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Fabio Quartararo entschuldigt sich bei Aleix Espargaro: "Ein Rookie-Fehler"

Fabio Quartararo nimmt die Schuld für die Kollision auf sich und erklärt, warum er weitergefahren ist - Aleix Espargaro schildert seine starke Aufholjagd in Assen

(Motorsport-Total.com) - Es war die entscheidende Szene bei der Dutch TT 2022 in Assen. In der Anfangsphase befand sich Aleix Espargaro (Aprilia) an der zweiten Stelle, gefolgt von Fabio Quartararo (Yamaha). Dann griff Quartararo in der fünften Runde in Kurve 5 an. Dabei kam der MotoGP-Weltmeister zu Sturz und rutschte in die Seite der Aprilia.

Aleix Espargaro, Fabio Quartararo

In der fünften Runde kam es in Kurve 5 zur Kollision Zoom

Aleix Espargaro blieb sitzen, wurde aber ins Kiesbett gedrängt. Er sortierte sich an der 15. Stelle wieder ein. Auch Quartararo fuhr nach seinem Sturz zunächst am Ende des Feldes weiter. "Ein Rookie-Fehler", nimmt der Franzose die komplette Schuld auf sich.

"Ich wollte zu Beginn zu viel attackieren. Aus diesem Fehler kann man für die Zukunft lernen. Es war wirklich ein dummer Fehler. Ich hatte eine sehr gute Pace und hätte um den Sieg kämpfen können." Es war Quartararos erster großer Fehler in der laufenden Saison.

Die Rennkommissare schauten sich diese Situation im Anschluss an die Rennen noch einmal genau an. Sie sprachen auch eine Strafe gegen Quartararo aus. Beim nächsten Rennen in Silverstone muss er einmal die Long-Lap-Penalty fahren.

Kein böses Blut zwischen den beiden Fahrern

Nach dem Rennen marschierte er sofort zur Aprilia-Box. "Um mich zu entschuldigen, denn er wäre heute angesichts seiner Pace der Sieger gewesen. Ich habe mich für meinen Fehler entschuldigt. Er ist ein sehr gutes Rennen gefahren", sagt der Yamaha-Fahrer.

Espargaro und Quartararo pflegen abseits der Strecke ein gutes Verhältnis. Sie wohnen in Andorra nur 200 Meter auseinander. Espargaro nahm die Entschuldigung an: "Er hat sich bei mir entschuldigt, weil er einen Fehler gemacht hat. Er ist kein schmutziger Fahrer."

Hat ihn das Manöver von Quartararo überrascht? "Ich war dort sehr stark. Fabio wusste das. Er hat das Manöver probiert, weil er ein sehr gutes Gefühl für sein Motorrad hat. Er kann die Linien auch sehr gut schließen. Das haben wir auch in Deutschland in Kurve 1 mit 'Pecco' gesehen."

"Er hat so viel Vertrauen zu seinem Motorrad, dass er Linien enger fahren kann. In den ersten Runden war ich auch auf der Geraden am Limit, weil ich heute nicht wollte, dass er mich überholt. Diese Kurve hat er falsch eingeschätzt."

Warum Quartararo weitergefahren ist

Quartararo fuhr zunächst am Ende des Feldes weiter. Die Winglets waren auf der linken Seite abgebrochen. Schließlich steuerte er die Box an, fuhr dann aber weiter. Warum ist er überhaupt weitergefahren?

"Ich wollte noch einige Punkte sammeln, aber ich sah, dass das Motorrad ein Problem hat", erklärt Quartararo. "Ich fuhr an die Box, aber das Team hat mir gesagt, dass ich weiterfahren soll, falls es zu regnen anfängt. Aber ich konnte sehen, dass etwas nicht richtig war. Ich weiß es nicht."

Schließlich stürzte er erneut am Ausgang von Kurve 5 per Highsider. Sein Rennen war endgültig vorbei."Ich bin ziemlich sicher, dass ein Sensor für die Traktionskontrolle beschädigt war. Ich habe Glück, dass ich mir nichts gebrochen habe. In der Schulter spüre ich es."

Espargaro überzeugt: "Hätte gewinnen können"

Espargaro zeigte eine starke Aufholjagd und machte Position um Position gut. In der letzten Runde bremste er sich noch vor der Zielschikane an Brad Binder (KTM) und Jack Miller (Ducati) vorbei und fuhr als Vierter ins Ziel.

"Ich glaube, ich war an diesem Wochenende der Schnellste", demonstriert Espargaro breite Brust. "Das ist für mich sehr wichtig. Mit dem Sieg hat es nicht geklappt, weil mich Fabio getroffen hat. Ich denke, der Sieg ist klar. Für mich ist wichtig, dass ich dieses Gefühl habe."

"Nachdem mich Fabio getroffen hat, sah ich auf meiner Tafel P14. Ich sagte zu mir, dass das Rennen vorbei ist. Nichts ändert sich, wenn ich zwei, drei Punkte sammle. Ich muss versuchen mehr als zehn Punkte zu sammeln."

"Wenn ich stürze, dann stürze ich eben, denn es würde Fabios Schuld sein", lacht Espargaro. "Ich möchte nicht arrogant klingen, aber mein Speed war heute der Beste." Schlussendlich feierte Ducati-Werksfahrer Francesco Bagnaia einen Start-Ziel-Sieg.

Hätte Espargaro den Italiener besiegen können? "Schwierig zu sagen. Ich denke, ich hätte heute vor Fabio gewinnen können. Das wären fünf Punkte Unterschied, aber ich habe 13 aufgeholt. Wenn man an die WM denkt, dann ist das besser, aber ich glaube, ich habe heute einen Sieg verloren."

Sein Teamkollege Maverick Vinales stand als Dritter zum ersten Mal als Aprilia-Fahrer auf dem Podest. Mit den Positionen drei und vier führt Aprilia die Teamwertung 16 Punkte vor Yamaha an. "Ich habe es gesehen", sagt Vinales über den Crash zwischen Quartararo und Espargaro.

"Ich habe gesehen, dass Fabio gestürzt ist und dachte, dass Aleix auch gestürzt ist. Aber als ich im Ziel war, habe ich gesehen, dass er auch hier ist. Er ist ein fantastisches Rennen gefahren. Ohne der Kollision hätte er vielleicht das Rennen gewonnen."

Espargaro beginnt die Sommerpause als WM-Zweiter. Sein Rückstand auf Quartararo ist durch das Assen-Ergebnis auf 21 WM-Punkte geschrumpft.

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