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  • 04.02.2017 · 11:18

  • von Gerald Dirnbeck & David Emmett

Reifengrafik im TV: So funktioniert das neue MotoGP-System

In der MotoGP-Saison 2017 sollen die Reifen besser in der TV-Grafik eingeblendet werden - Michelin macht sich für die Live-Identifikation einen Trick zunutze

(Motorsport-Total.com) - Ein großes Problem war in der vergangenen MotoGP-Saison die Identifikation der Reifen. Michelin markierte die unterschiedlichen Mischungen zwar mit weißen oder gelben Streifen, doch in der Fernsehübertragung und auf der Tribüne war das nur schwer auszumachen. Kompliziert wurde es bei Flag-to-Flag-Rennen, wenn Fahrer auf Regenreifen, Intermediates oder Slicks unterwegs waren. Deutlich besser funktioniert das in der Formel 1, wo die jeweilige Pirelli-Mischung des Fahrers im TV-Bild und in der App zu sehen ist. Außerdem kann abgerufen werden, wie viele Runden ein Reifensatz schon zurückgelegt hat.

Michelin

Die jeweilige Reifenmischung wird künftig besser in der TV-Übertragung eingeblendet Zoom

Michelin versprach schon im Vorjahr Besserung und plant für die Saison 2017 mit einem neuen System, das die Identifikation der Reifen für das TV-Bild aufbereiten wird. "Jetzt besteht die Idee, das TPMS (Tire-Pressure-Monitoring-System; Anm. d. Red.) zu verwenden", erläutert Michelin-Manager Nicolas Goubert am Rande des Sepang-Tests. "Alle Motorräder müssen dieses System haben. Wir realisierten, dass dieses Signal von der ECU gelesen und an die Rennleitung geschickt werden kann."

Seit dem Reifenplatzer von Loris Baz beim Sepang-Wintertest vor einem Jahr sind Sensoren für den Reifendruck vorgeschrieben. Diese Sensoren sind mit der ECU des Motorrades verbunden, wo der Reifendruck aufgezeichnet wird. Im Falle eines Druckabfalls wird der Fahrer gewarnt. Nun wird sich Michelin dieses System zunutze machen. Wenn im Paddock ein Reifentechniker einen Pneu auf die Felge aufzieht, notiert er neben dem Barcode die ID des Reifendrucksensors in der Felge.

Nicolas Goubert

Nicolas Goubert ist bei Michelin für die MotoGP-Aktivitäten verantwortlich Zoom

"Vor jeder Session müssen wir der Rennleitung eine Liste geben, welcher Reifen auf welche Felge aufgezogen ist", erklärt Goubert. Wenn nun ein Fahrer auf die Strecke fährt und die erste Zeitmessung passiert, sendet die ECU die ID des Reifendrucksensors an die Rennleitung. Diese weiß dann anhand der Liste, welcher Reifen montiert ist und kann diese Information an die TV-Übertragung der Dorna weitergeben. Es wird also nicht der Reifen selbst identifiziert, sondern die Felge.

Beim Sepang-Test wurde dieses System schon von einigen Teams ausprobiert, aber nicht von allen, weil die Software der ECU etwas angepasst werden muss. Michelin ist aber zuversichtlich, dass bis zum ersten Rennen in Katar alles breit sein soll. Vor allem im Training werden die Rundenzeiten besser einschätzbar, wenn man weiß, wer mit einem frischen (weichen) Reifen oder einem gebrauchten härteren seine persönliche Bestzeit gefahren hat.

Dass man die jeweiligen Reifen in der TV-Grafik sehen kann, wurde schon länger geplant. Als Michelin erste Gespräche mit der Dorna über die MotoGP-Rückkehr führte, war das ein Thema. "Im ersten Jahr arbeiteten wir an einem RFID-System", sagt Goubert. "Dafür bräuchten wir am Ende der Boxengasse eine Art Gatter. Aber im September sagten sie uns, dass das zu gefährlich ist und die Rettungsfahrzeuge behindern könnte. Wir sollten uns etwas anderes einfallen lassen." Und so kam man auf die Idee, die Identifikation mit dem Reifendrucksensor zu verbinden.

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