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Platz zwei in Mugello: Fabio Quartararo bewahrt Yamaha vor einer Blamage

Fabio Quartararo schafft es beim MotoGP-Rennen in Mugello als einziger Yamaha-Pilot in die Punkte und holt 20 wichtige Punkte für die Meisterschaft

(Motorsport-Total.com) - Yamaha-Werkspilot Fabio Quartararo hat beim Grand Prix von Italien in Mugello ein kampfstarkes Rennen gezeigt und als Zweiter "20 wichtige Punkte" für die Meisterschaft gesammelt (zum Rennbericht). Quartararo kam 0,6 Sekunden hinter Ducati-Werkspilot Francesco Bagnaia ins Ziel und baute seinen Vorsprung in der WM aus. Der Franzose schaffte es als einziger der vier Yamaha-Piloten in die Punkteränge.

Fabio Quartararo

Fabio Quartararo zeigte eine weltmeisterliche Vorstellung Zoom

Vor dem Rennen waren die Erwartungen niedrig. In den Trainings und auch im Qualifying hatte Quartararo einige Probleme mit seiner Yamaha M1. Gegen die schnellen Ducatis schien der Titelverteidiger chancenlos zu sein, doch eine Rückkehr zu einer bewährten Abstimmung ermöglichte es Quartararo, im Rennen einige Überholmanöver zu starten und sich auf Platz zwei vorzukämpfen.

"Es war das wohl beste Rennen meiner Karriere", bemerkt der Franzose. "Natürlich hätte ich lieber gewonnen. Doch ich konnte hart kämpfen, obwohl wir ohne viel Selbstvertrauen ins Rennen gingen. Vor dem Rennen meinte ich, dass ein fünfter oder sechster Platz ein tolles Ergebnis wäre."

Starkes Renntempo nach Rückkehr zur alten Abstimmung

Gegen Rennende war sogar der Sieg möglich. Quartararo kam näher an Bagnaia heran. "Ich hatte das Gefühl, dass ich schneller war. Doch es war schwierig, zu überholen. Uns fehlten einige Pferdestärken. Ich bin aber sehr zufrieden, weil wir sehr gute Arbeit geleistet haben und aufs Podium kamen, womit ich nicht gerechnet habe", so Quartararo.

Fabio Quartararo

Fabio Quartararo kämpfte sich von Startplatz sechs aufs Podium Zoom

Auf der Zielgeraden war der Yamaha-Pilot leichte Beute für die Ducatis. Doch im Laufe des Wochenendes hatte Quartararo nicht nur mit dem Topspeed zu kämpfen. "Uns war klar, dass der Topspeed hier das größte Problem sein wird. Doch am Freitag und am Samstag beschwerte ich mich nicht einmal über den Topspeed, denn es gab viel größere Probleme", lässt er durchblicken.

Neue Verkleidung kreierte mehr Nachteile als Vorteil

"Wir hatten eine neue Verkleidung, die uns das komplette Wochenende über abgelenkt hat. Ich fühlte mich damit nicht wohl", berichtet der Yamaha-Pilot. "Wenn man ein Update erhält, dann erwartet man, dass es besser funktioniert. Ich erwartete, dass sich unser Topspeed damit verbessert. Wir waren ein kleines bisschen schneller in Sachen Topspeed, doch die Verkleidung hatte viel mehr negative als positive Aspekte."

Fabio Quartararo

Die neue Verkleidung sorgte bei Yamaha für Verwirrung Zoom

Die enttäuschende Performance der neuen Verkleidung hält Quartararo aber nicht davon ab, beim kommenden Grand Prix einen neuen Versuch zu starten. Der Yamaha-Pilot will die neue Verkleidung in Barcelona erneut probieren.

Doch in Mugello war das Update kein Fortschritt. "Vor dem Rennen hatte ich überhaupt kein Selbstvertrauen. Wir trafen die Entscheidung, zur Basisabstimmung vom Saisonauftakt zurückzukehren. Diese Abstimmung funktionierte von Beginn an gut", erklärt Quartararo.

Fabio Quartararo mit seiner Yamaha "absolut am Limit"

"Ich konnte hart bremsen und spürte die Front sehr gut. Wenn ich die Front gut spüre, dann kann ich einige Probleme des Motorrads kaschieren", schildert er. "Ich fuhr absolut am Limit. Mehr ging nicht. Ich hatte sehr viel Spaß heute."

In den Kurven musste Quartararo einige Risiken eingehen, um sich gegen die schnellen Ducatis durchzusetzen. "Ich musste in Kurve 3 direkt attackieren, wenn ich in Kurve 1 überholt wurde. Ich musste zeitig in der Runde überholen", bestätigt der MotoGP-Champion.


Fotos: Moto2: Grand Prix von Italien (Mugello) 2022


Im Laufe des Rennens setzte sich Quartararo gegen die beiden VR46-Piloten Marco Bezzecchi und Luca Marini durch, die einige Gegenwehr leisteten. Als er an den beiden Ducatis vorbei war, schaute er nur noch nach vorn. "Ich kämpfte wie verrückt, um Pecco einzuholen. Ich schaute nicht, was hinter mir passiert", so Quartararo.

In der Meisterschaft liegt Quartararo weiterhin auf Position eins. Nach dem Rennen in Mugello führt er die Fahrerwertung mit 122 Punkten an. Aprilia-Pilot Aleix Espargaro folgt mit 114 Zählern auf Position zwei. Mugello-Sieger Francesco Bagnaia machte in der WM einen großen Sprung und ist mit 81 Punkten WM-Vierter hinter Ducati-Markenkollege Enea Bastianini. Die zweite Werks-Yamaha von Franco Morbidelli liegt in der WM aktuell nur auf Position 19.