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MotoGP-Fahrer einig: Quartararo-Strafe für Assen ist "schwer zu verstehen"

Für den Crash mit Aleix Espargaro in Assen bekam Fabio Quartararo eine Long-Lap-Strafe - Seine Kollegen verstehen das nicht und kritisieren die Rennkommissare

(Motorsport-Total.com) - MotoGP-Weltmeister Fabio Quartararo geht an diesem Wochenende mit einem Handicap in den Grand Prix von Großbritannien. Der Yamaha-Fahrer muss in Silverstone innerhalb der ersten drei Runden einmal die Long-Lap-Penalty absolvieren. Diese Strafe hat Quartararo vor fünf Wochen für den Unfall mit Aleix Espargaro (Aprilia) in Assen erhalten.

Aleix Espargaro, Fabio Quartararo

Für diesen Unfall hat Fabio Quartararo eine Long-Lap-Strafe erhalten Zoom

Unmittelbar nach der Dutch TT gingen die Wogen hoch. Auf Social Media kommentierte Quartararo, dass "man nicht einmal mehr ein Überholmanöver starten kann, weil die Rennkommissare dann meinen, man sei zu überambitioniert."

Auch Yamaha-Rennleiter Lin Jarvis meldete sich in seiner Aussendung zu Wort und kritisierte die Rennkommissare. Yamaha wollte sogar vor den International Sportgerichtshof (CAS) ziehen. Gegen eine Long-Lap-Penalty ist aber keine Berufung möglich.

Auch als nun nach der langen Sommerpause die MotoGP-Gemeinde in Silverstone wieder zusammentraf, war das ein großes Gesprächsthema. Für die Mehrheit war die Situation in Assen ein normaler Rennunfall, für den es keine Strafe hätte geben sollen.

Der Startunfall in Barcelona, als Takaaki Nakagami stürzte und dabei Alex Rins (Suzuki) und Francesco Bagnaia (Ducati) mitriss, hätte dafür bestraft werden müssen. Mit dieser Inkonstanz sind die Fahrer unzufrieden und fordern mehr Klarheit.

Sturz: Francesco Bagnaia, Takaaki Nakagami, Alex Rins beim Start zum GP Katalonien 2022 in Barcelona

Für diesen Startunfall in Barcelona ging Takaaki Nakagami straffrei aus Zoom

So sagt Aleix Espargaro: "Ich stimme Fabio zu, dass er die Strafe nicht verstehen kann. Wir haben in diesem Jahr schon ganz andere Beispiele gesehen, die viel aggressiver waren und nicht bestraft wurden. Wenn es dafür Strafen gegeben hätte und für Fabio auch, dann hätte er das verstanden."

"Alle Fahrer wollen in der Sicherheitskommission verstehen, wo das Limit ist", bekräftigt der Spanier. "Ich meine, es muss für alle gleich sein. Man kann nicht eines bestrafen und etwas anderes nicht. Das macht es schwierig zu verstehen."

Auch Rins und Bagnaia verstehen es nicht

Und was sagen Rins und Bagnaia? Beide wurden in Barcelona von Nakagami abgeräumt und waren ausgeschieden, während Aleix Espargaro in Assen weiterfahren konnte. Rins zog sich zudem bei dem Sturz eine Handgelenksverletzung zu.

"Es gibt zwei Arten von Unfällen", meint Rins. "Einer ist, wenn man versucht zu überholen. Dabei klappt einem das Vorderrad ein und man stürzt. Das andere Beispiel ist Barcelona. Die Frage ist, warum es dort keine Strafe gegeben hat. Mit der Strafe für Fabio bin ich nicht einverstanden."

Francesco Bagnaia; Jorge Martin

Beim Saisonauftakt in Katar hat Francesco Bagnaia Jorge Martin abgeräumt Zoom

Bagnaia sieht das ganz ähnlich: "In Katar habe ich fast das Gleiche mit Martin gemacht. Das war ganz ähnlich wie bei Fabio und Aleix. Aber ich habe keine Strafe bekommen. In Barcelona haben wir einen sehr schweren Unfall gesehen. Das war verantwortungsloses Verhalten."

"'Taka' hat keine Strafe bekommen. Das ist schwierig zu verstehen. Ich stimme auch nicht mit der Strafe für Fabio überein." Die Topfahrer sind sich also einer Meinung und stellen sich hinter Quartararo, der im Sommerurlaub seine Meinung auch nicht geändert hat.

"Nein, habe ich nicht. Ich möchte nichts über den Unfall davor sagen, denn er war massiv", sagt er. "Soweit ich verstanden habe, wollten sie nach Barcelona die Regeln etwas aggressiver durchsetzen. Aber ich finde, man muss eine Balance finden zwischen verantwortungslosem Verhalten und Rennunfall."

Fabio Quartararo

Schlussendlich hatte Fabio Quartararo in Assen sogar zwei Stürze Zoom

"Ich bin gestürzt. Aleix hätte ein besseres Ergebnis schaffen können, aber ich sehe das nicht als Strafe. Sie müssen eine bessere Balance zwischen Strafe und keine Strafe finden. Das ist wichtig, um unseren Sport nicht langweilig werden zu lassen."

Aber werden sich die Fahrer künftig im Zweikampf anders verhalten, weil ihnen ebenfalls eine Strafe drohen könnte, falls die Aktion so wie bei Quartararo misslingt? "Ich denke, wir werden weiterhin aggressiv fahren", winkt Aleix Espargaro ab.

"Als Fabio gesagt hat, dass er nie wieder überholen wird, war das falsch. Er wird noch viel überholen. Wir verlangen von den Rennkommissaren, dass die gleichen Aktionen bestraft werden." Am Freitag wird in der Sicherheitskommission weiterhin darüber diskutiert werden.

Quartararo will sich wegen der Strafe keinen Stress machen

Und wie legt Vorjahressieger Quartararo sein Silverstone-Rennen mit der Strafe im Hinterkopf an? "Es wird natürlich ein anderes Rennen und eine andere Herausforderung. Aber ich fühle mich motiviert und bin bereit. Freitag und Samstag werde ich wie ein normales Wochenende angehen."

Fabio Quartararo

Mit der Strafe will sich der Weltmeister nicht unter Druck setzen lassen Zoom

"Es ist nicht das letzte Rennen der Saison und auch nicht der letzte Kampf. Ich darf mich nicht verrückt machen lassen und sagen, dass ich die Long-Lap-Strafe so schnell wie möglich fahren muss, damit ich das Rennen unbedingt gewinne."

"Zu Beginn meines Urlaubs habe ich mich fertig gemacht, dass ich die Long-Lap-Strafe so schnell wie möglich fahren muss. Aber dabei kann ich stürzen. Ich verliere lieber ein, zwei Zehntelsekunden, anstatt das Motorrad auf den Boden zu legen."

Deswegen lautet das Motto des amtierenden Weltmeisters: "Wir werden am Freitag und Samstag bestmöglich arbeiten. Dann sehen wir unsere Position für das Rennen." Vor dem zwölften von 20 Saisonrennen hat Quartararo 21 WM-Punkte Vorsprung auf Aleix Espargaro.

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