspotenzial Zoom

Anfang Dezember fand in Genf ein Treffen mit vielen Beteiligten des Motorrad-Umfelds statt. Dorna-Boss Carmelo Ezpeleta meinte über das Hauptthema: "Wir haben ihnen gesagt, dass die Kostenreduzierung ein großes Ziel ist." Und dabei geht es nicht nur darum, die MotoGP leistbarer zu machen, sondern auch die Superbike-WM abzurüsten. Zur Superbike-WM gehört auch die Supersport-WM. Auch diese Serie kämpft trotz großer Starterfelder mit der Finanzierung. In Zukunft sind auch dort Änderungen geplant, um Geld zu sparen.

Simon Buckmaster, der Teammanager des PTR-Honda-Teams, hat sich seine Gedanken über mögliche Szenarien in der Supersport-WM gemacht. "Es scheint, dass die Dorna unsere Meinung hören will, bevor Entscheidungen getroffen werden", spricht er das Meeting in Genf an. "Wir wissen, dass sie in einer schwierigen Position sind, denn jeder hat seine eigene Agenda und man kann nicht alle zufriedenstellen." Eine großer Ansatzpunkt der Dorna ist die Elektronik. Mit Einheitssteuergeräten sollen nicht nur Kosten gespart werden, sondern auch die Konkurrenzfähigkeit der Teams auf ein Level gebracht werden.

Einheits-ECU nicht die Lösung aller Probleme

Auch für die Supersport-WM wird eine Einheits-ECU diskutiert. Buckmaster sieht darin Vorteile, aber es ist nicht die Lösung aller Problems. "Wir wissen alle, dass wir eine Einheits-ECU bekommen werden. Wie könnte es anders sein, wenn die Moto2 und die MotoGP in diese Richtung gehen, auch wenn es Kompromisse für die großen Hersteller gibt. Die Britische Superbike-Meisterschaft löst das sehr gut. Es gibt eine Motec-ECU für die Superbike und die Supersport-Klasse. Wenn Motec als Ausrüster für uns beschlossen werden würde, dann wäre es eine gute Wahl, denn viele Supersport-Teams fahren bereits mit Motec."

Jules Cluzel

2012 fuhr unter anderem Jules Cluzel für PTR-Honda in der Supersport-WM Zoom

"Wenn es in den Superbike-Serien einheitlichere Regeln gibt, dann ist es auch für Wildcard-Fahrer einfacher." Trotz der Vorteile einer Einheits-ECU wägt Buckmaster aber ab: "Man spart damit nicht so viel Geld, wie manche Leute glauben, zumindest nicht in der Supersport-WM. Sollten wir uns für Magneti Marelli entscheiden, dann würden die Kosten sogar steigen. Das braucht niemand von uns. In der Realität brauchen wir immer noch einen Data-Techniker, der das Beste herausholt - egal für welchen Weg wir uns entscheiden."

Daher streicht Buckmaster einen anderen Faktor heraus, der seiner Meinung nach die höchsten Kosten verursacht: "Die größten Kostenfaktoren im Rennsport sind die Logistik, der Transport, die Reisekosten und die Personalkosten. Wenn man da etwas reduzieren kann, dann wäre es ein richtiger Schritt. In unserem speziellen Fall würde uns das aber nicht helfen, denn bei unseren fünf Fahrern haben wir je zwei Mechaniker. Das funktioniert sehr gut, wenn man als Einheit arbeitet. In diesem Fall haben wir unsere eigenen Kosten beschnitten."

"Die größten Kostenfaktoren im Rennsport sind die Logistik, der Transport, die Reisekosten und die Personalkosten." Simon Buckmaster

"Teams mit einer großen Belegschaft würden aber viel sparen, wenn nur eine bestimmte Anzahl an Mechanikern erlaubt wäre", schätzt Buckmaster. "In den 1990er-Jahren waren bei den Überseerennen nur eine bestimmte Anzahl an Flugtickets und Hotelzimmern erlaubt. Wenn man das wieder einführen würde, wäre es ein positiver Schritt der Dorna und für die Meisterschaft als Ganzes."

Speziell für die Supersport-WM sieht Buckmaster keine weiteren großen Einsparungsfelder, denn andere Maßnahmen funktionieren bereits sehr gut. "Die Motorenregeln sind sehr gut, denn alle Marken sind konkurrenzfähig. In der Supersport-WM wird nur der Zylinderkopf getunt. Das ist kein teures Teil. Auch Pirelli leistet gute Arbeit als Einheitsausrüster. Wenn man das Reifenkontingent beschneiden würde, dann würde es am Rennwochenende nichts ändern, aber der Preis pro Saison könnte fallen."

"Außerdem würden die Teams mehr am Rennsetup arbeiten, was eine gute Sache ist", findet Buckmaster. Denn wenn ein Team weniger Reifen zur Verfügung hätte, müsste man mit dem vorhandenen Material schonender umgehen. Prinzipiell müssen alle Teams am gleichen Strang ziehen, denn alle sitzen im gleichen Boot. "Wir sind uns der Veränderungen bewusst. Wie wir bei der Ein-Motorrad-Regel gesehen haben, hat sie nicht nur die Kosten reduziert, sondern Teams wie wir konnten auch mehr Fahrer einsetzen. Deshalb nehmen auch mehr Teams teil, was sich positiv auf die Startfelder auswirkt", sagt Buckmaster abschließend.

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