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  • 30.01.2017 · 17:30

  • von Maria Reyer & David Emmett

Aleix Espargaro stellt klar: "Der Aprilia fehlt die Power!"

Aleix Espargaro fuhr für Aprilia bei den Testfahrten in Sepang auf den 15. Rang - Zwar ist er mit der Aerodynamik zufrieden, die Achillesverse ist allerdings der Motor

(Motorsport-Total.com) - Das Bruderduell in der MotoGP geht auch 2017 weiter. Während Pol Espargaro mit seiner neuen KTM auf dem 16. Rang landete, konnte sich Aleix Espargaro beim ersten Testtag in Sepang knapp vor ihm auf dem 15. Rang positionieren. Der Spanier wechselte von Suzuki zu Aprilia und übernahm dort das Cockpit von Stefan Bradl. Mit rund 1,6 Sekunden Rückstand landete er im hinteren Mittelfeld. Eine Erklärung hat er dafür parat: Es fehlt die Power.

Aleix Espargaro

Aleix Espargaro ist in Sepang auf der Suche nach der Aprilia-Power Zoom

"Es war nicht so einfach, auch nicht so einfach wie in Jerez, weil diese Strecke anspruchsvoller ist für den Motor. Und das ist derzeit unser Hauptproblem", stellt der 27-Jährige klar. Durch das unbeständige Wetter kam er schon heute in den Genuss der neuen Maschine, die man eigentlich erst morgen fahren wollte. "Das Chassis ist viel besser. Ich kann aggressiver fahren und wir haben mehr Grip."

Man habe das Chassis verbessert, um mehr Gewicht auf die Vorderachse zu verlagern. "Damit es leichter in die Kurve geht. Es ist keine Revolution. Aber es ist ein kleiner Schritt." Im Vergleich zur Suzuki sei sein aktuelles Bike viel stabiler. Das Kurvenfahren sei für Espargaro grundsätzlich nicht das Problem.

"Das Bike ist wirklich langsam"

Die Achillesferse der Aprilia ist der Motor. Im Vergleich zum Vorjahr sei dieser "sehr ähnlich" und gebe "nicht mehr Leistung" ab. "Morgen haben wir eine neue Konfiguration, die wir testen werden, aber das Hauptproblem ist die Power." Konkret bedeutet das, dass man bei niedriger Drehzahl mehr Power benötigt, vor allem am Kurvenausgang. Doch Espargaro hält realistisch fest: "Wir brauchen überall mehr Power, das Bike ist wirklich langsam."


MotoGP-Test in Sepang

"Wenn man die Bremse öffnet, ist das Bike sehr träge. Das Bike funktioniert in diesem Bereich nicht. Aber auch bei höherer Drehzahl müssen wir uns verbessern", stellt er schonungslos klar. Vor allem beim Kurvenausgang verliere er Zeit. Wie wirkt sich der Power-Nachteil auf den langen Geraden in Malaysia aus? "Ich weiß es nicht, aber sicherlich recht stark. Ich bin zu Beginn zwei Runden hinter Maverick (Vinales, Yamaha-Pilot; Anm. d. Red.) gefahren und der Unterschied ist wirklich unglaublich. Das ist schon frustrierend, weil das Chassis sehr stabil ist."

Wie wohl das Bruderduell in diesem Jahr ausgehen wird? "Ich bin zu hundert Prozent sicher, dass wir vor der KTM sein werden", schmunzelt der ältere Espargaro Bruder. "Die Pace der Aprilia ist schon sehr gut, aber wir müssen uns auf die Power konzentrieren. Ich bin schon viele Bikes gefahren, aber die Elektronik und das Chassis der Aprilia sind unter den besten, die ich je gefahren bin. Wir brauchen nur mehr Power. Sobald wir mehr Power haben, werden wir einen großen Schritt machen", ist er überzeugt.

Durch Winglet-Verbot: Aprilia tüftelt an "komischem" Rahmen

Angesprochen auf die Aerodynamik verrät Espargaro außerdem, dass man durch das Winglet-Verbot an einem sehr "komischen" Rahmen im Windtunnel in Perugia arbeite. "Ich denke, wir werden es in Australien ausprobieren. Es simuliert nahezu 55 bis 60 Prozent der Winglets." Außerdem hat der groß gewachsene Pilot über den Winter hart trainiert, um keinen Gewichtsnachteil zu haben: "Ich habe viele Kilos verloren. Die Vorsaison habe ich mit 69,5 oder 70 Kilogramm abgeschlossen, jetzt wiege ich 66,5 Kilogramm. Also habe ich rund dreieinhalb Kilogramm abgenommen."

Aprilia-Rennleiter Romano Albesiano hat während der Testfahrten erklärt, was man an der Power verändert hat: "Wir haben eine neue Ansaug-Konfiguration getestet, die gutes Potenzial gezeigt hat. Es gibt aber auch noch ein paar Probleme, daran arbeiten wir noch in den nächsten Tagen." Er konkretisiert: "Es ist ein Setup-Problem, das Gefühl ist nicht konstant." Daher werde man Teile des Motors auf dem Prüfstand in der Fabrik testen. Mit der Fahrt von MotoGP-Rookie Sam Lowes, der auf Platz 26 (+3,261 Sekunden) landete, ist er ganz zufrieden: "Er hat sich verbessert. Seine Zeiten waren schneller als beim letzten Test."

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