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Kontroverse um zu niedrigen Luftdruck: Ducati reagiert auf die Vorwürfe

Ducati wird vorgeworfen, dass Francesco Bagnaia beim MotoGP-Sieg in Jerez den Luftdruck unterschritten hat: Luigi Dall'Igna liefert eine sofortige Reaktion

(Motorsport-Total.com) - Ducati musste sich wenige Tage vor dem Frankreich-Grand-Prix in Le Mans mit dem Vorwurf auseinandersetzen, beim vergangenen MotoGP-Rennen in Jerez den vorgegebenen Mindest-Luftdruck unterschritten zu haben. Die Italiener lieferten ohne Verzögerung eine Reaktion auf die Vorwürfe und nahmen den Anschuldigungen den Wind aus den Segeln.

Francesco Bagnaia, Fabio Quartararo

Francesco Bagnaia holte beim Spanien-Grand-Prix in Jerez seinen ersten Saisonsieg Zoom

Konkret wurde Ducati vom 'Motorsport Magazine' beschuldigt, den vorgegebenen minimalen Luftdruck im Vorderreifen der siegreichen Maschine von Francesco Bagnaia unterschritten zu haben. In allen 25 Rennrunden lag der Luftdruck unter dem Mindest-Luftdruck von 1,9 bar.

Zitiert wird ein MotoGP-Ingenieur, dessen Name nicht genannt wird. "Es ist offensichtlich, dass einige Teams bei den Reifen betrügen. Wir sind mit der Situation nicht zufrieden", erklärt der MotoGP-Insider. "Es geht schon lange Zeit so und ist nicht richtig. Das Problem ist, dass die Regeln von vielen respektiert werden, doch von anderen wiederum nicht. Sie können bessere Leistungen erreichen und kommen damit davon, weil es nur ein Gentlemen's Aggreement gibt."

Laut einer Übersicht war Sieger Francesco Bagnaia in Jerez nicht der einzige Fahrer, der mit einem zu niedrigen Luftdruck unterwegs war. Auch bei Ducati-Markenkollege Jorge Martin, Suzuki-Werkspilot Alex Rins und RNF-Yamaha-Pilot Andrea Dovizioso wurde der Mindest-Luftdruck unterschritten.

Ducati reagiert ohne Zögern auf die Vorwürfe

Dass Ducati in Jerez betrogen haben soll, veranlasste Luigi Dall'Igna zu einer sofortigen Reaktion. Laut Dall'Igna gibt es aktuell kein einheitliches System, das klare Verstöße aufdeckt. Der Italiener ärgert sich über die Beschuldigungen und versucht, die Vorwürfe aufzuklären.

Luigi Dall'Igna

Luigi Dall'Igna liefert Erklärungen und entkräftet die Anschuldigungen Zoom

"Wenn man Regeln aufstellt, dann muss man sich auch Gedanken machen, wie man sie kontrolliert", so Dall'Igna. "Die verwendeten Sensoren sind nicht einheitlich. Das führt dazu, dass es keine genauen Messungen geben kann. Unterschiedliche Sensoren liefern unterschiedliche Werte. Das muss also nicht heißen, dass man betrügt. Der Luftdruck wird nur nicht einheitlich gemessen."

Warum die Aussagekraft der Luftdrücke gering ist

Laut Dall'Igna können die an die ECU gelieferten Werte aktuell noch manipuliert werden. Diese Hintertür hat zur Folge, dass die an die Öffentlichkeit gebrachten Luftdrücke unterm Strich keine Aussagekraft haben.

"Ducati hat sich entschieden, die Werte nicht abzuändern. Vielleicht gibt es aber Teams, die sich entschieden haben, die Werte anzuheben, um innerhalb des richtigen Fensters zu bleiben, auch wenn das das genau genommen nicht der Fall war", so Dall'Igna.

Michelin Reifentechniker

Der Luftdruck im Vorderrad ist auch vom Rennverlauf abhängig Zoom

Zudem weist der Ducati-Corse-Chef auf die Ungenauigkeit der Sensoren hin. "Was auf den ersten Blick wie ein zu niedriger Wert aussieht, muss nicht zwangsläufig auch zu niedrig sein. Man muss auch den jeweiligen Messfehler einberechnen", bemerkt er.

Die Justierung des Luftdrucks ist besonders beim Vorderrad heikel. Unterschiedliche Rennverläufe wirken sich stark auf die Werte aus. Fährt ein Fahrer viele Runden hinter einem Gegner, kann der Luftdruck stark ansteigen.

Erwartet ein Team einen derartigen Rennverlauf, der dann in der Praxis nicht eintritt, kann der Fahrer mit einem zu niedrigen Druck fahren. Im Fall von Bagnaia war genau das der Fall. Vom Start weg hatte der spätere Sieger freie Sicht.

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